Gaggia goes CaffeCouture

Seit Wochen schon habe ich mich mit dem Besitzer des CaffeCouture, Georg Branny, über die Notwendigkeit einer guten (und meist sehr teuren) Kaffeemaschine unterhalten, wenn man einen feinen Espresso zubereiten möchte. Er konnte mich nicht davon überzeugen, dass nahezu jede, selbst die billigste Kaffeemaschine, guten Kaffee machen kann, sofern die Mühle die dementsprechende Vorarbeit leistet. Da wir auf keinen grünen Zweig kamen, bot er mir an, mit meiner Gaggia Evolution, die seit ihren Anfängen in meinem Haushalt ein stilles Dasein verordnet bekommen hat, an einem ruhigen Tag vorbeizukommen und es selbst zu probieren.

Gestern war es soweit: Neben die ausgewählte Luxusmaschinerie des Herrn Branny positionierte ich den Plastikbomber. Ich brachte auch, wie vereinbart, meine eigenen Kaffeebohnen mit, die – und das war Georg Brannys Beweisführung – selbst in dieser billigen Gaggia zu einem herrlichen Espresso zubereitet werden konnten, sofern die Vorbereitung der Bohnen in einer „gscheiten Mühle“ bei einem „gscheiten Mahlgrad“ erfolgte. Die „gscheite Mühle“ war eine Mazzer Mini Mod A.

Obwohl Georg Branny meine Bohnen nach kurzem Befühlen und Beschnuppern als „alt und mit ranzigem Fett beladen“ aburteilte, probierten wir zwei Durchgänge mit Mahlung und Extraktion. Beide Mahlungen erfolgten auf der Mazzer Mini, einmal war meine Gaggia mit Kaffeemachen dran, einmal seine La Marzocco FB/80. Bei beiden war das Ergebnis gleich: Mäßig schöner (dennoch allemal schöner als alles, was ich bisher damit gemacht habe) und ekliger Espresso. „Ich sag’s ja, der ist zu alt.“

Im dritten, vierten und fünften Durchgang verwendeten wir Georg Brannys erst kürzlich geröstete Kaffeebohnen. Ohne, dass er die Mühle für den Kaffee neu justierte und ohne, dass er an den beiden Kaffeemaschinen irgendwelche Änderungen vornahm, war das Ergebnis fantastisch. Obwohl ich keinen Auslauf am Siebträger hatte („da, ja damit könnten wir dann richtig anfangen!“), den hat wohl mein zwischenzeitlicher Vorbesitzer irgendwo verschustert, produzierte die kleine Gaggia Evolution herrlichen Espresso mit einer schönen und erstaunlich stabilen Crema, einem gehaltvollen Körper und wohligen Duftnoten. 1:0 für Georg Branny.

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