Wohin mit all dem? Das Web 2.0-Problem

Mit Jon Tangerines Artikel uber die Grundidee hinter Denna Jones’ Website, das virtuelle Leben der Künstlerin, das sich auf mehrere Onlinedienste wie Flickr, Tumblr, Ma.gnolia, Twitter, Upcoming und Technorati verteilt, auf einer einzigen Seite zusammenzufassen und dafür auch noch web 2.0-taugliche Services wie FeedBurner für die Newsfeeds und Google für die Suche zu verwenden, bin ich mir dieses „Web 2.0-Problems“ erst richtig bewusst geworden: Wie kann ich all die Dienste, die ich nutze, an einem Ort zusammenfassen und präsentieren?

Ich habe einen Blog (dreitehabee), aber nebenher auch noch Konten bei Flickr, Tumblr, Blogger, del.icio.us, Vimeo, YouTube, Upcoming, Twitter, Technorati und was weiß ich wo sonst noch, die allesamt, zumindest irgendwo auf einmal abrufbar sein sollten. Sozusagen ein Onlineportfolio, das man zentral abrufen kann. Doch das geht nicht wirklich.

In letzter Zeit versuche ich, soviele dieser Dienste wie möglich durch eigene Designvorlagen und Anpassungen meines Themes auf mkln.org zu inkludieren. Leicht ist das nicht, vor allem zum Zeitpunkt des Benutzens: Will man bei Tumblr ein längeres Zitat online stellen, so markiert man den Text, klickt auf das „Share on Tumblr“-Lesezeichen und der Service errechnet aus der Länge des Texts eine vernünftige Schriftgröße. Das mit WordPress zu realisieren, ist zwar nicht das Problem, aber es fehlt einerseits der Komfort des Bereits-Fertigen, andererseits gibt es für WordPress keine „Share on WordPress“-Lesezeichen, die es in puncto Bedienung mit dem von Tumblr aufnehmen könnten.

Ein weiteres Problem ist Flickr. Ja, tatsächlich. Mein Lieblingsservice macht Schwierigkeiten, denn: Bilder völlig zusammenhanglos auf mkln.org zu stellen, wäre langweilig und uninteressant. Da ich aber nicht der Fotograf bin, der das Bild schlechthin fotografiert, das für sich selbst spricht und keinerlei Zutun in Form eines Texts benötigt, bin ich gezwungen, was ich aber nicht immer will, Beschreibungen zu schreiben. Und, ach bei diesem Wetter da draußen, möchte man sowas einfach nicht machen! Und da kommen wir dem Web 2.0-Problem schon einen großen Schritt näher.

Del.icio.us, Vimeo, YouTube, Twitter und wie sie alle heißen: Meine Güte, wie soll ich die denn alle hier integrieren? Der Arbeitsaufwand ist enorm und antun will sich den keiner. Tja, erwischt: Das Web 2.0-Problem ist offengelegt. Web 2.0 ist nicht mehr nur Spaß und Artikel/Bilder/Videos/Kurznachrichten-Posten, sondern wird, will man daraus auch etwas machen, tatsächlich Medienarbeit. Und wir faulen Säcke, die wir mit WordPress-Plugins und fertig gestalteten Designvorlagen arbeiten, sind gezwungen, selbst Hand anzulegen und uns ein virtuelles Umfeld zu schaffen, mit dem wir all das, was wir an Inhalten produzieren, zentral präsentieren können.