COVID-19, Tag 573: Österreich auf der Liste

Mittwoch, 6. Oktober 2021, Tag 573 der Corona-Pandemie. Eine kurze Einschaltung, nur zur Erinnerung, weil man bei all dem Steuergerede ja fast vergessen könnte, dass wir uns inmitten einer Pandemie befinden: Österreich wurde vom Center for Disease Control and Prevention in Bezug auf Corona als Hochrisikogebiet eingestuft.

Wenn ich mich umsehe, dann wird Corona in der Wahrnehmung und in den Medien bereits der Domäne der Vergangenheit zugeordnet. Oder sehe ich nicht richtig?

Facebook.com war down

Facebook war eine Zeitlang down, damit verbunden auch WhatsApp und Instagram. Was mich besonders freut: Hätte ich nicht darüber gelesen, wäre das gänzlich an mir vorbeigegangen. Ich glaube, das ist ein guter Indikator dafür, dass ich mit dem Konzern und keinem seiner zugehörigen Firmen zu tun habe.

Browser übernehmen für HTTPS Everywhere

Die Weiterentwicklung von HTTPS Everywhere (eine Browsererweiterung der Electronic Frontiers Foundation, die vom HTTP- aufs HTTPS-Protokoll umleitet) wird eingestellt, da die EFF ihr Ziel, so viele Websites wie nur möglich über das sichere HTTPS-Protokoll zu laden, als erfüllt sieht. Außerdem bieten nun alle Browser (bis auf Edge) automatisiert oder per Checkbox die Möglichkeit an, nur noch Verbindungen über HTTPs zuzulassen.

The goal of HTTPS Everywhere was always to become redundant. That would mean we’d achieved our larger goal: a world where HTTPS is so broadly available and accessible that users no longer need an extra browser extension to get it. Now that world is closer than ever, with mainstream browsers offering native support for an HTTPS-only mode. […] After the end of this year, the extension will be in “maintenance mode.” for 2022.

HTTPS Is Actually Everywhere

Ich habe die Browsererweiterung an unzähligen Stellen empfohlen, nunmehr wechsle ich über zu den Empfehlungen, die auch die EFF gibt, nämlich, den Browser die Arbeit erledigen zu lassen:

  • Firefox: Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Nur-HTTPS-Modus > Nur-HTTPS-Modus in allen Fenstern aktivieren.
  • Chrome: Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Sicherheit > Erweitert > Immer sichere Verbindungen verwenden.
  • Edge: Es ist ein Witz. Da gibt es diese Einstellung nur im „Experimental Modus“.
  • Safari: Übernimmt die Weiterleitung auf HTTPS von selbst.

Und jetzt werde ich einen Beitrag nach dem anderen durchgehen und die Verweise auf die HTTPS Everywhere-Erweiterung gegen die Browser-Einstellungen austauschen…

Waneella: Circles

Der Herbst beginnt, ob ihr wollt oder nicht. Dass Waneella semi-dystopische Pixel Art dazu bereithält, ist wohl klar, oder? Meine Güte, was gäbe ich, um mich einmal in irgendeiner Form von immersiver Experience in einem so geschaffenen Lokalkolorit zu bewegen?!

Jedenfalls ist mit Erscheinen dieses Beitrags am 22. September 2021, 21:21 Uhr, Tag-und-Nacht-Gleiche, ab jetzt werden die Tage wieder kürzer, die düsteren, depressiven Stunden ab 16 Uhr kommen schnell nahe und halten bis 20. März 2022 an. Da müssen wir durch, jammern bringt nichts. Ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt die noch verbleibenden, sonnigen Tage!

COVID-19, Tag 556: Maskenpflicht im Flugzeug? LOL!

Sonntag, 19. September 2021, Tag 556 der Corona-Pandemie. Dass es diejenigen gibt, die grundsätzlich gegen die Impfung, die Schutzmaßnahmen und im Besonderen gegen den Mund-Nasen-Schutz sind, ist bitter. Über diejenigen, die nur ihre Nase (selten), ihren Mund (sehr häufig) oder überhaupt nur ihr Kinn (erstaunlich oft zu sehen) mit der Maske abdecken, brauchen wir nicht reden; so tun als ob bringt nicht viel. Und die dritte Gattung sind dann diejenigen, die die Maske zwar tragen, aber zum Sprechen, Husten oder Niesen abnehmen. Auch ganz toll.

Genauso, wie sehr vielen egal ist, dass sie Bürokollegen, Familie und Freunde mit einem Schnupfen oder dem Grippevirus infizieren, gleich egal ist es ihnen wohl auch, wenn sie das mit dem Coronavirus tun. Okay.

Solange nun das individuell interpretierte Tragen von Masken irgendwo im Freien passiert, ist es mir ziemlich egal, was Menschen tun. In dem Moment, aber, wo das in geschlossenen Räumen passiert, nicht mehr. Sind die Räume auch noch sehr eng – ist man zB in ein Flugzeug gepfercht -, dann wird es überhaupt ungut. Und ich war in ein Flugzeug gepfercht und es war ungut.

Eine FFP2-Maskenpflicht für ein paar Stunden ist wirklich keine große Sache. Man sitzt ohnehin gelangweilt da und wartet, bis der Flug vorbei ist. Kein starkes Atmen wie beim Sport, nein, einfach nur dasitzen und warten, bis diese würdelose Beförderung ein Ende nimmt. Aber nein, so denkt man inmitten einer Pandemie nicht. Die große Ausnahme – beim Essen und Trinken darf die Maske abgenommen werden – wird ausgiebig dafür benutzt, sie grundsätzlich nicht zu tragen. Denn abgesehen von denjenigen, die überhaupt und komplett auf die Bestimmung pfeifen und die Maske, sobald an den Flugbegleitern vorbei, abnehmen/unter die Nase/aufs Kinn schieben, lösen die anderen das Problem, in dem sie ein Glas Wasser oder sonst etwas bestellen, die Maske komplett (und in dem Fall sogar regelkonform!) abnehmen und mehrere Stunden an ihrem Getränk trinken oder einfach mal einen Flug lang brauchen, um ihre Mannerschnitten zu essen. Wenn das irgendwo passiert, dann ist das schon schlimm. Wenn das aber direkt neben jemandem, der das Tragen der Maske ernst nimmt, geschieht, ist es ungut. Und ungut war es. Vor allem, wenn diese Leute dann zu husten oder laut zu sprechen beginnen. Aerosole, here we go!

Haben die Flugbegleiter irgendetwas unternommen? Nein. Bis auf die Pflichtrunde mit dem Versorgungswagerl waren sie nicht zu sehen. Wurde, wie es in den Straßenbahnen und in der U-Bahn mittlerweile üblich ist, zumindest eine Durchsage diesbezüglich gemacht? Einmal ganz zu Beginn des Fluges, dann nie wieder. Ist überhaupt irgendwas bezüglich der Tragepflicht von FFP2-Masken passiert, hat irgendwer die Tragepflicht einer FFP2-Maske nach dem Betreten des Flugzeugs kontrolliert? Nein. Ungut.

Wenn ich von dem einen Flug auf den gesamten Flugbetrieb schließen müsste – und ja, auf beiden Flughäfen sah es nicht viel anders aus -, dann ist es der Branche wohl völlig egal, ob eine Maske getragen wird und ob sich die Fluggäste an die Bestimmungen halten oder nicht. Schade, aber wahr. Pandemie, forever! 🤷

Kultur der Videos auf Apple Fitness+

Je länger ich mir die Videos auf der Website zu Apple Fitness+ ansehe, umso dystopischer und erzwungener wirken sie auf mich. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass mir hier unterschwellig eine Kultur als Norm präsentiert wird, die definitiv nicht die meine ist.

Texte, die (online) gelesen werden

Öfter höre ich, vor allem von Menschen, die sich mit Onlinemarketing beschäftigen, dass Menschen Texte, vor allem lange Texte, nicht lesen. Man solle die Texte in Passagen gliedern, so viele Überschriften und Elemente, die den Text aufpolieren, wie nur möglich, nutzen, denn Skimmen, das tun sie, die Leserinnen und Leser, aber lesen… nicht. Passend dazu lese ich auf Twitter:

When I worked at NYT, I had access to a plug-in that told me what percentage of readers dropped out of an article, and at what point they stopped reading, and my advice to most of you is that your articles are too long.

@lostblackboy

Das kann man nun für wahr nehmen, aber wenn ich mir meine eigenen Statistiken ansehe, dann stehen die eigentlich in direktem Widerspruch dazu. Am allerbesten gehen die langen Beiträge, die mit mehreren tausend Zeichen; Beiträge in denen ich in die Tiefe gehe, ein Thema halbwegs ausführlich behandle. Kurze Beiträge werden zwar betrachtet (und wahrscheinlich auch gelesen, so kurz wie sie sind), aber sie stehen in keiner Relation zu den langen. Und so dürfte es nicht nur mir, hier, auf meinem Blog gehen, sondern auch den ganz Großen. Alice Bota schreibt zum Beispiel als Antwort auf den oben zitierten Tweet:

Zu den mit am häufigsten von vorn bis hinten gelesenen Texten bei @DIEZEIT gehören die Dossiers. Etwa 30 000 Zeichen. Texte, die nicht gelesen werden, sind nicht zu lang, sondern zu langweilig, zu überfordernd, zu lieblos.

@AliceBota

Und das ist es wohl: zu langweilig, zu überfordernd, zu lieblos. Ich dehne diese Definition auf alles aus, Bücher, Filme, Serien, Essen… und stimme ihr vollinhaltlich zu. Das ist zwar kein befriedigendes Ende eines Beitrags, aber es ist ein Abschluss unter ein Statement, das ich unterstützen kann und dessen Materialisierung ich in nächster Zeit umso mehr an mir beobachten werde. Sind es die langen Beiträge, an denen ich woanders hängen bleibe? Oder sind es kürzere, die mich halten? Ich möchte jetzt schon festhalten, dass ich von ersterem Szenario ausgehe. Mal sehen.

Ray-Ban Stories

Es vergeht kein Tag, an dem die Dystopie nicht noch mehr Wahrheit wird: Ray Ban hat sich tatsächlich überreden lassen, sein Label für „Stories“, eine Facebook-Datenbrille, herzugeben, mit der Fotos und Videos gemacht, und Podcasts gehört werden können. Datenschutz adé, auch wenn es im Ankündigungsbeitrag bei Facebook heißt:

From the start, we designed Ray-Ban Stories with privacy in mind, adding numerous built-in features to provide control and peace of mind to both device owners and bystanders.

Introducing Ray-Ban Stories: First-Generation Smart Glasses

Facebook hat auch eine Privacy-Microsite zur Brille erstellt, die mit fast schon peinlich offensichtlichen Hinweisen („Respect people’s preferences“, „Keep your eyes on the road“, „Power off in private spaces“) versucht, das, wofür man sich die Brille kauft, durch PR – für mich ist diese Seite nichts anderes – wettzumachen.

Die Brille ist in meinen Augen eine Katastrophe. Denn genau dort, wo man sie nicht nutzen soll, wird sie, denke ich, zur Anwendung kommen. Es wird nicht lange dauern, bis ein Facebook-Daddy die Geburt seines Kindes oder ein Spanner an einem Strand die Badenden aufzeichnen wird. Es wird nicht lange dauern, bis wenig reife Gehirne in der Umkleidekabine, wenn nicht sogar in der Dusche filmen werden und diese Videos dann online auftauchen. Es wird nicht lange dauern, bis Autorennen aus dem POV gefilmt werden, nicht lange, bis jemand auf Demonstrationen mitmarschieren und Personen dort filmen wird, nicht lange, bis Kirchen und andere kultische Stätten filmtechnisch erkundet sind, nicht lange, bis es Videos geben wird, auf denen Personen zu sehen sind, die nicht wollen oder nicht wissen, dass sie gefilmt werden. Es wird nicht lange dauern, bis Einzelne, die sich nicht anders zu wehren wissen, handgreiflich werden, weil jemand mitfilmt, der nicht mitfilmen soll, oder auch nur die Vermutung besteht, dass mitgefilmt werden könnte. Und selbst dann ist es fraglich, wie man die Daten, die ja offenbar am Smartphone landen, wieder von dort entfernen kann.

Diese Brille ist in meinen Augen eine Katastrophe. Dass sich Ray Ban dafür hergegeben hat, finde ich widerlich.

Triest: Salat Ripovich

Triest. Jedes Mal, wenn ich da bin, frage ich mich, warum ich da bin. Jedes Mal, wenn ich wieder weg bin, finde ich, dass es gut war, da gewesen zu sein. Was man aber keinesfalls machen sollte: Am Samstag Abend hier ankommen. Denn selbst im MOLO 4 wird’s am Samstag Abend eng. Und dann lohnt es sich doch wieder, wenn man mitten in einem aufgelassenen Hafengelände parkt und sich dort auch fototechnisch ein wenig ausleben kann.

WhatsApp führt verschlüsselte Backups ein

WhatsApp, nicht gerade ein Liebkind auf meinem Blog, aber doch immer irgendwie bemüht, für Sicherheit zu sorgen, beginnt sich zu mausern und führt verschlüsselte Backups ein. Damit ist WhatsApp mit einem Schlag technisch sicherer als iMessage, das Backups nach wie vor nicht verschlüsselt.

With E2EE backups enabled, backups will be encrypted with a unique, randomly generated encryption key. People can choose to secure the key manually or with a user password. When someone opts for a password, the key is stored in a Backup Key Vault that is built based on a component called a hardware security module (HSM) — specialized, secure hardware that can be used to securely store encryption keys. […] The HSM-based Backup Key Vault will be responsible for enforcing password verification attempts and rendering the key permanently inaccessible after a limited number of unsuccessful attempts to access it. These security measures provide protection against brute-force attempts to retrieve the key. WhatsApp will know only that a key exists in the HSM. It will not know the key itself.

How WhatsApp is enabling end-to-end encrypted backups

So viel Positives und dann doch: WhatsApp ist Facebook, was bedeutet, dass grundsätzliche Vorsicht geboten ist.

Update am 14. Oktober 2021: Das Feature ist nun verfügbar und kann mit wenigen Klicks eingeschalten werden.