Doderers „Strudlhofstiege“ in Peschinas Hörspielfassung auf Ö1

Seit ich vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal mit dem Thema Großstadtroman in Berührung gekommen bin, haben mich Erzählungen, in denen die Handlungsorte zur atmosphärischen Dichte der Erzählung beitragen, wenn nicht, wie im Fall der Strudlhofstiege, sogar eine zentrale Rolle (im Sinne von „Akteur“) spielen, fasziniert. Umso mehr freut es mich, dass Ö1 über die Weihnachtsfeiertage Heimito von Doderers „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ in der Hörspielfassung von Helmut Peschina ausstrahlt. Warum? Weil Peschinas Bearbeitung der „Strudlhofstiege“, und da ist sich die Kritik einig, nicht nur die Romanhandlung, sondern auch den Charakter und den Stil des Romans wiedergibt. Und allein das ist, ob man nun das 900-Seiten starke Buch gelesen hat oder nicht, die viereinhalb Stunden Hörgenuss wert.

Die dreiteilige Serie hat gestern um 14 Uhr begonnen und wird heute und morgen auch jeweils um 14 Uhr fortgesetzt. Versäumt hat die werte Leserschaft noch gar nichts, denn jede Sendung kann über die „7 Tage Ö1“-Funktion der Website eine Woche lang nachgehört werden. Es lohnt sich! (Der oben eingebettete Trailer, übrigens, und auch das formuliere ich in direkter Ansprache an die Leserschaft, ist eine Katastrophe, die bestenfalls vom Hörspiel abrät als darauf Lust zu machen. Wer ihn also noch nicht gesehen hat, soll ihn gar nicht abspielen. Das ist wahrscheinlich besser.)

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