Wix ist in den WordPress-Schlagzeilen

Wix fährt gerade eine Kampagne gegen WordPress. Die Themen: Updates, Backups, Plugins. – Wie, was? Na in etwa so:

Matt Mullenweg reagiert auf die Werbung. Na und? Nein, er reagiert:

Wix is a for-profit company with a valuation that peaked at around 20 billion dollars, and whose business model is getting customers to pay more and more every year and making it difficult to leave […] They are so insecure that they are also the only website creator I’m aware of that doesn’t allow you to export your content, so they’re like a roach motel where you can check in but never check out. Once you buy into their proprietary stack you’re locked in.

Wix and Their Dirty Tricks

Es stimmt schon, was Matt Mullenweg da sagt. Wix hat so dermaßen viele Nachteile, dass es nur sehr wenige Fälle gibt, in denen ich die SaaS-Plattform empfehlen würde. Aber… egal, was man von der Werbung hält, ein Fünkchen Wahrheit ist dran. Eine etwas anspruchsvollere WordPress-Installation, vor allem eine, die ein E-Commerce- oder E-Learning-Modul enthält, verursacht großen Wartungsaufwand, den man als Betreiber einer Website/Plattform miteinberechnen muss.

In den meisten Fällen ist das oben im Video beschriebene Problem tatsächlich die Ursache für (unerwartete) Ausfälle: Das eine Plugin wird aktualisiert und ein anderes funktioniert deshalb plötzlich nicht mehr. Dann vergehen ein paar Tage oder sogar Wochen, bis das andere nachzieht und die Kompatibilität wiederherstellt – und das im laufenden Betrieb einer Website. Das ist dann schon eher ungut. Und es wird nicht gerade besser, wenn der schlimmste Fall eintritt, nämlich, und leider war ich in letzter Zeit öfter damit konfrontiert, dass ein an sich häufig genutztes und qualitativ durchaus hochwertiges, gut gepflegtes Plugin überhaupt eingestellt wird.

Lässt sich jemand, der eine Website betreibt, also nicht darauf ein, für seine Individuallösung auch ein laufendes Budget bereitzustellen, um genau diese Probleme abzufangen, dann, nun ja, spricht schon viel für eine gehostete Plattform. Andererseits ist natürlich auch klar, dass so etwas wie eine Individuallösung bei den meisten Plattformen gar nicht erst möglich ist. Denn dort gilt: Nimm, was wir anbieten, oder geh woanders hin.

Würde ich jetzt aber angesichts der oben genannten Nachteile zu Wix raten (oder von WordPress abraten)? Niemals. In dem Moment, in dem man die Kontrolle an einen Drittanbieter (-Service) abgibt, ist es vorbei und man passt sich immer mehr der Schablone an, die dieser Service einem vorgibt. Und es gibt immer eine Schablone.

¯\_(ツ)_/¯