Peter Sloterdijk im Interview: Austritt aus der Wirklichkeit

taz Futurzwei im Gespräch mit dem Philosophen Peter Sloterdijk über den „Austritt aus der Wirklichkeit„. Anlassfall: eine Sammlung von Leserbriefen, die die beiden Journalisten Peter Unfried und Harald Welzer gemeinsam mit dem Philosophen analysieren. Die Eingangsfrage:

Wir haben hier einen Brief von enttäuschten Lesern, die sich abwenden von dem, was wir als Vernunft verstehen, und zu den Corona-Protesten konvertieren. Wenn man das liest, denkt man, sie konvertieren von sich selbst zu etwas anderem. Uns interessiert, wie es genau funktioniert, dass angesichts einer krisenhaften Entwicklung Leute so wegkippen oder die Seite wechseln. Dem Sozialpsychologen fällt nichts dazu ein. Deshalb fragen wir den Philosophen.

Ein äußerst lesenswertes Interview, das ich, anlassfallbedingt, als Tag 389 der Pandemie hier eingliedern wollte, was ich aber unterlassen habe, da das Interview weit mehr als nur einen Blick auf das, was man unter dem Slogan „Anti Corona“ zusammenfassen kann, wirft. Trump und der Sturm aufs Kapitol, das Märtyrertum des mit dem Flugzeug abgestürzten, polnischen Präsidenten – wie gesagt, „Austritt aus der Wirklichkeit„.