Blick zurück auf „1984“

1983 haben SPIEGEL-Autoren ein Buch geschrieben, in dem der „Orwell-Staat 1984“ auf „Vision und Wirklichkeit“ abgeglichen wurde. Heute sind zwei der Autoren geteilter Meinung über die Gegenwart. Werner Meyer-Larsen sieht die dystopische Zukunft von damals weiter weg als im Jahr 1983, er fragt sich allerdings auch, „ob man sich in den liberaleren Gesellschaften überhaupt [gegen andauernde Durchleuchtung] wehren müsse, wenn man sich nichts zu Schulden kommen lässt“. Danke, setzen!

Hans-Wolfgang Sternsdorff, damaliger Co-Autor und heute als Anwalt tätig, sieht die Sache hingegen ganz anders:

„Die Realität in unserer westlichen Welt ist tausendfach schrecklicher und bedrohlicher, als es die Vision von Orwell aus 1984 je gewesen war.“ Die Privatsphäre sei weitgehend abgeschafft, jeder Persönlichkeitsbereich einsehbar, und niemand könne sich dagegen wirksam schützen. […] Am meisten stört [Sternsdorff], dass die westlichen Gesellschaften weitgehend abgestumpft oder ignorant seien. […] Und auch die epochalen Enthüllungen von Edward Snowden hätten nicht viel hervorgebracht […] „Ein paar Diskussionen von Intellektuellen, aber jedenfalls keine bürgerliche Revolution für die Erhaltung von Menschenrechten und den Schutz der Privatsphäre“

Sic, horribile dictu, est.

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