Kühlschränke mit 25 Jahren Garantie

Über Links zur Verbraucherinitiative „Murks? Nein Danke!“ und zu einem Artikel darüber im Help-Magazin des ORF bin ich auf das Thema „geplante Obsoleszenz“ gestoßen. Geplante Obsoleszenz ist das bewusste Einbauen von Schwachstellen in Produkte, um ihre Lebensdauer zu minimieren. Das ist in vielen Fällen der Grund, warum Geräte kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfristen kaputtgehen.

Interessant ist, dass der Begriff „geplante Obsoleszenz“ auf einen Artikel von Bernard London aus dem Jahr 1932 zurückzuführen ist, in dem er vorschlägt, die Wirtschaftskrise durch eingeplanten Verschleiß von Produkten zu beenden. Den Artikel kann man bei Adbusters nachlesen.

Was hat das alles mit der Überschrift dieses Artikels – „Kühlschränke mit 25 Jahren Garantie“ – zu tun? Geplante Obsoleszenz ist ein strategischer, und damit auch politischer Begriff, der nur im marktwirschaftlichen Kontext Sinn macht. Auf orf.at habe ich diesen Ausschnitt zum Thema gefunden:

Die kommunistische Ökonomie wurde nicht vom freien Markt geregelt, sondern zentral vom Staat gesteuert. Ein ineffizientes System geplagt von Rohstoffmangel – da hatte geplante Obsoleszenz keine Chance.

In der DDR, der effizientesten der kommunistischen Wirtschaftssysteme, verordnete der Staat, dass Kühlschränke und Waschmaschinen 25 Jahre halten mussten.

Helmut Höge, Historiker: „Hier dieser DDR-Kühlschrank, den habe ich 1985 gekauft, der ist also mindestens 24 Jahre alt, und die Glühbirne ist ebenso alt, ich habe sie noch nie ausgewechselt, die ist also auch so mindestens 25 Jahre alt.“

Man kann von der DDR halten was man will, aber: Eine Glühbirne, die 25 Jahre lang hält!

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