Waneella: Nice View

Nice View von Waneella. Hier ist einiges anders als sonst, die Perspektive, das Motiv und ganz besonders die Musik, aber nicht unbekannt und dem Stil immer noch treu. In den Kommentaren auf YouTube ist – zurecht – die Rede von Blade Runner Vibes, die beim Betrachten des Bildes, vor allem aber beim Hören des Soundtracks aufkommen.

Den Stil haben wir bei Waneella schon gesehen. In Empty Spaces, Air und Heat kommt der extreme Weitwinkelblick schon zum Einsatz, wenn auch nicht mit diesem dramatischen Faktor wie hier in Nice View. Die Musik, hingegen, ist komplett neu. Die hat es bislang so nicht gegeben. Ich habe mir beim Hören zum ersten Mal gedacht, dass das, was normalerweise ein Tonraum ist, fast schon melodisch wirkt und – ich gebe es zu – es war für mich ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Wenn die akustische Abstraktion verloren geht, wirkt die bildliche störend.

Nice View hinterlässt aber dann doch seinen Eindruck, denn was ist es, was wir hier sehen? Ein Blick ins Leere von einem Hafen, einer Brück, jedenfalls von einem Raum inmitten von Infrastruktur aus? Alles läuft auf Lebenserhaltung, nichts bewegt sich, der Trubel ist vorbei. Ein melancholischer und wenig Hoffnung versprechender Abschluss dieses Jahres. Melancholisch und drückend wie der Soundtrack zur Pixel Art, der den wohl drückendsten Abschluss seit langem hat.