Immer wieder Textpattern

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an Textpattern, das superschnelle, superschlanke und supersichere CMS, das noch vor einigen Jahren WordPress auf Augenhöhe begegnen konnte…

Als Dean Allen, Schöpfer der aufs Schreiben fokussierten Software, das Projekt verließ (und WordPress schon weit eingesetzt und quasi Standard war), übernahm zwar ein Team von Programmierern die Entwicklung, doch die über technische Aspekte hinausgehende Vision ging verloren. Wie dem auch war, ist und sei, habe ich Textpattern gestern wiedereinmal installiert, um mir anzusehen, ob die Hässlichkeit an Backend, die das System vor ein oder zwei Jahren „neu“ verpasst bekommen hat, noch immer vorhanden war oder ob man wenigstens da nachgebessert hatte. Sehr zu meinem Erstaunen sieht die Sache jetzt ganz anders aus: Noch immer wirkt alles ein wenig veraltet, aber das Backend ist gut benutzbar und bietet zumindest die Möglichkeit, zwischen 3 verschiedenen Admin-Themes zu wechseln.

Ein weiterer Punkt, der so lange nicht funktioniert hat, das man getrost „nie“ dazusagen kann, war der Import aus WordPress. Und siehe da, nunmehr funktioniert das problemlos! In einer knappen Minute wurden etwa 1500 Einträge aus WordPress ins Textpattern CMS übernommen und korrekt dargestellt. Klar, Spamkommentare waren ebenso dabei wie automatisch von WordPress gespeicherte Artikelversionen, aber was soll‘s – die Artikel waren da! Die Motivation war groß: Konnte ich das behäbige WordPress endlich verlassen, und mir ein CMS installieren, das Tumblr ähnelte, aber auf meinem eigenen Server funktionierte und Markdown (bzw. Textile) unterstützte? (Ja, Textpattern bietet die Einfachheit der Bedienung, die mir bislang nur bei Tumblr widerfahren ist!) Eigentlich schon, aber…

Ich suchte nach einer Erweiterung, um Markdown anstelle von Textile zu verwenden und wurde in einem von Robert Wetzlmayer programmierten Plugin fündig. Ich kopierte den Plugincode ins dafür vorgesehene Feld in Textpattern und aktivierte das Plugin anschließend. White Screen mit einzeiliger Fehlermeldung. Bei WordPress würde ich nun das nicht funktionierende Plugin per FTP entfernen, woraufhin WordPress es beim nächsten Aufruf deaktivieren würde. Sache erledigt. Bei Textpattern ist das jedoch nicht möglich, da dort Plugins in der Datenbank abgelegt werden. Will man in Textpattern ein Plugin deaktivieren, bedeutet das direktes Bearbeiten der allem zugrundeliegenden Datenbank. Das ist nicht nur schwierig für wenig daran Interessierte, sondern auch höchst fehleranfällig, wenn man nicht exakt weiß, was man tut. – Und ich bin mir sicher, das diese Variante der Problemlösung eher zufällig funktioniert hat.

Ein weiterer Punkt, der Textpattern nur mit sehr viel Enthusiasmus benutzbar macht, ist das Templatingsystem. WordPress speichert seine Template-Dateien in einem Ordner ab, wo man sie mit dafür spezialisierten Programmen (oder einem einfachen Texteditor) bearbeiten kann. Textpattern speichert seine Templates in der Datenbank ab, womit man sie eigentlich nur im Adminbereich innerhalb der CMS-Oberfläche bearbeiten kann. Das ist meiner Meinung nach nicht nur ineffizient, sondern schlichtweg unbenützbar. Textpattern wäre die optimale Plattform für mkln.org, besonders jetzt, wo der Import von WordPress nach Textpattern so einfach und fehlerfrei funktioniert. Es wäre das Äquivalent zu einem selbstgehosteten Tumblr, mit genau den richtigen Zusatzfunktionen, die bei Tumblr so sehr fehlen. Aber sorry, leider – noch immer – nein.

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