Tag 2: Zwei Rundgänge und Jazz in Bangkok

Am Morgen des nächsten Tages (Tag 1: Schlafen und Essen in Bangkok) stand fest, dass wir mit dem Flugzeug in den Süden des Landes fliegen wollten, um keine Zeit zu verlieren. Traumstrände und -inseln sollten erkundschaftet und fotografiert werden, also nichts wie hin!

Ticket

Um zu unserem Ziel, den Phi Phi-Inseln in der Andamanensee zu kommen, kann man von Bangkok entweder nach Phuket oder nach Krabi fliegen und sich von dort mit Bus und Fähre an den Zielort bewegen. Da die Tickets nach Phuket teurer waren als die nach Krabi, die Reisezeit jedoch etwa gleich lang, war die Entscheidung schnell gefällt. Wir überlegten kurz, ob es klug wäre, sowohl den Hin- als auch den Rückflug sofort zu buchen; die für Unentschlossene jedoch sehr freundliche Preispolitik der Thai Airways animierte uns aber dazu, lediglich ein One-Way-Ticket zu kaufen. Ein Tour-Retour-Ticket wäre nur wenig billiger gewesen als zwei One-Way-Tickets. (Bravo, Thai Airways!)

Sobald das E-Ticket ausgedruckt und der Van zum Flughafen gebucht war (Aufstehen am nächsten Tag: 5:00 Uhr!), konnte das Sightseeing in Bangkok beginnen. Um keine Zeit zu verlieren und dabei trotzdem einen angenehmen Tag zu verbringen, entschieden wir uns dazu, den beiden im Lonely Planet vorgeschlagenen Rundgängen zu folgen, dabei jedoch nicht auf die Zeit zu achten und überall dort länger zu verbleiben, wo es uns gefiel, all das auszulassen, was uns weniger interessierte.

Chinatown und Ko Ratanakosin

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Der erste Rundgang führte uns durch das chinesische Viertel (“Chinatown Walking Tour”), der zweite durch das Palastviertel (“Ko Ratanakosin Walking Tour”), wobei wir einige Abstriche bei beiden Touren machten, da uns beide weniger die Zwischenstopps interessierten, die uns Kultur und Leben der Großstadt Bangkok näherbringen wollten, sondern eher die, bei denen dieser Effekt unvermeidbar war: Fast alles, wo Eintritte zu bezahlen waren und Führungen angeboten wurden, haben wir aus den Routen entfernt; im Ia Sae-Café hingegen, das scheinbar nur selten gefunden wird (womöglich, weil die Beschriftung ausschließlich in Thai vorliegt?) und eines der ältesten Kaffeehäuser Bangkoks ist, verbrachten wir lange Zeit, ebenso in den am Fluss gelegenen, von intensiven Gerüchen gezeichneten Vierteln der Route. Erst dort, wo man kaum mehr Englisch spricht, entdeckt man vermutlich die Essenz dessen, was so eine Stadt ausmacht. Oder würde ein Wiener tatsächlich das Würstel im Sacher als für Wien repräsentativ erachten? Wohl nicht!

Besonders gefallen haben uns auf den zwei semi-individuellen Touren…

  • Wat Arun: Alle Wats sind gleich, aber dieses ist gleicher!
  • Ia Sae-Café: Alte chinesische Männer lesen Zeitung, schlürfen stundenlang an ein und demselben Kaffee und ereifern sich in Brettspielen, die es wohl schon zur Kaiserzeit gegeben hat.
  • Der Irrgarten zu Chao Sua Son’s Haus, der durch das chinesische Viertel der Stadt führt und Überraschungen hinter jeder Kehre bereithält.
  • Wat Pho, das es nahezu mit dem (kostenpflichtigen) Palastgelände aufnehmen kann und Unmengen an Fotomotiven bereithält.

Jazz Happens

Jazz Happens, Bangkok

Den Abend verbrachten wir nach einem herrlichen Abendessen bei Hemlock im Jazz Happens, einem der wenigen Lokale an der Pra Artit, in dem der Anteil der Inländer höher ist als der der Ausländer. Live Jazzmusik, Chang-Bier, kostenloses Wi-Fi und die angenehme Atmosphäre im Lokal führten allerdings dazu, dass wir die Zeit vergaßen und erst kurz nach Mitternacht wieder im Hotel waren.

Der Tag war anstrengend, wir haben das Notwendigste erledigt, wir haben die Stadt besichtigt, gut getrunken, hervorragend gegessen und den Abend in angenehmer Atmosphäre verbracht, ohne uns auch nur ein einziges Mal wie Touristen gefühlt zu haben.

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