Der Mauerbau geht weiter: Instant Articles

Facebook hat diese Woche ein neues Produkt namens „Instant Articles“ vorgestellt. Instant Articles soll es Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen ermöglichen, multimedial aufbereitete Artikel rasch an die ungeduldigen Nutzer mobiler Endgeräte zu bringen. Wie und was genau, präsentiert Facebook im oben verlinkten Promo-Beitrag ohnehin.

Was passiert aber tatsächlich? Facebook zeigt nun nicht mehr nur Teaser für auf Drittseiten gehostete Beiträge an, sondern hostet die Beiträge selbst. Obwohl Facebook den Verlagen die Nutzung ihrer eigenen Werbung und ihrer eigenen Statistiktools garantiert, ist das in absoluten Nutzerzahlen nahezu irrelevant. Die Beiträge sind auf der Hardware von Facebook gehostet, damit hat Facebook die Kontrolle über alles, was damit passiert. Die Nutzer werden sich an die nahtlose Integration in die Facebook-App gewöhnen und traditionelle Websites als behäbig empfinden. Facebook integriert also nicht nur Inhalte, sondern absorbiert Teile des Internets.

Dass Medienhäuser wie The Atlantic, The New York Times oder Spiegel Online darauf einsteigen, ist in meinen Augen eine Verzweiflungstat: Facebook verspricht eine technologische Lösung für ein ganz und gar nicht auf Technologie basierendes Problem. „Schnelle Ladezeiten“ sollen das Desinteresse oder das Unverständnis am anspruchsvollen Medienkonsum (seinerseits wieder nur Zugvieh für schön platzierte Werbung) steigern? Wohl kaum.

Willkommen am Anfang vom Ende freier und dezentraler Informationsquellen.

Michael Tsai, frei, unabhängig und kein Medienhaus, hat die wohl beste Zusammenfassung zugehöriger Statements. Sowohl Pro als auch Contra.

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