Mocca Club geschlossen

Wenn es irgendwo in Wien guten Kaffee gab, dann im Mocca Club an der Linken Wienzeile Nr. 4. Dort konnte man sich immer in Bezug auf seine Vorlieben beraten lassen und die Kaffees wurden nicht nur nach Geschmack, sondern nach körperlicher und seelischer Verfassung ausgewählt; immer und immer wieder waren die Espressi, die Tees oder die heißen Schokoladen perfekt darauf abgestimmt. Und dass man hier auf qualitativ höchstem Niveau Kaffeetrinken konnte, war sogar international bekannt!

Der Mocca Club wurde unter Wienern und Wienbesuchern allmählich zum Kompetenzzentrum für die Zubereitung und für den Verkauf von Kaffee. Johanna Wechselberger, das Mastermind hinter diesem Kaffee-Projekt und anderen (wie zB der Vienna School of Coffee), hat hier Unmengen an Energie investiert.

Schluss und Schließung

In den letzten Monaten kamen Gerüchte über die Schließung des Cafés auf und tatsächlich, der Tag kam immer näher… bis ich gestern erfahren musste: der Mocca Club sperrt mit 31. Juli 2007 zu. Über die Gründe schweigt man sich aus, das weiß, so scheint es, keiner so genau. Im September soll’s mit neuem Eigentümer, neuem Team und neuem Konzept weitergehen. Mal sehen…

Na und?

Ja. „Na und?“ mag eine berechtigte Frage sein, denn Cafés gehen andauernd irgendwo in Konkurs, aber in diesem Fall geht das „Na und?“ mit einem essentiellen Problem einher: Wo bekommt man ab heute guten Kaffee in Österreich? Tchibo/Eduscho? Starbucks? Segafredo? Coffee Day? Gar ein abgewirtschaftees „alt-wiener“ Café? Für Caffè Latte-Trinker mag das ja stimmen, wenn man aber tatsächlich Wert auf den Kaffee legt, sieht die Sache anders aus!

Und die nächste, entscheidende Frage liegt auf der Hand: Wo kann man in ähnlicher Atmosphäre bei ähnlichen Preisen mit ähnlichen Produkten bei ähnlichem Angebot ähnlichen Tätigkeiten nachgehen wie im Mocca Club? Nirgendwo, denn die Kombination aus Exklusiv-Café, Bar und WLAN-Standort war, so denke ich, in Österreich einzigartig.

Kaffee: meine Sorten

Es folgt eine semisentimentale Liste diverser Kaffeesorten, die ich ausprobiert habe. Es waren sicherlich viel mehr als diejenigen, die hier aufgezählt sind, aber darüber habe ich mir keine Notizen gemacht.

  • Äthiopien Harrar Mokka (~)
  • Äthiopien Bonga Forest (+)
  • Australien Skybury Fancy (-)
  • Brasilien „Eli“ Bourbon (~)
  • China Provinz Yunnan (+)
  • Indien Monsooned Malabar AA (-)
  • Sulawesi Kalossi Grade I (+)
  • Sumatra Lintong (-)
  • Tansania Peaberry (-)
  • Mexico Chiapas BIO (+)
  • Java (~)
  • Kenia Peaberry (-)
  • Jemen Mokka Matari (~)
  • Hawaii Maui (mein absoluter Liebling: ++)
  • Kopi Luwak (der seltenste Kaffee der Welt: +)
  • Peru Cuzco BIO (+)
  • Mocca Club Blend – Espresso No. II (-)
  • Mocca Club – Espresso No. III – Der Pate (+)
  • Mocca Club – Betthupferl – Mischung (-)

Espressi, schnief, ihr werdet mir fehlen!

Weiteres zum Mocca Club

Rund um den Mocca Club gibt es ein paar Informationen im Internet zu finden. Hier eine kleine Sammlung:

Updates

Einen Copycat-Artikel gibt es bei Tisch Dreizehn mit dem Titel Das Ende des Mocca Club (ohne Verweis hierher, damit Verstoß gegen die Lizenz des Artikels, daher Beweissicherung!), einen selbstgeschriebenen Follow-Up-Artikel bei Halfass, dem es wirklich leid tut, dass der Mocca Club geschlossen wurde!

Update am 22. Juni 2009: Ich habe heute die neue Mocca Lounge besucht. Nett, aber keinesfalls vergleichbar mit der Qualität, die es vor 2-3 Jahren im Mocca Club gegeben hat. Und es gibt keinen Cheese-Cake.

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