Über die Milliardenstrafe für Google

Evgeny Morozov hält die Milliardenstrafe der EU-Kommission für Google für in Ordnung, weist aber daraufhin, dass sie keine nachhaltige, längerfristige oder richtungsweisende Lösung ist. Google, eigentlich der Mutterkonzern Alphabet, macht sich nämlich schon längst auf, die aus der Datensammlung der letzten Jahre gewonnenen Erkenntnisse zu Geld zu machen.

Auch wenn Alphabet noch immer sehr viel Geld mit dem Verkauf von Anzeigen bei Google-Suchergebnissen verdient, konzentriert man sich inzwischen eher auf lukrative Geschäfte mit den bereits gesammelten Daten, die verarbeitet und in künstliche Intelligenz (KI) verwandelt werden sollen. […] mit diesen Daten [kann Alphabet] Dienste konstruieren, meist auf Basis von KI, die sie an Regierungen oder Unternehmen verkaufen können. Hier kommt es vor allem auf die Quantität an: Je mehr Daten Alphabet hat, je mehr man damit neue Produkte schaffen kann, desto weiter wird das Unternehmen auch im Wettbewerb sein, wenn es darum geht, Cyberattacken zu erkennen, Krebs zu heilen oder das Altern zu verlangsamen. Alphabet, ausgerüstet mit fortgeschrittenen, datenintensiven Produkten, kann solche Anwendungen verkaufen wie jedes andere Unternehmen auch. Die New Economy mit ihrem Gratisversprechen wäre dahin.

…und wenn Steuerzahler in Zukunft Lizenzkosten für die Nutzung einer mit ihren Daten trainierten KI berappen werden müssen, dann, ja erst dann wird ihnen klar werden, wieviel ihre Daten damals wert waren.

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