Ein anderer Grund, Flickr zu verlassen

Flickr: Berechtigungen ändern

In den letzten acht Jahren habe ich bei Flickr 14.099 Fotos hochgeladen, von denen der Großteil für alle sichtbar, also öffentlich zugänglich war. Neben „öffentlich“ unterscheidet Flickr vier weitere Berechtigungsstufen: Familie und Freunde, nur Familie, nur Freunde und gänzlich privat. In der Theorie bietet so ein System sehr große Flexibilität in Bezug auf die individuellen Präferenzen der auf den Fotos eines Users abgebildeten Personen: „Nein, ich möchte nicht, dass dieses Bild jeder sehen kann, aber die Mitglieder einer Gruppe, die auf Schwarzweißfotografie spezialisiert ist, können es gerne kommentieren, ebenso wie die Personen, die du als Freunde definiert hast.“ – Solchen Interessen mit den vielschichtigen Berechtigungsmöglichkeiten bei Flickr gerecht zu werden, war – und ist – kein Problem.

Was allerdings nicht oder nur mit großem Aufwand möglich ist, ist die auf Dauer ausgelegte Befriedigung dieser Interessen, da sie sich im Laufe der Zeit ändern. Der neue Freund, eine neue Arbeitgeberin, ein neues Selbstbild und die geänderte Wahrnehmung der eigenen Online-Reputation sind nur einige der Gründe, die aus einem „Kein Problem, wenn das öffentlich ist“ ein „Bitte tu das sofort weg, stell dir vor XY sieht das!“ werden lassen.

Und so kamen die E-Mails mit Bitten, dieses und jenes Foto zu entfernen oder zumindest nicht mehr öffentlich einsehbar zu machen. Ein paar Tage später folgten weitere E-Mails mit ganzen Listen von URIs, auf denen Fotos zu sehen waren, die doch vielleicht besser nicht öffentlich sein sollten. Und eine Woche später noch ein paar. Meistens wurde der Wunsch, bestimmte Bilder zu entfernen, durch das routinemäßige Googlen des eigenen Namens ausgelöst.

Beim ersten Mail war das kein Problem. Beim zweiten Mail wurde es mühsam. Und als vor kurzem schon wieder ein E-Mail einlangte, in dem jemand um Entfernung eines Bildes bat, habe ich beschlossen, alle Bilder aus dem Bereich des Öffentlichen zu entfernen und meine gesamte Galerie nur noch Personen anzuzeigen, die ich als Freunde oder Familie deklariert hatte oder die Mitglieder einer thematisch oder sozial fokussierten Gruppe waren.

Von nun an ist meine Flickr-Galerie also kein Stein des Anstoßes mehr: Keine Badefotos, keine Grimassen, keine Exfreunde, kein falscher Eindruck, kein gar nichts. Es gibt keine öffentlich einsehbaren Fotos mehr.