Airbnb verändert Hausgemeinschaften (in Wien)

Airbnb entzieht dem Wohnungsmarkt in Wien etwa 2.000 Wohnungen. Bei Durchsicht der Angebote in Wien und bei der Lektüre des Artikels wird wiedereinmal klar, dass „das kleine, unbenutzte Zimmer, welches ein wenig zum Einkommen beitragen kann, wenn man es an Reisende vermietet,“ zwar einigen wenigen ein wenig hilft, aber in der Praxis nahezu irrelevant geworden ist.

Von der Grundidee, dass Privatpersonen ein zusätzliches Zimmer günstig vermieten und Touristen vom persönlichen Kontakt zu ihren Gastgebern profitieren, [ist] die heutige Praxis der Unterkunftsvermittlung weit entfernt […] Nur bei einem Prozent aller Airbnb-Angebote in Wien handelt es sich […] um ein Zimmer, das sich ein Gast mit seinem Gastgeber teilt […] Das Gros machen mit etwa 70 Prozent Wohnungen aus. […] davon wiederum [werden] rund 40 Prozent dauerhaft durch die Vermietung auf Airbnb dem Wiener Wohnungsmarkt entzogen […]. Dies sind etwa 2000 Wohnungen.

Ein Aspekt, der im Artikel kurz erwähnt wird, ist die Auswirkung von über Airbnb vermieteten Unterkünften auf Wohngegenden und Hausgemeinschaften: „Hausbewohner würden plötzlich in einem Hotel wiederfinden, Konflikte entzündeten sich am Lärm, an höheren Betriebskosten und dem Umgang mit Müll.“ Ja, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Ich habe Wohnungsschlüssel in meinem Postfach gefunden; immer wieder muss ich mitten in der Nacht aufstehen, weil ein Gast versucht, meine Wohnungstür aufzusperren; wenn zwei Vermietungen dicht aufeinander folgen, wird mitten in der Nacht (und hier sprechen wir von einer Zeitspanne zwischen Mitternacht und etwa 3 Uhr) gereinigt, ich höre den Staubsauger und das Verschieben der Möbel. – So hat sich das wohl niemand vorgestellt.

Obwohl ich der Grundidee von Airbnb nicht abgeneigt bin, so beeinflusst das Geschäftsmodell doch auch Unbeteiligte. Und in dem Moment sehe ich einer schärferen Regulierung durchaus positiv entgegen, denn natürlich ist auch hier die ursprüngliche Idee in einen versteckten Professionalismus pervertiert, der sich die Vorteile des noch unregulierten Felds zunutze macht.

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