John Gruber weist auf einen interessanten Punkt in Bezug auf die Voraussetzung von Matthew Inmans Kritik gegenüber mit KI generierter Kunst hin, in der es ja um die Wahrnehmung dieser Kunst geht, die sich ändert, sobald man über ihren Entstehungsprozess oder die dahinter stehenden Personen bescheid weiß.
If your opinion about a work of art changes after you find out which tools were used to make it, or who the artist is or what they’ve done, you’re no longer judging the art. You’re making a choice not to form your opinion based on the work itself, but rather on something else. […] Stanley Kubrick said, “The test of a work of art is, in the end, our affection for it, not our ability to explain why it is good.” If an image, a song, a poem, or video evokes affection in your heart, and then that affection dissipates when you learn what tools were used to create it, that’s not a test of the work of art itself. […] I think most “AI art” today completely sucks. But not because it was made using AI generation tools. It just sucks period. Good art is being made with AI tools, though, and more — much more — is coming.
John Gruber
Da ist natürlich etwas dran. Aber auch etwas dran ist, dass ich auf rationaler Ebene John Gruber bzw. Stanley Kubrick recht geben muss, auf emotionaler allerdings Matthew Inman. Womit sich die Argumentation plötzlich im Kreis dreht und die für die Kritik verantwortliche, ja, sie auslösende Prämisse zum stärksten Gegenargument für die Kritik selbst wird.
Wenn Kunst anhand unserer (emotionalen) Reaktion auf das Werkstück bewertet werden soll (und nicht anhand des Wissens um seine Entstehung), die Entstehung selbst aber integraler Teil des künstlerischen Arguments am Werkstück bildet, somit das abschließende Werk nicht mehr nur aus dem Objekt selbst, sondern zu gleichen Teilen auch aus seinem Entstehungsprozess besteht, dann wird die emotionale Reaktion auf beide wiederum legitim.
Kunst ist so ein freakingly faszinierendes Element unseres menschlichen Daseins, weil es solche Diskussionen möglich macht. Und wenn wir uns ehrlich sind, sind sie es, die die ganze Sache so richtig interessant machen.
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