COVID-19, Tag 2: Hamstern

Samstag, 14. März 2020, Tag 2 der Coronavirus-Pandemie. Beim Hofer stehen Schlagen vor allen drei Kassen, leere Regale bei Billa, Interspar und anderen Supermärkten. Der Lidl in der Stiftgasse scheint gut bestückt zu sein, dort gibt es noch fast alles. Der Markt in der Langegasse ist geöffnet, ebenso die meisten Coffeeshops. Mit der gestrigen Ankündigung, dass Lebensmittelläden zu den regulären Öffnungszeiten geöffnet sein werden und Lokale, Bars und Restaurants ohnehin bis 15 Uhr, hat sich die Lage, was das angeht, etwas entspannt. Weniger entspannt sieht es in Geschäften aus, von denen man weiß, dass sie ab Montag geschlossen sein werden. Zocker kaufen noch die neueste Konsole, Bücherliebhaber besuchen noch schnell die Buchhandlung des Vertrauens. Ich habe einen Newsletter von Bio Frische bekommen (ein Lieferdienst für indisches Essen): 10% Rabatt bis Ende März, was denen wohl eh egal sein kann, weil sie, denke ich, das Geschäft ihres Lebens machen werden. Dennoch wirken die Straßen ruhiger auf mich. Zumindest hier in Wien ist, vor allem am Abend, weniger los als es sonst an einem Samstag Abend der Fall ist. Die Pizzeria ums Eck, normalerweise knackevoll, ist leer. Sie wird morgen den Betrieb einstellen. Bis auf Widerruf. Niemand glaubt hier, dass die Regelung für Restaurants „bis 15 Uhr“ halten wird.