COVID-19, Tag 386: Lockdown 4. Und Restaurants.

Freitag, 2. April 2021, Tag 386 der Corona-Pandemie. Seit gestern gibt es in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland den vierten Lockdown, in Wien sogar mit FFP2-Maskenpflicht im Freien (auf einigen Plätzen). Es gilt eine Ausgangsbeschränkung rund um die Uhr, also alles wie schon damals im ersten Lockdown, nur heißt es diesmal „Osterruhe“.

Lockdown 4: Läufer auf leeren Straßen in Wien

Auf den Straßen ist deutlich weniger los, das kann ich nicht abstreiten. Auffällig ist, wie sehr man sich schon an die Verhaltensregeln gewöhnt hat: Man wird nicht mehr argwöhnisch angesehen, wenn man beim Hofer zwei Meter Abstand an der Kassa lässt oder wenn man am Gehsteig zur Seite steigt, damit andere mit deutlich mehr Abstand als es noch zu Beginn des Jahres 2020 üblich war, an einem vorbei gehen können. Und man kann endlich in der U-Bahn eine Vierergruppe für sich allein beanspruchen. Ganz im Sinne der Abstandswahrung. Endlich ist legitimiert, was wir alle insgeheim immer schon als Regel angesehen haben.

Ich frage mich, wie es den Besitzern von Lokalen, Fitnesscentern, Tanzschulen, Konzertsälen, Kinos und anderen Betrieben geht, die seit nunmehr einem Jahr – manche ohne Pause, andere immerhin mit einer kurzen Unterbrechung im Sommer – geschlossen sind. Was macht die junge, vietnamesische Unternehmerin, die unten am Eck ein Lokal geführt hat und sich nicht in ein Takeaway umgewandelt hat? Was tut sie, was macht ihr Personal den ganzen Tag? Ihr Bruder arbeitet in einem Hotel, soweit ich weiß – gleiches Problem. Vater und Mutter auch im Lokal, also auch nichts zu tun, momentan. Es scheint, gerade bei Restaurants, ohnehin nur drei Optionen zu geben:

  1. Man startet den Gassenverkauf und hält so zumindest die Küche am laufen.
  2. Man liefert sich Mjam, Lieferando & Co. aus, bezahlt aber angeblich horrende Provision an die Lieferdienste und muss das Lokal auf eine andere Art von Betrieb umstellen.
  3. Man sperrt zu, bis der Spuk vorbei ist.

Die meisten wählen die Optionen 1 und 2, sie, die junge Vietnamesin, hat sich für 3 entschieden. Ich bin gespannt, wie und ob es das Lokal nach der Pandemie noch geben wird. Mal sehen.

5 Gedanken zu „COVID-19, Tag 386: Lockdown 4. Und Restaurants.“

  1. Will man einen spezifischen Post teilen, wird ein anderer anstelle des gewünschten geteilt.
    Ich wollte „Musik. Dann Crescendo.“ teilen und es hat sich immer der Link zu diesem aktuelle Post in twitter geöffnet ‍♀️

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