Kleine CMS-Geschichte dieser Website

  1. 2002-2004: Blogger
  2. 2004: Movable Type
  3. 2004-2007: Textpattern
  4. 2007-2009: WordPress
  5. Seit 2009: Die Suche nach Alternativen
  6. 2010-2011: Tumblr
  7. 2011: WordPress.com

2002-2004: Blogger

Begonnen hat alles mit einem Blog bei Blogger. Blogger wurde kurz, nachdem ich mich angemeldet habe, von Google gekauft und ist (dadurch?) in einen Tiefschlaf verfallen, der anderen Systemen eine riesige Chance bot. Eines dieser Systeme war Movable Type.

2004: Movable Type

Movable Type war mir immer zu behäbig und langsam. Die Oberfläche war überladen und ich fand mich nie wirklich zurecht. Mit Blogger zu Bloggen war, wie wenn man mit einem gut vernetzten Kumpel spricht, der dann die Nachrichten seinen Freunden weitererzählt. Movable Type war eher ein älterer Herr mit einem großen Netzwerk an Kollegen. Die Nachrichtenübermittlung war langsam, aber stetig. Das war vielleicht professioneller, Spaß gemacht hat das aber ganz und gar nicht.

2004-2007: Textpattern

Während ich versuchte, mit Movable Type zurechtzukommen, tauchte ein neues Content Management System (CMS) auf, das versprach, schlanker, schneller und einfacher handhabbar zu sein: Textpattern. Ich lud es auf meinen Server, installierte es in nur wenigen Minuten und die Sache lief.

Textpattern ist ein hervorragendes und sehr sympathisches System. Es arbeitet mit Textile, einer Auszeichnungssprache, die das Verfassen und Formatieren von Texten für das Web erheblich vereinfacht. Für gewöhnlich muss man beispielsweise ein fettgeschriebenes Wort als <strong>Wort</strong> eintippen, mit Textile wurden die beiden <strong> durch ein Symbol ersetzt, wie es auch in Word verwendet wird; um etwas fettgeschrieben darzustellen, tippt man einfach *Wort* ein. Links, Tabellen, Fußnoten – alle häufig verwendeten Auszeichnungselemente wurden von Textile korrekt in HTML konvertiert. Das Schreiben war ein Genuss.

Der größte Vorteil von Textpattern wandelte sich in dessen größten Nachteil: Das System war „fertig“. Es brauchte nichts ergänzt zu werden und was es nicht bot, konnte mit Plugins hinzugefügt werden. Das Programm selbst wurde aber nicht weiterentwickelt, weil es dafür auch keinen Grund gab.

Im CMS-Umfeld jedoch wurde fleißig ein Release nach dem anderen veröffentlicht und irgendwann kam man sich als Textpattern-User etwas hintennach vor. Selbst die treuesten User kritisierten den Stillstand der Dinge. 2007 verlor Textpattern sehr viele User an WordPress, das besonders durch seine schier unendliche Zahl von Plugins und Themes und die kontinuierliche Weiterentwicklung immer mehr an Attraktivität gewann.

2007-2009: WordPress

2007 habe ich mich entschlossen, meine auf Textpattern basierende Seite auf ein neues System umzustellen und importierte die Inhalte in WordPress. WordPress wurde zu meinem neuen Hafen, wenngleich er weniger einem südfranzösischen Yachthafen (das war Textpattern), sondern mehr einem rotterdammer Lageplatz entsprach: Die Möglichkeiten waren praktisch unendlich, doch man musste mit einer hässlichen Oberfläche arbeiten.

Ein Zurück zu Textpattern war jedoch ausgeschlossen. Mittlerweile lag die Entwicklung still und es gab keine Anzeichen, dass das System zu neuem Leben erweckt werden würde. Dean Allen, der Mann hinter Textpattern, hatte das Projekt mittlerweile verlassen und beteiligte sich auch nicht mehr an den Diskussionen zur Zukunft von Textpattern. Was also blieb mir übrig, als bei WordPress zu bleiben? Gar nichts. Unglücklich war ich in dieser Zwangsehe aus Mangel an Alternativen gefangen. Ich habe das auch in mehreren Artikeln beklagt.

Seit 2009: Die Suche nach Alternativen

Der Widerwillen, mit dem ich WordPress benutzte, wurde größer und größer, bis ich 2009 aktiv mit der Suche nach Alternativen begann. Am eigenen Server selbst betriebene CMS kamen immer mehr aus der Mode. Facebook, Twitter und andere Plaudersysteme erlebten einen Aufschwung, während ein CMS- bzw. Blogsystem nach dem anderen für immer von der Bildfläche verschwand. Es gab nach wie vor keine Alternativen.

Sicher, es gab interessante Projekte einzelner „Kämpfer“, hier besonders zu nennen das SimpleLog von Garrett Murray, doch sie alle versprachen keine Langlebigkeit. Diese Projekte waren nicht nur vom Gutdünken eines einzelnen oder eines (sehr) kleinen Teams abhängig, sondern auch von den finanziellen Mitteln dahinter. WordPress konnte sich durchsetzen, weil es aktiv von der Firma des Chefentwicklers – Automattic – weiterentwickelt, beworben, und in Form von WordPress.com finanziell gewinnbringend eingesetzt wurde. Gehosteten Lösungen gehörte die Zukunft, wurde mir mit einem Mal klar. Schade, eigentlich.

Es gab sehr viele gehostete Lösungen für die Anforderungen eines Bloggers. Viele davon verschrien, einige unbrauchbar, wieder andere mit so viel Werbung überladen, dass es peinlich war, dort auch nur ein einziges Wort abzuspeichern. Ein Dienst, der mit schlagartig sympathisch war, war und ist Tumblr.

2010-2011: Tumblr

Tumblr wird von einem kleinen Team betrieben und stellt momentan den besten Mix aus Benutzerfreundlichkeit, Einfachheit der Bedienung, Leistung und Möglichkeiten dar. Tumblr unterstützt Markdown, ein System, das Textile sehr ähnlich ist, von Haus aus. Tumblr blendet keine (unerwünschte) Werbung ein, ermöglicht es aber seinen Kunden/Mitgliedern, selbst Werbung auf den eigenen Seiten zu zeigen. Tumblr erlaubt die vollständige Anpassung der eigenen Designvorlage und bietet zudem eine große Anzahl fertiger Designvorlagen an. Es macht Spaß, mit Tumblr zu arbeiten. Tumblr ist wieder ein südfranzösischer Yachthafen!

Klar, es gibt Nachteile: Die Suchfunktion von Tumblr existiert praktisch nicht, die Darstellung des Archivs ist lächerlich, von Zeit zu Zeit (leider öfter als seltener) fallen die Server wegen Überlastung aus und wer glaubt, mit einer Site auf Tumblr bei Google gut gereiht zu werden, liegt falsch. Dennoch: Ich hatte noch nie so viel Spaß beim Bloggen und Posten wie auf Tumblr.

Ob kurze oder lange Texte, im südfranzösischen Yachthafen schreibt man besser gelaunt als am rotterdammer Lageplatz.

2011: WordPress.com

Mehrfaches Wechseln zwischen Tumblr und WordPress.com hat mich zu WordPress.com geführt. Tumblr, obwohl ich es nachwievor für einen Yachthafen halte, leistet bei weitem nicht, was ich mit all meinen Anforderungen an ein Content Management System habe. Das beginnt bei einer funktionierenden Suche und endet bei der Möglichkeit, Galeriebilder einzeln anzeigen zu können.