Das Facebook-Spiel in 3 Akten. Diesmal: Organische Reichweite nativer Inhalte

Letzten Donnerstag hat Facebook einen Feldversuch gestartet, in dem alle Beiträge von Contentprovidern (wie zB Buzzfeed, Huffington Post, usw.) gefiltert und in einem eigenständigen, zweiten Feed angezeigt werden. Das ist ein Bruch mit der bisherigen Vorgangsweise, in der Facebook-Posts zwar versteckt, nicht aber nativer Content vom langweiligen Gebrabbel von Freunden und Familie getrennt wurde.

A new system being trialled […] sees almost all non-promoted posts shifted over to a secondary feed, leaving the main feed focused entirely on original content from friends, and adverts. The change has seen users’ engagement with Facebook pages drop precipitously, from 60% to 80%. If replicated more broadly, such a change would destroy many smaller publishers, as well as larger ones with an outsized reliance on social media referrals for visitors.

Facebook kommentiert die Trennung wie immer mit Verweisen auf die Nutzer und hängt in seinem Statement noch eine Wortwolke von Lebenszeit stehlenden Sätzen dran, die ohnedies jeder von uns als den Bullshit erkennt, mit dem der Konzern Änderungen, hinter denen fast schon grundsätzlich eine Form der Einschränkung organischer Möglichkeiten zur Trafficgenerierung steht, begründet wird. Selbstverständlich gibt es auch diesmal die Option, die Auswirkungen der Änderung des Facebook-Algorithmus auf das eigene Angebot abzuschwächen; gegen Bezahlung, versteht sich. So ist es auch diesmal wieder möglich, sich in den auf Freunde und Familie beschränkten Newsfeed einzukaufen.

The change does not seem to affect paid promotions: those still appear on the news feed as normal, as do posts from people who have been followed or friended on the site. But the change does affect so called “native” content, such as Facebook videos, if those are posted by a page and not shared through paid promotion.

In anderen Worten: Facebook hat sein übliches Spiel in drei Akten wieder einmal bravourös durchgezogen und abermals sieht sich jeder, der auf Facebook als Netzwerk setzt, zur Kasse gebeten. Zuerst gewährt der Konzern Onlineangeboten organische Reichweite innerhalb seines Netzwerks. Dann bietet Facebook höhere Reichweiten (aber nur) gegen Bezahlung an. Und am Schluss muss man dafür bezahlen, überhaupt irgendwo angezeigt zu werden. Das ist der Inbegriff der Inversion von Netzneutralität. Aber: Aufregen ist nicht erlaubt, denn Facebook ist Privatgrund.

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