COVID-19, Tag 233: Ultima-Maßnahme

Samstag, 31. Oktober 2020, Tag 233 der Maßnahmen gegen die Verbreitung zur Eindämmung des Coronavirus. Es wird wieder ernst, der zweite Lockdown wurde angekündigt. Wir haben es nicht geschafft, das Virus ist außer Kontrolle, es bedarf einer Ultima-Maßnahme. Wir haben es nicht geschafft, weil dieses Wir im konkreten Anlassfall keine Abstraktion darstellt, sondern tatsächlich den Gedanken einer gegenseitigen Abhängigkeit in sich trägt. Wir haben es nicht geschafft, weil es das Wir nur am Papier gibt. Und das macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar.

Es fällt uns enorm schwer zu verstehen, dass ein Mund-Nasenschutz nicht uns selbst (also: mich) sondern primär die Anderen (also: dich) schützt und dass wir aber im gleichen Atemzug vom Schutz der Anderen abhängig sind. Die Maske tragen wir für die Anderen, nicht für uns. Eine Gesellschaft, die das Ich, Ich, Ich kultiviert und zur Maxime ihres Handelns erhoben hat, kann soetwas nicht verstehen. – Ebensowenig Menschen, die „jetzt noch schnell vorm zweiten Lockdown“ Party machen, Essen gehen, Freunde treffen oder sich sonst irgendwie in Gruppen zusammenfinden. In der diesem Gedanken zugrundeliegenden Vorstellung gibt es ein anderes, imaginiertes Wir und es ist nicht das, von dem wir sprechen. Uns wird schon nichts passieren, ist hier der falsche Leitgedanke.

Am Nachmittag war ich bei Billa. So viel Alkohol, wie ich bei einigen im Einkaufswagen gesehen habe, sehe ich sonst eigentlich nur in Vorbereitungen fürs Neujahrsfest. – Happy Lockdown, euch allen!