Es ist halt so! Österreichs Medienfaulheit.

In Österreich zu bloggen bedeutet, so etwas wie „Österreich“ ins Internet zu stellen; alles andere funktioniert nicht, so zumindest meine Statistiken. Wie oft schon habe ich Pro- und Kontra-Argumente fürs Bloggen in der Muttersprache gelesen, wie oft schon darüber, dass es auch im Heimatland Menschen gibt, die sich für die Themen interessieren, die einen selbst beschäftigen? Doch die Statistiken sagen Anderes aus: Erst, wenn man über das berichtet, was die Kronen Zeitung oder der ORF vorgeben, erhält man die Besucher massenhaft, wird man ernst genommen und erhält Reaktionen auf seine Artikel.

Wer in Österreich lebt, weiß das ja, tut aber nichts dagegen. Wer die Gesichter, die im aktuellen NEWS zu sehen sind, nicht kennt, ist nicht up-to-date, wer nicht brav professort, doktort und magistert, ebensowenig, wer den Präsidenten hier und den Direktor dort nicht zumindest vom Namen her kennt, braucht sich nicht zu wundern — Es stellt sich mir die Frage: Gibt es in Österreich tatsächlich gesamtstaatliche und alle gesellschaftlichen Schichten erfassende Opinion-Leader? Kann es sein, dass die Anzahl der Einwohner dieses Landes nach wie vor die kritische Masse nicht erreicht hat, die notwendig wäre, um aus österreich-intern Informierten auch solche zu machen, deren Informationen aus anderen als den praktisch offiziellen Quellen kommen? Klingt sehr danach, nicht wahr?

Ganz ehrlich: Lesen sie regelmäßig (wenn nicht berufsbedingt) andere Tages- oder Wochenzeitungen als die österreichischen? Holen sie sich Informationen aus anderen als den herkömmlichen Quellen, also zum Beispiel aus Amateurfunk oder Podcasts, Blogs, YouTube oder privaten Informationsseiten? Wohl kaum. Eher ist es die Sonntagszeitung und unter der Woche die „Zeit im Bild“, richtig? Warum tun Sie das? Weil sie die anderen Formen der Inhaltsvermittlung nicht ernst nehmen, weil sie zwar alles „liab“ finden, nicht aber „interessant“ oder gar „relevant“. Sie sind Österreicher, sie akzeptieren, respektieren aber nicht. Das machen wir schon seit Jahrhunderten. Und dagegen tun… können wir natürlich nichts!

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