Entwicklung (von MailMate) per Crowdfunding sichern

Benny Kjær Nielsen möchte die Weiterentwicklung des von ihm entwickelten Emailprogramms MailMate per Crowdfunding sichern. Statt um Kapital eines großen Players anzusuchen1, holt er sich Kapital von seinen Kunden. Und das auf direktestem Weg:

I want you to help me continue the development of MailMate. In particular, I want you to help me complete and release version 2.0 of MailMate. Email clients are notoriously hard to sell and the current sales of MailMate is not enough to fund future development. […] MailMate is a one-man business. I take care of development, support, homepage, marketing, sales, and now, crowd funding. It’s as personal a business as it can be. Supporting MailMate is to support me and my family.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Ein-Mann-Projekte das größte Potential in puncto Kundenzufriedenheit aufweisen, da sie nicht dem Schema „so passabel als notwendig, so billig wie möglich“ folgen, sondern viel mehr den Anspruch stellen, das beste Produkt zu liefern, das man für einen (fixen) Preis bekommen kann. Wer schon einmal ein Projekt selbst auf die Beine gestellt hat, weiß, wovon ich spreche. Wer seine Projektfinanzierung überwiegend von einem (einzigen) Financier erhalten hat, kennt auch die damit einhergehenden Einmischungen ins Projektgeschehen und den Frust, den ein „Man muss dem Geldgeber gefallen“-Denken mit sich bringt.

Abgesehen vom Fortbestand des meiner Meinung nach besten Mailclients, den man für Mac OS X bekommen kann, ist diese Kampagne gleichzeitig auch ein Lackmustest für den zukünftigen Fortbestand einer lebhaften und gegenwärtig (noch) blühenden Softwarelandschaft. Scheitert dieses Projekt (und noch ein paar ähnliche), ist der Weg zur Zentralisierung der Konzeption von Softwareproduktion gelegt. Beim aktuellen Stand der Dinge verheißt das Gutes für diejenigen, die es toll finden, dass man in den U-Bahnstationen „Zeitungen“ umsonst mitnehmen kann, die für ein paar Cents Rabatt eine Kundenkarte anfordern, oder die emotional verankerten Stolz empfinden, wenn sie ihre Kaffeekapsel-Mitgliedskarte herzeigen können. Schlechtes bedeutet es allerdings für diejenigen, die hinter dem Facebook-, Twitter- und Google-Modell, das den User auf mehrfache Art und Weise als Produkt nutzt, einen Angriff auf die Zukunft des Werkzeugs für die Gestaltung einer Informationsgesellschaft sehen: freie, unabhängige Software.

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