Neuere Autoreifen vorne oder hinten montieren?

Der ÖAMTC kommt in einem Spezial-Sommerreifentest zum Fazit, dass es besser wäre, neuere, also weniger abgefahrene Reifen mit stärkerem Profil, an der Hinterachse zu montieren. Die Begründung für dieses Fazit lautet:

Alte Reifen an der Hinterachse führen zu einem gefährlichen, inakzeptablen Ausbrechen in Notsituationen. Das kann auch ESP nicht verhindern. Die Übersteuer-Reaktion wird zwar anfangs korrigiert, wirkt aber dann, wenn die Grenzen der Physik erreicht sind, umso heftiger. Werden die schlechteren Reifen an der Vorderachse montiert, verlängern sich die Bremswege deutlich.

Nun stellt sich mir eine Frage. Provoziert man in so einem Fall nicht durch die Verlängerung des Bremsweges die Notsituation? Die Frage resultiert aus der folgenden Überlegung: Man bremst (auch etwas kräftiger) wesentlich häufiger als man in eine relevante Notsituation kommt („Grenzen der Physik“). Wenn aber nun die Vorderreifen, die zwangsweise mehr Bremsleistung abfangen müssen, die älteren sind, erhöht das doch die Wahrscheinlichkeit einer Notsituation durch Verlängerung des Bremswegs bei jedem Bremsvorgang, damit im Verhältnis betrachtet, enorm.

Ich bin kein diesbezüglicher Spezialist, zweifle daher nur meiner Logik folgend. Oder übersehe ich da etwas?