Der Linguist und Kognitionswissenschaftler George Lakoff hat einen Artikel über den Einfluss des Standpunkts auf das Vokabular und die damit assoziierten Umstände, Kausalitäten und Handlungsimperative verfasst. Am Beispiel der Aussage Donald Trumps, 75 Prozent der „Regulierungen“ abzuschaffen, veranschaulicht Lakoff, wie die Wahl des Begriffs „Regulierungen“ diese Aussage positiv erscheinen lassen kann.

The term “regulation” is framed from the viewpoint of corporations and other businesses. From their viewpoint, “regulations” are limitations on their freedom to do whatever they want no matter who it harms. But from the public’s viewpoint, a regulation is a protection against harm done by unscrupulous corporations seeking to maximize profit at the cost of harm to the public.

Imagine our minority President saying out loud that he intends to get rid of 75% of public protections. Imagine the press reporting that. Imagine the NY Times, or even the USA Today headline: Trump to Eliminate 75% of Public Protections. Imagine the media listing, day after day, the protections to be eliminated and the harms to be faced by the public.

Meine Güte, Framing ist so ein altes Ding, und dennoch „packen wir es noch einmal richtig an“ während derjenige, der uns diese Floskel entgegenwirft, an „sweating your assets“ denkt.

Bei Basecamp wird von Anfang Mai bis Ende August nur von Montag bis Donnerstag gearbeitet. Einerseits ermöglicht der zusätzliche freie Tag, mehr Zeit mit der Familie oder mit Freunden zu verbringen. Andererseits schult sich das gesamte Team während der Sommermonate darin, die Arbeit besser zu priorisieren und dadurch effizienter zu erledigen.

When we say 4-day work weeks (32 hours), we mean it. We aren’t cramming 40 hours into 4 days. This is essential to our practice of Summer Hours. Why? The key is in the constraint. Removing a day each week forces you to prioritize the work that really matters, and let the rest go. It’s not about working faster, but learning to work smarter. It’s about honing your prioritization, scope hammering and judo skills.

Mir gefällt diese Idee und ich denke, dass alle Unternehmen, die nicht unmittelbar mit Kunden zu tun haben, eine 4-Tage-Woche oder ein ähnliches System einführen könnten. In keiner einzigen Firma, die ich in den letzten 10 Jahren besucht habe, gab es nicht mindestens eine Person, die sich durch den Arbeitstag gelangweilt (und ihn de facto auf Facebook verbracht) hat. – Ein Problem kann mit so einem Vorschlag also nur haben, wer außer dem beruflichen über kein Leben verfügt.

Das Windows 10-Hintergrundbild ist keine computergenerierte Grafik, sondern eine aufwändig hergestellte Fotografie. Da steckt gedankliche Arbeit und materieller Aufwand dahinter. Das gefällt mir, auch wenn ich Windows 10 selbst nicht benutze und mir das Hintergrundbild nur vom Vorbeigehen bekannt ist. (via @danimrich)

Ein Gedankenexperiment in der New York Times: In „Which Tech Giant Would You Drop?“ sollen die Leserinnen und Leser auswählen, welche der fünf Tech-Giganten (Alphabet, Apple, Microsoft, Facebook, Amazon) sie in welcher Reihenfolge verlassen würden. Meine Reihung war: Facebook, Microsoft, Amazon, Apple und zuletzt Alphabet.

Facebook ist von Anfang an ein Problem gewesen. Und es wird immer ein Problem bleiben. Wäre Facebook nicht, wäre das Leben jeder Person auf diesem Planeten lebenswerter. Obwohl sich Microsoft momentan sehr bemüht, steht das Unternehmen bei mir als zweites auf der Abschussliste. Powerpoint und Word starte ich hin und wieder, Excel gelegentlich, aber ich brauche keines der Programme; es gibt guten Ersatz. Ich kaufe nur sehr selten bei Amazon ein, der Onlinehändler wird mir also nicht abgehen. Die Entscheidung für Apple vor Google war nicht leicht, aber Google (bzw. Alphabet) ist einfach wichtiger und relevanter für mich. Zur Not kann ich mir auch mit einem Surface oder einem anderen Gerät Zugang zum Netz verschaffen. Dort aber ohne Google, vor allem aber ohne YouTube oder Analytics zu sein, wird schwierig. Meine Haltung zu Alphabet ist mehr als kritisch, aber ohne Alphabet geht online fast gar nichts.

Von allen, die die Seite der NY Times besucht und dort die Reihenfolge angegeben haben, entschieden sich 56% so wie ich, nämlich Facebook als erstes zu verlassen, 22%, ebenso wie ich, Microsoft als zweites, dann 10% für Apple, 6% für Amazon und 5% für Alphabet. Liest man die Daten andersrum und sieht nach, welchen Giganten sie zuletzt verlassen würden, dann liegt Alphabet mit 39% an erster Stelle, Apple mit 34% an zweiter, gefolgt von Amazon (13%) und Microsoft (11%). Facebook würde nur 1% zuletzt verlassen. Das ist gut so.

Diese interaktiven Visualisierungen fundamentaler, statistischer Konzepte sind wirklich gut gemacht.

Statistics is quickly becoming the most important and multi-disciplinary field of mathematics. […] Statistical literacy is essential to our data driven society. Yet, for all the increased importance and demand for statistical competence, the pedagogical approaches in statistics have barely changed. […] Seeing Theory visualizes the fundamental concepts covered in an introductory college statistics or Advanced Placement statistics class.

Auf Englisch klingt es natürlich viel lässiger: Seeing Theory.

Tim Bray bloggt auch noch im Jahr 2017 und er hat nicht vor, damit aufzuhören. Vor allem hat er aber nicht vor, die Idee eines offenen Internets zugunsten eines Walled Garden einzutauschen.

A lot of good writ­ing is on Medi­um, which has learned its blog­lesson­s. Shortish-to-longish for­m: check. Some­thing fresh ev­ery day: check. Fol­low your faves: check. But on my phone, an ir­ri­tat­ing goober at the screen’s foot says “open in app”, try­ing to tempt me out of the bl­o­go­sphere, off of the We­b. I guess lots of peo­ple go there but I’m not gonna. […] The great dan­ger is that the Web’s fu­ture is mall-like: No space re­al­ly pub­lic, no store­fronts but na­tion­al brands’, no vi­su­als com­posed by am­a­teurs, noth­ing that’s on of­fer just for its own sake, and for love.

Ein Angebot einzig um der Sache willen. Wow. Ich hätte mir nie gedacht, dass sich das jemals wie ein Privileg anhören würde. Aber gut, was wundert es mich, wenn ich mittlerweile mehrere Menschen kenne, die sich selbst solange völlig verneint haben, bis sie in ihren beruflichen Ambitionen aufgegangen sind und damit ihr Leben einem Zweck unterstellt haben.

Der Kurzfilm „The Moderators“ von Adrian Chen und Ciaran Cassidy begleitet eine Gruppe junger Menschen bei ihrem einwöchigen Training zu Social-Media-Moderatorinnen und Moderatoren.

In an office in India, a cadre of Internet moderators ensures that social media sites are not taken over by bots, scammers, and pornographers. The Moderators shows the humans behind content moderation, taking viewers into the training process that workers go through in order to become social media’s monitors.

Von wegen Künstliche Intelligenz und ausgetüftelte Filter! Am Schluss ist es eine Gruppe von weltweit etwa 150.000 Menschen, die dafür sorgen, dass wir ein Wohlfühlinternet vorgesetzt bekommen. Ja, das Internet ist physisch, es wird von Menschen verwaltet und es hat eine Adresse. (via @robertharm)

Evan Puschak (der Nerdwriter, der schon einen genialen Essay über „Arrival als Antwort auf schlechte Filme“ gemacht hat), hat sich nun des mit großen Hoffnungen erwarteten, aber letztlich leider nur mäßigen Science Fiction-Films „Passengers“ angenommen. Diesmal benötigt es keinerlei Kunstgriffe und keinerlei Special Effects, sondern nur einer zeitversetzten Betrachtungsweise des Handlungsbogens, um aus Sympathieträgern Bösewichte und aus Opfern Helden zu machen. Aus der ursprünglich hoffnungsvollen Begegnung von Aurora Lane mit Jim Preston kann da schon eine Szene werden, bei der es einem kalt über den Rücken läuft.

Wie immer gelingt es Evan Puschak all das in knappen 9 Minuten zu erläutern, zu argumentieren und zu zeigen. Gebt ihm bitte ein Budget und lasst ihn Filme machen!

Will man von Selbstzweifel geplagte Menschen (hier besonders Jugendliche) in verletzlichen Momenten durch Werbung manipulieren, voila, Facebook hilft dabei.

[In a document] Facebook executives promote advertising campaigns that exploit Facebook users‘ emotional states—and how these are aimed at users as young as 14 years old.

According to the report, the selling point of this 2017 document is that Facebook’s algorithms can determine, and allow advertisers to pinpoint, „moments when young people need a confidence boost.“ If that phrase isn’t clear enough, Facebook’s document offers a litany of teen emotional states that the company claims it can estimate based on how teens use the service, including „worthless,“ „insecure,“ „defeated,“ „anxious,“ „silly,“ „useless,“ „stupid,“ „overwhelmed,“ „stressed,“ and „a failure.“

Wir sprechen hier von jungen Menschen, die noch weit davon entfernt sind, charakterlich gefestigt und vor tiefgreifender Einflussnahme (durch Werbung) gefeit zu sein. Liest man im oben verlinkten Artikel weiter, dann finden sich immer konkretere Momente der Widerlichkeit: Werbende können junge Nutzer, die sich damit beschäftigen, „gut auszusehen“ und ein „Selbstwertgefühl für ihren Körper aufzubauen“, erreichen. Oder solche, die „trainieren und abnehmen“ möchten. Analysesoftware ermöglicht es, Momente und Inhalte aus auf Facebook und Instagram hochgeladenen Bildern zu extrahieren. So ist es möglich, Jugendliche, die sich aufs Wochenende vorbereiten und in Posts, Fotos und Videos vertrauensbildende Maßnahmen setzen, zu erreichen. Sogar wie bestimmte Momente, zum Beispiel ein Abendessen, fotografiert und dargestellt werden, ermöglicht es Facebook, passende Zielgruppendaten zu ermitteln.

Aral Balkan hat schon recht, wenn er meint, dass das Geschäftsmodell von Facebook (und anderen) der Verkauf von Menschen ist.

Backblaze verzeichnet erhöhte Zugriffe auf die Loginbereiche und empfiehlt seinen Kunden, die Passwörter zu ändern und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.

Over the last 72 hours, our security team has noticed an increase in automated attempts to log into our users’ accounts using credentials stolen from other websites. […] we live in an era where companies have been breached and their customers’ credentials have been leaked – Dropbox, Adobe, and LinkedIn are just a few, high profile examples. What happens in these attacks is that the attacker acquires “the Dropbox list” and simply tries those usernames and passwords on another site. If your credentials were leaked in one of those hacks and you used the same username/password combination to sign up for other services (such as ours), you are vulnerable.

Die Wiederverwendung von Logindaten bei mehreren Services ist fahrlässig. Punkt.

Wofür ist Literatur gut? Das Lesen kostet uns doch nur Zeit, verwirrt unser Denken und unsere Werte, irritiert uns mit abstrusen Ideen und macht uns zu Losern.

Naja, eben nicht.

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