geizleich.at

Fast alle Bereiche im Leben eines Menschen sind bereits von der Wirtschaft durchdrungen. Warum sollte demnach nicht auch der Bereich nach dem Leben von der Wirtschaft erobert werden? Ein Beispiel dafür gibt es ja bereits: privatwirtschaftliche Bestattungsunternehmen. – Sie bieten nahezu alles: die klassische Erd- oder Feuerbestattung, aber auch See- und Weltraumbestattungen sind möglich. Klassische Gräber, moderne Gräber, Urnen (aus allerlei Material in allen Preiskategorien vorzufinden), Legosärge für die Spielsteinliebhaber, Stahlkisten für Motorradfreaks, Särge mit ergonomischer Liegeposition (sic!), bunte Särge, schwarze Särge… kurz: alles ist möglich.

Das Prinzip der Privatwirtschaft baut aber sehr auf dem Wort privat auf, das bedeutet, dass jederman, der sich der Aufgabe gewachsen fühlt und einen gültigen Befähigungsnachweis sowie einen Gewerbeschein vorweisen kann, sofort zu graben beginnen kann. Ich weiß zwar nicht, wofür man einen Befähigungsnachweis braucht, um Menschen zu begraben (ein Loch wird doch wohl jeder schaufeln können), aber bitte. Die Särge kann man ja auch beim Tischler bestellen.

Nun ist ein Prinzip der Wirtschaft die Marktwirtschaft, deren Preisgestaltung sich also am Markt, reguliert durch Angebot und Nachfrage, orientiert oder, besser gesagt, orientieren muss. Die Konsequenzen daraus sind allerdings pervers: Was ist, wenn ein Kunde es beinhart durchzieht und einfach nach dem billigsten Bestatter Ausschau hält? Wie sieht ein Preiskampf von Bestattern aus („Ich biete das Leichenhemd umsonst!“ – „…und bei mir kriegn’s auch noch die Schuh‘ gratis dazu!“)? Wie auch immer. Da der Preis anscheinend bald schon das entscheidende Kriterium sein wird, schlage ich eine Internetsuchmaschine à la geizhals.at vor. Ich habe auch einen Namensvorschlag für diese Seite: www.geizleich.at!

Sonntagsarabesken #4

Das Rascheln hunderter Fächer, blitzende Colliers, rauschende Roben; die Logen gut gefüllt mit Mailands bester Gesellschaft. Im gedämpften Honiglicht der Bühnenkerzen bewegen sich die dunklen Silhouetten der Sänger, der Maestro steht weiter vorne, auf das Klavier gestützt. Das Drama nähert sich seinem Ende, dem Höhepunkt, und während La Pasta, die Primadonna, in der Garderobe noch eisgekühlten Champagner zu sich nimmt, bricht die Welt unseres armen Elvino zum zweiten Mal zusammen. Hat ihn nicht zuvor schon seine geliebte Amina belogen und betrogen? Hat er nicht schon einmal den Glauben in die Liebe verloren? Und jetzt? Jetzt Lisa? Rubinis göttlicher Tenor setzt zärtlich ein, mit dem nötigen Hauch von Verzweiflung: Lisa! mendace anch’essa! Rea dell’istesso errore! – Hat sie ihn belogen, sich des selben Verbrechens gegen die Liebe schuldig gemacht? Auch sie? Seine zweite Braut? Elvino stolpert hilflos zwei Schritte nach vorne; Rubinis Augen haben sich getrübt, der Kerzenrauch macht ihn halb blind, das Glitzern der edlen Stoffe und die bleichen Gesichter der edlen Damen in den Proszeniumslogen lassen ihn ein wenig konfus werden, den Text sollte er sich ja auch noch merken: Spento è nel mondo amore… Was für ein Satz! Das Theater hält den Atem an. Der Maestro wendet den Blick hinauf zu jenem jungen Mädchen, dem diese kleine Canzonetta gewidmet ist. Die Marchesina Pepoli, die ihren hübschen Kopf sofort in die Dunkelheit ihrer Loge zurückzieht, als sie Bellinis Augen auf sich ruhen spürt. Das Publikum atmet verhalten. Ist sie also wirklich tot, die Liebe, in dieser unserer Welt? Durch den eingebildeten Betrug einer Anderen, die wir zu lieben glaubten, weil sie unsere letzte Hoffnung war? Täuscht sich Elvino nicht selbst, wenn er von allen Seiten nur die Erwiderung seiner Liebe erhofft und bei Zurückweisung vor Eifersucht vergeht? Più fé, più onor non v’ha! Das also ist das Werk der Einbildung. Amina und Lisa haben sich in Elvinos Brust gegen ihn verbündet – vor diesem gespenstischen Pakt geht er in die Knie. Wie ein Wahnsinniger verwüstet er jeden Winkel seines Geistes, läßt kein Gefühl auf dem anderen und stürzt schlußendlich in die erste maskuline Depression der italienischen Romantik. Ein Leidender aus Liebe; ein Blinder im Qualm von Kerzen und falschen Eitelkeiten. Die Melodie wogt weiter. In ihrem Bogen verlieren sich, feiner als Rauch, dünner als Wind, die Spannung und Intensität aller Blicke und Unsicherheiten, aller Einbildungen und Gleichgültigkeiten. Das sanfte Ende eines traurigen Liedes, das im Ensemble der Stimmen erstirbt.

Am 6. März 1831 trat Elvino zum ersten Mal auf die Bühne. Die gläsernen Wände seines Gefängnisses – Liebe, Eifersucht, Zorn – stehen seitdem fester als Stahlbeton.

Sonntagsarabesken #3

Vor einem Monat scheint sich gewissermaßen alles auf den Kopf gestellt zu haben; vor einem Monat war alles ganz anders, im Nachhinein betrachtet: fremd und unwirklich, und doch das, was ich mittlerweile Realität zu nennen gelernt habe. Bis etwa 20:30 jenes damaligen Tages, eines zu schnell und doch quälend langsam verstrichenen Tages, im Übrigen – ein schönes Paradies, das ohne eine Spur von Schatten oder Makel außerhalb von Zeit und Raum zu schweben schien; danach? Kaltes Lächeln, zynisches Indiz für den Sturz einer subjektiven Weltordnung. Ich kann alles benennen, ein Blick auf die Uhr genügt, ein müder Blick, ein völlig übermüdetes Augenrollen, das sich in die Unendlichkeit fortsetzt, heute Abend, ein Monat später. Nichts hat sich geändert, weder ihre Augen, noch ihr Haar, noch ihre Stimme… doch fühlt sich Stunde für Stunde schrecklicher an, und gegen Ende des Tages hält mich nur noch die Gewißheit um meine eigene Lächerlichkeit aufrecht. Das ist wohltuend und grausam zugleich.

Angelo casto e bel… non turbi un sol avel…

Was ich denke, was ich fühle, was ich will – nichts davon kann ich mehr benennen. Eindeutigkeiten versinken wie eine tote Sonne hinter dem Horizont meines allzu schwachen Willens. Die Zeit der Masken ist wieder angebrochen, neu und alt vertraut zugleich, das Versteckspiel geht in seine zweite Runde, und noch ist die Sorge um die Häßlichkeit der Zukunft fern. Weit weg. Die romantische Figur des vor Liebeskummer Sterbenden, der sich noch einmal vorstellt, wie die Angebetete an der Seite ihres neuen Gatten an seinem Grab vorbeischlendert, ohne auch nur einen Blick zu verschwenden für den kalten Marmor und die wuchernden Flechten. Ich glaube solche Bilder zu erkennen. Doch dann sage ich mir: Meine Tage sind zu kurz, um sie mit Dingen wie Trauer oder auch nur Traurigkeit zu vergeuden. Gleichzeitig weiß ich, wie sehr ich mich selbst belüge. Da gibt es keinen Ausweg. Existenzform des geringsten Widerstandes? Vielleicht versuche ich das gerade. Jedenfalls meine ich, glücklich zu sein. Ist das weniger wert als echtes Glück?

Wirtschaftsunisystem

Die Wirtschaftsuni lässt mittlerweile auch die Institute der Hauptuni (Wer hat sich eigentlich diesen Namen einfallen lassen?) grüßen: Ein unmögliches Anmeldesystem, schlechtgelaunte Professoren, überfüllte Hörsäle und massig Tölpel from all over the world.

Als durch Zufallsprinzip Hundertvierundzwanzigster von 170 bei 30 Plätzen und 10 Gnadenplätzen fühlt man sich… nicht gut! Da ich glücklicherweise nahezu alle anderen Kurse wunschgemäß belegen konnte, schweige ich auch schon wieder, doch das sei noch gesagt:

Jetzt studieren ist nicht das, was Studieren vor zwei oder drei Jahren war. Meine ersten Seminare waren echte Diskussionsforen im Hörsaal mit höchstens zwanzig Anwesenden! Oftmals waren Seminare ein echter Gedanken- und Meinungsaustausch zwischen dem Professor, dem Tutor und den (häufig) nicht mehr als sieben bis acht Studenten. Da waren Argumentation, Haltung und Position gefragt; bei einer Vorbesprechung heute konnte man Denunziation, Schmeichlerei und offenkundigstes Lügen in ihrem perversen Facettenreichtum wahrnehmen.

Die Auswirkungen dieses neuen Studienwahnsinns machen sich allerdings auch schon im Alltagsleben eines Studenten bemerkbar: Während es noch Zeiten gab, da man sich mit Kollegen und Freunden über die Inhalte der Vorträge auseinandersetzte (wenn auch nur marginal und erst nach dem dritten Krügerl) und diese dann Gesprächsthemen waren, so beweist die Straßenbahnempirie, dass heutzutage wesentlich mehr als über den Inhalt, über die Formalitäten (ja nicht einmal über die Form) gesprochen wird!

Genau das passt mir nicht. Überhaupt nicht!

Sonntagsarabesken #2

Es mag kurioser Zeitvertreib sein, aber ich will ihn doch wagen (ohne einen Gedanken an das mit Sicherheit dräuende Missvergnügen zu verschwenden, welches ein Teil der Leserschaft einem solchen Versuch entgegenbringen wird): Den Vergleich von Liebe und Fußball.

Um das Ganze auf eine methodisch korrekte Basis zu stellen, sollen die Aussagen zu beiden Themenkreisen bewußt verkürzt, verknappt und mit dem schalen Beigeschmack sogenannter Weisheiten präsentiert werden. Jeder kann sich dann seinen eigenen Reim darauf machen.

Das Spiel dauert neunzig Minuten.
Es gibt bestimmt den idealen Partner.

Tor in der ersten Minute.
Liebe auf den ersten Blick.

Der Ball ist rund, der Rasen grün.
Liebe fragt nicht nach Namen oder Prestige.

Die Tore, die man vorne nicht schießt bekommt man hinten.
Wer nix sagt kommt nie zum Ziel.

Fußball ist der Sport, wo zweiundzwanzig Mann auf dem Feld stehen und am Schluß immer die Deutschen gewinnen.
Die Liebe ist der Wahnsinn, in dem mindestens zwei Menschen aufeinander prallen und am Schluß immer der Vorarlberger gewinnt.

Wenn’s läuft, dann läuft’s!
Liebe läßt sich nicht wegtherapieren.

Flach spielen, hoch gewinnen.
Konsequent bleiben!

In dieser Art ließe sich der Reigen der Sinnsprüche wohl noch lange, wenn nicht sogar bis in die unendlichen Weiten ironischen Tränenflusses, fortsetzen. Dennoch will ich es damit gut sein lassen. Schließlich soll das oben Ausgeführte noch auf das aktuelle Vegetieren gewisser (nicht namentlich genannter) Erdenbürger bezogen werden. Schließlich gibt es eine Menge Trauerarbeit zu leisten! Nun, die wichtigste Erkenntnis, die wir aus der Betrachtung des ästhetischen Systems namens „Fußball“ ableiten können, ist folgende: Es gibt verschiedene Spielweisen, die zum Erfolg führen können. So scheint z.B. der britische Kick-and-rush-Fußball dem mediterranen Kurzpaßspiel in der Komplexität der Abläufe unterlegen, Pokale wurden jedoch auf beiden Wegen errungen. Und die erlesenen Ballkünste eines Luis Figo führen wesentlich seltener zum direkten Torerfolg als die kaltschnäuzige Cleverness von John Carew. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Das ist meine aktuelle Situation. Ich hätte ja gerne brasilianisch gespielt. Aber letzten Endes gewinnt man auch mit Sparta Prag.

Dragoner Gegenangriff

DT, der Mann der Superlative, ist in einem Punkt (wiedereinmal) widerlegt: Es gibt doch keine Straße, keine Gasse, keine Allee, keine Promenade oder was es sonst noch an Bezeichnungen für Verkehrswege gibt, die durch seinen Namen geschmückt wird.

Den Beweis kann der werte Leser gerne hier selbst „durchführen“: Verzeichnisse – Straßen – Unter „Gesuchte Straße“ den dementsprechenden Substring eingeben – Suchen klicken! – Fertig: Er ist widerlegt.

Sollte er allerdings darauf bestehen und meinen, dass es ja keine Straße sei, bla bla bla, dann verweise man ihn auf die Erläuterungen der Statistik Austria.

Zeit: siehe Ort

Die Notiz „Zeit: siehe Ort“ ließ mich grübeln: Hat den Autor dieser Worte die Frage nach dem Wesen von Raum und Zeit gequält? Fand er nach langem Überlegen seine Lösung? Stellte er fest, dass Raum und Zeit Verhältnisse der Gegenstände sind, von denen sie abhängen? Überlegte er, ob diese Verhältnisse ohne Gegenstände nichts wären oder aber Bestimmungen, die den Dingen anhängen, und unabhängig von aller Wahrnehmung derselben sind?

Kam er womöglich zu dem Schluss Schopenhauers, dass die Wirklichkeit, wie wir sie kennen, Erscheinung ist, rein unsere Vorstellung? Haben für ihn auch Raum und Zeit nur in Verbindung mit unserer Erfahrung eine Bedeutung? Bedeuten sie außerhalb unserer Erfahrung nichts?

Diese Überlegungen, diesen Autor musste ich kennenlernen, um mich mit ihm im Disput auszutauschen, doch die dahinterliegende Wahrheit wurde mir allzu schnell klar, als ich das Kürzel darunter sah: „Zeit: siehe Ort“ ist, ganz simpel, die schriftliche Bekundung sekretärischer Faulheit und bezieht sich rein auf die Struktur des Dokuments!

Euroscheine

Bekanntlich haben sich ja einige Länder zu der wahnwitzigen Idee bekannt, Zwei- oder gar Eineuroscheine einzuführen. (Jeder, der die USA schon einmal besucht hat, weiß, was das bedeutet!) Bei einer Online-Umfrage auf derstandard.at hat sich natürlich die illustre Forumsgesellschaft zusammengefunden und regen Ideenaustausch betrieben. Unter anderem auch, wie denn die neuen Scheine aussehen sollten:

Momentan sind auf den sieben Euroscheinen wesentliche Epochen der europäischen Kulturgeschichte abgebildet, und zwar in chronologischer Abfolge, beginnend beim Fünfeuroschein mit der Klassik, Zehneuroschein Romantik, bis hin zum 500-Euroschein, der das zwanzigste Jahrhundert darstellt.

Wie sollte man nun, so fragte man im Forum die „Freunde von zusätzlichen, kleineren Euro-Scheinen“, die Ein- bzw. Zweieuroscheine gestalten? Nimmt man die kulturellen Epochen Europas her, so bleibt nur mehr ein Abbild von Pfahlbauten für den Zweieuroschein und Höhlenmalereien für den Eineuroschein übrig. „Ein Höhleneingang auf dem Geldschein wär schon ziemlich gut und auf der Rückseite ein umgestürzter Baumstamm, der über einer Schlucht liegt – für das Brückensymbol.“

„Womit die ewiggestrigen Quengel-Europäer sich wieder einmal durchgesetzt hätten, und wir voller Zuversicht in die Vergangenheit schauen können!“

Gab’s wieder und wünscht noch einen angenehmen Tag!

Sonntagsarabesken #1

Die Tröstungsmaschinerie des Lebens läuft auf Hochtouren. Und das ganz von selbst.

Wäre da draußen, in dem grellen Licht, das wir Welt nennen, nicht der Unterton des Glücks gegenwärtig… ja, was dann? Müsste man im Falle einer solchen Leere an der kalten Schulter emotionsloser Wesen zugrunde gehen? Oder, viel schlimmer, weiter vegetieren in der Hoffnung auf Besserung? Diese Bemerkungen können nur persönlich gehalten sein, so glaube ich. Bei einer Außentemperatur von um die zehn Grad plus und schneidender Windeskälte ist diese sehr „persönliche“ Assoziation also durchaus gerechtfertigt. Ich denke, dass die Architektur des Wirklichen, der so genannten Realität, die kontrollierte Gefühlskälte mancher (bestimmter, oder gar: eindeutig benennbarer) Personen sowohl begünstigt als auch von vornherein zur falschen Methode degenerieren lässt. Einerseits bringen uns die Psychoanalytiker und Therapeuten bei, dass nur wir selbst unser Leben in der Hand hätten, dass wir rational denkend die beste Chance zur konfliktfreien und in Balance befindlichen Existenz besäßen. Auf der anderen Seite scheitern wir in jedem kleinen Detail, wenn wir Gefühle nicht zulassen oder, noch schlimmer, uns selbst vorschreiben, wann wir sie erlauben und wann wir sie verbieten müssen. Dieses Scheitern an der eigenen Kontrolle ist unausweichlich; auch wenn das Vorgehen einige Zeit lang von Erfolg gekrönt sein mag. Denn innerhalb einiger weniger Stunden verschieben sich alle Kulissen der Lebenskomödie, die zuvor noch als tragisches Rührstück erschienen war, und alle Vorzeichen haben sich ins Gegenteil verkehrt. Keine Form der Kontrolle kann in diesem Fall noch ihre Wirksamkeit bewahren. Wenn man schließlich alleine durch die herbstlich staubigen Gassen wandert und den Wind im Nacken spürt, sich dabei an das Gesicht gewisser Mädchen nur noch schemenhaft und undeutlich erinnert, wenn man zusieht, wie sich die Blumen in ihr welkes Alter fügen, und die verlorenen Stellungen auf dem Schlachtfeld der Liebe mit zerfetzten Fahnen zu räumen beschließt; dann haben alle Wichtigkeiten ihren Platz gewechselt und die Bühne wartet verlassen auf den Beginn der nächsten Szene.

Tanzschulgeschehen

Ein Gastbeitrag von John Stone.

Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit.

Arthur Schopenhauer

Man könnte meinen, dass die Tore der Tanzschule Elmayer der Eingang zu einer besseren Welt sind, durch die man hindurchgehen kann, um in eine Gesellschaft flüchten zu können, deren Kennzeichen (im wahrsten Sinne des Wortes) das gute Benehmen ist. Doch leider ist dem nicht so.

Wie ich gestern am eigenen Leib erfahren musste, ist für das Personal dieser Institution der Leitsatz „Gutes Benehmen immer gefragt!“, nichts als eine Phrase. Denn anstatt meinen Gruß mit einem Gegengruß zu erwidern, wurde er schlichtweg ignoriert. Auch vom Meister höchstpersönlich. Erst auf dem Weg in den Tanzsaal wurde ich von einer Angestellten gegrüßt, was jedoch die Ausnahme darstellen sollte.

Während des Kurses selbst musste ich mitansehen, wie der Meister himself über nicht talentierte oder schlechte Tänzer lacht.

Nachdem schließlich der Kurs zu Ende war, wollte sich ein amicus meus am Sekretäriat sein mobiles Telefon abholen, wurde dort aber nur mit der Frage konfrontiert, ob er denn die das Handy bereithaltende Sekretärin heiraten wolle. Diese nicht gerade diskret gestellte Frage erwiderte dieser mit einem Lächeln, nahm sich anschließend das Handy und verließ entrüstet die Tanzschule.

Oktoberfest

Thomas S.-E., unser personifiziertes Lieblingsthema, blamiert sich und die Idee hinter seinem Unternehmen wieder einmal: Er hat vorgeschlagen, am 19.10. (und so wird es auch geschehen) ein Oktoberfest mit (allerdings alkoholfreiem) Freibier zu veranstalten. Das Event-Team muss natürlich herhalten und wurde eingeteilt, das Fest zu organisieren.

Kleidungsvorschrift: Lederhosen, Steireranzug (oh je, der Herr Projektleiter und seine Dragonertheorie lassen grüßen) für die Herren, Dirndl oder Ländliches für die Damen.

Der intellektuelle Prolet 1

12:00 Uhr
Aufstehen. (Evtl. Bier zum Frühstück).
12:30 Uhr
Mittagessen beim Chinesen. (Evtl. Treffen mit Kumpanen).
16:00 Uhr
I. vom Flughafen abholen. (Evtl. Toilette aufsuchen).
20:00 Uhr
L. besuchen. (Evtl. Toilette aufsuchen).
22:00 Uhr
L. um einen Espresso bitten. (Evtl. auch zwei).
01:30 Uhr
D. besuchen. (Evtl. baden).
02:00 Uhr
M. besuchen. (Evtl. Einnahme von alkoholhaltigen Getränken).
02:45 Uhr
Schlafen gehen. (Evtl. Bier für den Morgen herrichten).