Richard Stallmans „Gründe gegen…“-Seiten#

Ich mag Richard Stallmans Konzept der „Gründe gegen…“- bzw. „Was ist schlecht an…“-Seiten. Dort trägt er kontinuierlich Gründe gegen die Nutzung eines Service zusammen oder ergänzt Punkte, was schlecht an Firma XY ist, in seinen Listen. Beispiele: Apple, E-Books, Facebook, Google, Uber oder Netflix. (Er kritisiert aber auch Dinge wie Bezahltoiletten.)

Ich habe lange überlegt, wie ich solche thematisch fokussierten Seiten am besten hier auf mkln.org lösen kann. WordPress bietet ja einige Möglichkeiten: Tags, Kategorien oder, tatsächlich, Seiten. Die Liste der besten Kaffees in Wien ist beispielsweise eine Seite, wohingegen meine immerwährende Kritik an Facebook in einem Schlagwort (Tag) zusammengefasst ist. Ich denke, diese Art und Weise der Zusammenfassung ist die bessere, da die thematische Konsistenz ohne viel Aufwand erzeugt wird, wobei mir die völlige Freiheit bleibt, mehr oder weniger präzise der Überschrift einer Seite zu folgen. (Ich kann darüber schreiben, wie Facebook seine auf Nutzerdaten basierenden Marketingmaßnahmen stetig weiter entwickelt und dem Eintrag das Schlagwort „facebook“ zuordnen – und es passt. Auf der Seite zum Thema „Guter Kaffee in Wien“ wäre ein Bericht über die neue Kaffeemaschine im Kaffee X zwar inhaltlich irgendwie zugehörig, aber der Überschrift geschuldet unpassend.)

Bye, bye, Flickr!

Gestern habe ich die letzten meiner insgesamt mehr als 14.000 Fotos und Videos, die ich in den letzten 12 Jahren bei Flickr hochgeladen habe, endgültig gelöscht. Die Aktion hat sich über mehrere Wochen erstreckt, denn einen automatisierten Download für diese Bildmengen gibt es nicht, und fiel mir nicht leicht.

Knapp vorbei…

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Man muss schon ein ruhiges Gemüt haben, um bei dieser Sammlung aus „Knapp vorbei…“-Situationen ruhig zu bleiben. Wer aber schon soweit ist, kann sich der genussvollen Unzufriedenheit hingeben.

Lösche dein Facebook-Konto und geh weg!#

Im New York Magazine empfiehlt Jake Swearingen allen Leserinnen und Lesern, ihre Facebook-Konten zu löschen und den Service endgültig zu verlassen. Er reiht sich mit seinem Argument und seiner detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitung in die lange Schlange von Menschen ein, die gleiches empfehlen.

Facebook has become so omnipresent — over 1.8 billion people worldwide are on the service […] — that leaving can feel a bit like you’ll be missing out. But you’ll still know when the people you truly care about get engaged or have a baby or any of the other things we use Facebook to announce nowadays. You just won’t know when that person you played church-league basketball with has a new kid. And that’s information you can probably live without.

Keine Sorge, du versäumst nichts, was dir nicht ohnehin egal gewesen wäre oder dich nicht gelangweilt hätte. Und ein Tag auf Facebook (und noch einer) hat mir gezeigt, dass dort fast alles egal oder unendlich langweilig ist. Ausbruch aus dem blauen Gefängnis? Bitte hier entlang zu meinem Artikel „Facebook-Konto löschen„.

Suchergebnisseiten ohne Klick

Wir wenden unseren Blick auf Google und andere Suchmaschinen und lesen einen Teil des Abstracts eines Papers von Aleksandr Chuklin und Maarten de Rijke. Unser Fokus liegt dabei nicht auf ihren zwei Fragen, sondern auf der Voraussetzung für die zwei Fragen.

Doderers „Strudlhofstiege“ in Peschinas Hörspielfassung auf Ö1

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Seit ich vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal mit dem Thema Großstadtroman in Berührung gekommen bin, haben mich Erzählungen, in denen die Handlungsorte zur atmosphärischen Dichte der Erzählung beitragen, wenn nicht, wie im Fall der Strudlhofstiege, sogar eine zentrale Rolle (im Sinne von „Akteur“) spielen, fasziniert. Umso mehr freut es mich, dass Ö1 über die Weihnachtsfeiertage Heimito von Doderers „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ in der Hörspielfassung von Helmut Peschina ausstrahlt. Warum? Weil Peschinas Bearbeitung der „Strudlhofstiege“, und da ist sich die Kritik einig, nicht nur die Romanhandlung, sondern auch den Charakter und den Stil des Romans wiedergibt. Und allein das ist, ob man nun das 900-Seiten starke Buch gelesen hat oder nicht, die viereinhalb Stunden Hörgenuss wert.

Die dreiteilige Serie hat gestern um 14 Uhr begonnen und wird heute und morgen auch jeweils um 14 Uhr fortgesetzt. Versäumt hat die werte Leserschaft noch gar nichts, denn jede Sendung kann über die „7 Tage Ö1“-Funktion der Website eine Woche lang nachgehört werden. Es lohnt sich! (Der oben eingebettete Trailer, übrigens, und auch das formuliere ich in direkter Ansprache an die Leserschaft, ist eine Katastrophe, die bestenfalls vom Hörspiel abrät als darauf Lust zu machen. Wer ihn also noch nicht gesehen hat, soll ihn gar nicht abspielen. Das ist wahrscheinlich besser.)

Wir vor 200 Jahren und heute

Max Roser hat die hier abgebildeten 8 Diagramme als Antwort auf die Frage, ob es uns heute besser geht als vor 200 Jahren, zusammengefasst. Die Bevölkerung wird dabei auf 100 Personen reduziert, die Ergebnisse sind eindeutig: Es geht uns verdammt viel besser als vor 200 Jahren.

Die wohl kürzeste Anleitung zur Sicherung von Firefox

Gibt es eine einfachere und kürzere Anleitung zur Sicherung von Firefox als die Serie zur datenschutzfreundlichen Konfiguration des Browsers? Ja, gibt es!

Hier ist die wohl kürzeste Anleitung zur Sicherung von Firefox.

  1. Firefox herunterladen, installieren und als Standardbrowser definieren.
  2. DuckDuckGo in den Such-Einstellungen als Standardsuchmaschine definieren.
  3. HTTPS Everywhere installieren, den Browser neu starten und die SSL-Observatory-Funktion aktivieren.
  4. Privacy Badger installieren.

Dieses Setup benötigt keinerlei Zusatzeinstellungen, setzt auf der ohnehin schon sehr nutzerfreundlichen Standardkonfiguration von Firefox auf und bietet trotzdem nahezu perfekten Schutz vor Tracking und Verfolgung. Wer gar keine Werbung sehen will, installiert zusätzlich noch uBlock Origin.

Kürzer geht’s nicht, echt nicht. (Feedback willkommen!)#

Neues Bedrohungsszenario: Daten#

Die Electronic Frontiers Foundation hat eine vollseitige Anzeige im Wired-Magazin geschalten, die sich gewaschen hat. Sie spricht die Technology Community der USA an und warnt vor den potentiellen Möglichkeiten, die Protokolldateien und andere, der Datensammlung nützliche Informationen, der neuen US-Regierung bieten würden. Gegen die Nutzung dieser Daten sollen sich Technologie-Unternehmen wehren, indem sie

  1. sämtlichen Datenverkehr verschlüsseln,
  2. alle Logs so bald als möglich löschen,
  3. jedes Monitoring ihrer Nutzer und jede Zensurmaßnahme publik machen und
  4. notfalls mit Hilfe der Gerichte für Nutzerrechte kämpfen.

Ausführlicher können die hier genannten Punkte in einem Artikel mit dem Titel „Tech Companies, Fix These Technical Issues Before It’s Too Late“ auf der EFF-Seite nachgelesen werden. Blöd, dass das Geschäftsmodell der allergrößten Technologieunternehmen genau auf dem Sammeln von Daten basiert.

Chicken or Fish? Egal, Hauptsache jung, nicht zu groß oder zu schwer, mit makelloser Haut, unter 30 und nicht verheiratet.

Die Aufgabe einer Stewardess ist es, (a) für die Sicherheit, sowie den (b) reibungslosen und (c) komfortablen Ablauf eines Fluges in der Passagierzelle des Flugzeugs zu sorgen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn aber genug Menschen verfügbar sind, der Job begehrt und die Konkurrenz groß ist, dann wird die Stewardess zum Objekt und nach sexualisierten Kriterien ausgewählt, so ein Bericht im Gulliver-Blog des Economist: Keine X- oder O-Beine, nicht zu dick oder zu dünn, nicht zu groß oder zu klein, schöne Haut, am besten nicht verheiratet, und keinesfalls älter als 30 Jahre.