SUVs sollen den Unfallgegner töten

Wer einen SUV kauft, will, dass der Unfallgegner nicht überlebt, so das Satiremagazin The Onion. Das Argument, mit weniger Absicht, dafür weit weniger satirisch gemeint, kenne ich.

Im Satiremagazin The Onion heißt es zum Thema SUV ganz im Stil von The Onion:

A conscientious SUV shopper […] confirmed […] that she just wanted something that would kill the family in the other car if she got into an accident. „All I’m looking for is a sturdy, reliable vehicle that […] could turn anything else on the road into a fiery, tangled mess of metal and flesh. […] The last thing I want is a flimsy sedan that takes out Mommy and Daddy in the front seat but leaves behind a couple of orphans in the back.“

The Onion

Es ist The Onion. Es ist ein Satiremagazin. Das Argument, das The Onion als Satire in einen Artikel verpackt hat, ist aber gar nicht so weit hergeholt. Ich habe es in meinem weiteren Umfeld bereits so ähnlich, nämlich ohne Absicht, dafür aber mit weit weniger Satire, gehört.

Ein wohlhabender Vater hat seiner im Autofahren wenig talentierten Tochter ein SUV-Monster geschenkt, „damit zumindest ihr nichts passiert“. Sie hat damit bereits mehr als ein Dutzend teils schwere Unfälle gehabt und es ist nicht selten Ungutes passiert, wenn sie unterwegs war; allerdings nur für die Unfallgegner, sie selbst ist mit ein paar Schürfwunden und Kratzern davongekommen oder hat – auch das gab es – nicht einmal mitbekommen, dass ein Mensch zu Schaden gekommen ist. Die Unfallgegner hatten mit teilweise monatelangen Spitalsaufenthalten zu kämpfen. In zwei Fällen kam jegliche Hilfe zu spät. Sie ist jedes Mal fein raus. Auflage hier, Auflage da, der Anwalt der Familie hat gute Dienste geleistet.

Seitdem ihr Vater gestorben ist, fährt sie Taxi. Sie will sich die Kosten für den Anwalt mangels eigenem Einkommen nicht mehr leisten. Und ihr Erbe „dafür“ aufzuwenden ist ihr zu schade. Ja, dieses „dafür“ ist mit genau jener Verachtung zu lesen, die auch die Tochter und Erbin empfindet und damit die Wertlosigkeit in den Leben ihrer Unfallgegner zum Ausdruck bringt. „Dafür“ bezieht sich auf diese „Unnötigen“, die im Weg stehen, mit dem Fahrrad unterwegs sind oder bei Grün die Straße überqueren wollen, obwohl sie doch gehupt hatte oder ganz klar und offensichtlich war, dass sie hier jetzt vorbeifahren wollte. Haben die keine Augen im Kopf?!

Sie fährt Taxi, um sich Geld zu sparen, nicht aus Einsicht über ihr mangelndes Fahrvermögen. Und den SUV hat sie immer noch.

Auch wenn dieser Fall der einzig mir bekannte ist, so bin ich fest davon überzeugt, dass einige geschenkte Fahrzeuge, sei es für besonders junge oder besonders alte Menschen, mit dem Hintergedanken, den auch der besagte Vater hatte, ausgewählt wurden und werden. So weit ist der Artikel in The Onion also gar nicht von der Realität da draußen entfernt. (Link zu The Onion via kottke.org.)

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