Microsoft zeigt auf die Anderen

Google? Nein, Microsoft hat die bessere Kommunikationsstrategie, wenn es um die Selbstdarstellung als datenschutzfreundliches Unternehmen angeht. Überall werden die Produkte des Softwareriesen genutzt, niemand aber setzt Microsoft derselben Kritik aus, der Facebook oder Google ausgesetzt sind – während Microsoft offenbar keinen Deut besser dasteht.

Microsoft, which has largely escaped criticism, is knee-deep in services for law enforcement, fostering an ecosystem of companies that provide police with software using Microsoft’s cloud and other platforms.

Und gegen Ende des Artikels dann der entscheidende Punkt:

Microsoft’s public relations strategy is designed to mislead the public by veering attention away from its wide-ranging services to police. Instead, Microsoft […] urges the public to focus on facial recognition regulation and the issue of Microsoft’s own facial recognition software, as if their other software and service offerings, partnerships, concepts, and marketing are not integral to a whole ecosystem of facial recognition and mass surveillance systems offered by smaller companies.

The Microsoft Police State: Mass Surveillance, Facial Recognition, and the Azur Cloud, Michael Kwet (The Intercept)

Ich habe mir nichts anderes erwartet, habe mich aber immer über die forsche Zurechtweisung etlicher Kolleginnen und Kollegen gewundert, wenn ich es gewagt habe, auch Microsoft in einem Atemzug mit Facebook und Google zu nennen. Aber ich denke, der Zwang, Produkte von Microsoft zu nutzen – und sei es nur Word oder Excel – lässt eine Art pragmatische Bindung zwischen Softwarehersteller und Nutzer entstehen, die auch die Verteidigung der Entscheidung für die Software beinhaltet, aus der wiederum die Verteidigung für den Konzern erwächst.