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  • Expert-Building, 6:55 Uhr

    Ein Skandal. Erwachen ohne von der Sonne geblendet zu werden. Frühstück ohne Probleme. Verdauung in Ordnung. Sogar das Wasser schmeckt nur halb-faul. Es ist heiß und feucht hier in Shaoxing. Die Gruppe leicht gereizt, was sich im Laufe des Tages noch auswirken wird: das Essen wird zur Zumutung, das Ausloggen am Rechner während ein E-Mail…

  • Musik im Internetcafé

    China, Shaoxing, ein Internetcafé: Ich sitze am Primatenrechner, an dem sonst nur der Boss (ein schmieriger, fetter Typ) seinen Luxuskörper ablegt. Man erkennt das an den Ascheresten, am Spezialstuhl, an der einzigen Maus mit Mausrad, etc… Um mich herum sitzen junge und alte Chinesen, die entweder irgendwelche Viel-Blut-Spiele spielen oder sich Filme übers Internet anschauen…

  • Sonntagsarabesken #93

    Märchenlandschaften erstrecken sich zwischen dem Westen Wiens und der Inneren Stadt. Regelrechte Schmerzzonen, denen über die Jahre Dutzende Geschichten aufgestempelt wurden, zerkratzte Oberflächen, milchig gewordene Scheiben, in Neonlicht geschriebene Begebenheiten und Träume, Lokale, deren in blauen Rauch gehüllte Innereien wie ein Astrolabium die Flecken sentimentaler Sternbilder bewahren. Die Zukunft aus den Organen des Vergangenen lesen.…

  • Aber nicht China selbst…

    Der Flug dauerte unangenehm lange: Wien-Frankfurt, vier Stunden Wartezeit (wieviel Kaffee kann ein Mensch eigentlich trinken?), Frankfurt-Shanghai in einem nicht voll besetzten Flugzeug (ergo freundliche Stewardessen), Ankunft in Shanghai ohne Schwierigkeiten mit dem Gepäck, problemloser Empfang durch die Universitätsbelegschaft, Bustransfer nach Shaoxing (dreieinhalb müde Stunden und viel Hupen!), dann ein noch nie gesehenes solches: neue…

  • Unfall

    Es regnet. Die Autos bewegen sich langsamer als sonst auf der vom Regen dunkelgrau gefärbten Straße. Ab und zu durchfährt ein Reifen eine Lacke, die sich daraufhin über die ganze Straße verteilt und nach einigen Momenten des Schreckens wieder zusammenläuft. Vor mir eine Kolonne, ich bremse und halte an. Ein Blick durch den Rückspiegel lässt…

  • Sonntagsarabesken #92

    Überempfindlich ist das Draußen geworden, und mit ihm die Menschen, die es bewohnen. Verbildet von übermäßiger Klugheit, berauscht von den Klängen eines Geistes, der sich in die höheren Lagen der Verfeinerung geflüchtet hat, taumeln sie an der Grenzlinie ihres Lebens entlang, ohne die ständige Gefahr des Sturzes zu spüren, denn sie sind die Kinder des…

  • Sonntagsarabesken #91

    Winterreise im Sommer, in der backofenheißen Stadt, deren Häuserschluchten in der Spannung des Hitzeschleiers vibrieren, und die Tritte des Wanderers vergehen in eisiger Kälte schneebedeckter Wiesen. Kahle Bäume, an denen tote Körper baumeln, zeichnen sich rasiermesserscharf gegen die gelb dampfende Sonne ab. Das Gras ist verbrannt und schon von unsichtbarem Eis überzogen. Steif gefroren die…

  • Von der Stadtwerdung Wiens

    Wer Doderers Strudlhofstiege, Die Dämonen, Die erleuchteten Fenster oder die Werke von Stefan Zweig oder Joseph Roth gelesen hat, dem ist ein bestimmtes Bild der Stadt Wien bekannt, das sich weniger aus Eingrenzungen durch Straßennamen oder aus der Benennung von Vierteln zusammensetzt, sondern durch Örtlichkeiten, die nach den in ihnen ansässigen Unternehmungen oder nach ihrer…

  • Sonntagsarabesken #90

    Im Bestiarium des Lebens haben fast alle Zustände ihren Platz gefunden; doch die Beschreibungen sind in einem Punkt ungenau: Sie erfassen nur das Offensichtliche, das Plakative, die Symptome, ohne jedoch den verborgenen Ursachen auf den Grund zu gehen. Deshalb ist jede solche Beschreibung ungenau und in letzter Konsequenz sogar unzutreffend. Der Schmerz des Kranken gleicht…

  • Rechnung auf Steurer!

    Die Südtirolerin kam zuerst, sah sich einige Fotos an und trank mit mir einen Kaffee. Sie wehrt sich nachwievor gegen ihre eigentliche Nationalität – man frage mich jetzt bitte nicht, was das denn nun wieder sei -, erzählt allerdings von einer Volksabstimmung (oder war’s eine Befragung? Bei neun Einwohnern ist das sowieso egal!) bei der…

  • Sonntagsarabesken #89

    Es ist die Krankheit hinter der Krankheit, die ihn befallen hat. Während die gelb getünchte Hauswand der Glaserwerkstätte zum ersten Mal in diesem Jahr mit blutroten Rosenblüten sich geschmückt hat, die einen betörend süßen Duft verströmen, geht er blind und taub durch die engen Gassen seiner Kindheit, denn nichts hält ihn noch in dieser kochend…

  • Sonntagsarabesken #88

    In einem blauen Kleid läuft sie über die Brücke. Ein heißer Maitag. Blonde Haare, von afrikanischer Sonne gebleicht, fallen über nußbraune Schultern. Ein Lächeln, herrlich, eines silberglänzenden Engels würdig, schmückt das zierliche Gesicht. Mein Herz macht einen Sprung. Die federnden Bewegungen des Mädchens spiegeln pure Lebenslust und Freude, gebündeltes Glück, euphorische Liebe. Dieses Bild des…

  • Sonntagsarabesken #87

    Ja, es ist schon Sonntag. Schwarz umrandete Augen in grell blinkendem Licht, und unter den schwer fallenden Takten der Musik krümmen sich aufgelockert stehende Körper. Es versteht sich von selbst, dass hier Bier getrunken wird. Was auch sonst. Die Luft ist, wie man sagt, zum Schneiden, und eigentlich sind alle kurz davor, sich die Lungen…

  • Trinidad

    Dem Hotel den Rücken gekehrt, saßen wir am Strand und blickten aufs Meer hinaus. Neben uns standen in den Boden gestampfte Schirme, um uns herum ein paar Palmen. Der Steg mit dem kleinen Häuschen drauf lag direkt vor uns; von dort hörten wir Stimmen, hin und wieder Gelächter, manchmal wurde das Gespräch von langen Pausen…

  • Sonntagsarabesken #86

    Manche Existenzen stellen Eleganz gegen Krankheit und Tod. Die schiere Aura des Schönen scheint in diesen Fällen das Unausweichliche abzuwenden. Und doch geht in letzter Konsequenz die Rechnung nicht auf und alles zugrunde. Selbst die Schattenspieler, die versuchen, die Wirklichkeit von Stunde zu Stunde zu überlisten, sind der Fäulnis versprochen. Während draußen die Bäume knospen,…

  • Sonntagsarabesken #85

    Die gespiegelte Wirklichkeit in den Bahnen der ersten Erinnerung: Es erscheint, Wiederholung auf Wiederholung, das Bekannte hinter der Maske des Neuen. Und symmetrisch wechselt sich das kleine Universum alltäglicher Einfallslosigkeit und Streitereien mit dem unendlichen Horizont frischer, klarer Liebe ab. Das muß vielleicht so sein, aber es ermüdet, denkt der Dulder, der langsam den Spaß…

  • Bemitleidet

    Auf dem Balkon, an der Bar und auf der Tanzfläche bewegen sich die Menschen zur Musik. Der ganze Raum bewegt sich; schwitzende Körper kleben aneinander, bewegen sich im Takt, lieben diese Musik. In einer Ecke, neben der Musiksammlung des DJs steht das blonde Mädel und blickt gleichgültig durch die Tanzenden hindurch. Sie atmet ruhig, fährt…

  • Sonntagsarabesken #84

    Blütenschäumende Frühlingswege, die sich vor dem Schritt des schnell Begeisterten öffnen. Der klagende Ton der himmlischen Stimme zieht den Spaziergänger tiefer und tiefer in die grünen Kanäle hinein; er kennt sie seit seiner Kindheit, und doch hat sich mittlerweile ein bitterer Schatten um jeden Blattumriß gelegt, denn die Zeit der Unschuld ist vorbei, angebrochen der…

  • Inhalte, keine Teaser

    Im Computerraum der Universität sitzen oft Leute, die ihre Freizeit hier verbringen. Sie lesen E-Mails, schreiben welche, chatten oder fröhnen anderen Dingen, die eigentlich nicht wirklich für die Computerräume der Universität geeignet sind. Bloggen, zum Beispiel. Oder Telefonieren. Normalerweise stört es mich nicht und eigentlich fällt es mir schon gar nicht mehr auf, denn es…

  • Sonntagsarabesken #83

    Ein Abend, der die Schwüle längst vergangener Sommerstunden ahnen läßt. Die Dinge haben sich seitdem verrückt. Verrückt im wahrsten Sinne des Wortes. Das Begehrte ist zum Vertrauten geworden; die Sterne sind wieder in ihre natürliche Umlaufbahn eingetreten. Flüchtiger Dampf über dem mondbeschienenen Donaukanal. Die zerknitterte Oberfläche des wellenbewegten Wassers. Augen, die das Verborgene hinter dem…

  • Sonntagsarabesken #82

    Über ihm das Kreisen des Ventilators an der von schwarzen Punkten überzogenen Decke. Es sind Fliegen, eine ganze Wolke, die das Licht angelockt haben dürfte. Er liegt in Pölstern, versinkt in der schweißgesättigten Dichte teurer Stoffe, spürt, wie sich feuchter Brokat rauh an seinen Nacken schmiegt und inhaliert den Rauch einer lieblos gedrehten Zigarette. Seine…

  • Kommentar #9

    Claus am 13. April 2005 um 18:56:05 Uhr: ich meine, ich seh das so: ich red halt gerne. und bloggen ist ja nichts anderes als ständig den mund aufmachen. sicher ist es eine art selbstdarstellung. was mich fasziniert ist die relevanz die einzelnen artikeln in suchmaschinen beigemessen wird. wenn du mit einem „u2 karten in…

  • Sonntagsarabesken #81

    Augenblicke, die ihre Wurzeln in die Ewigkeit zu graben scheinen. Das Verschwinden der Schattenkälte unter dem wärmenden Sonnengewebe. Zitternde Gegenwart, keine Frühlingsgefühle, sondern Frühling der Gefühle, heranrauschende Welle, die sich am Kap der Hoffnung bricht, um den gebannten Betrachter mit feinem Nebel zu übersprühen. Er wird süchtig nach dem Wasserschleier, der Tausend Farben anzunehmen und…

  • Sonntagsarabesken #80

    Bläulicher Rauch steigt auf, wenn die Herzen unschuldiger Geschöpfe verbrennen. Und die Schreie berichten von Schmerz und Qual. Können Tränen die Flammen löschen? Altäre, bedeckt von Feuer und flockiger Asche, ragen gegen den abendroten Himmel. Ein Gemälde des Grauens. Der Fremde wendet die Augen ab, ihm ist übel. Er glaubt zu sehen, in Wahrheit ist…

  • Zwei Jahre Statistiken

    Seit mittlerweile fast drei Jahren gibt es hier im Schnitt zwei Mal pro Woche neue Einträge und die Statistiken, die manchmal sichtbar, manchmal unsichtbar, manchmal genauer, manchmal weniger genau andauernd mitlaufen, zeigen ein düsteres Bild. Es gibt eine Relation zwischen bestimmten Inhalten und der Verweildauer auf diesem Blog. Das klingt vielleicht anfangs gut, ist jedoch…

  • Krokodiel?

    Der gute Philomenon hat hier Suchmaschinenklau gewittert, weshalb ich mit der Änderung des Artikels sein erhitztes Gemüt beruhigen will! Sollten meine Besucher jemals durch Suchbegriffe hier auftauchen, die sich sehr stark auf diese drei Artikel stützen, noch dazu in höchst seltsamen orthographischen Formen… sollten also jemals diese Suchbegriffe das Kraut meiner Besucherstatistik fett machen, dann,…

  • Basic Guidelines for Tagging on Flickr

    Introduction This is an introduction into tagging. If you ask yourself what tagging, tags, keywords and categories mean or if you search for a simple tutorial on how to tag, then go on and read this. You then will have an idea of what tagging is all about and how to tag correctly! (Jump straight…

  • Sonntagsarabesken #79

    Lichtverzerrungen; Frühlingssonne. Im Stimmengewirr der Kaffeehausunterhaltung entblößt sich schamlos die Ruhe entspannten Nachdenkens, unsichtbar für die Augen der Essenden, Trinkenden, Rauchenden, Sprechenden, umgarnt vom heimlich zu Papier gebrachten Satzgewirr besonnener Untätigkeit, das sich zu goldenen Spiralen fügt, ganz eingehüllt vom frischen Streicheln kühler Westwindströmung; draußen berührt das Sonnengespinst die Scheiben und läßt sie silbrig erblühen.…

  • Sonntagsarabesken #78

    Von Betonwänden umgrenzte Rasenfläche, sogenannter begrünter Hof. Die Stumpfsinnigkeit der Nachbarn kommt in den sich überkreuzenden Telefongesprächen zum Ausdruck. Banale Redereien über Politisches, Privates und das Wetter, glühende Ohren füllen sich mit sprachlichem Abfall, mit dem Dialekt einer längst vergessen geglaubten und vom Stadtrand auch zunehmend an den Rand des Bewußtseins gedrängten Provinz, und wie…

  • Sonntagsarabesken #77

    Ein kleines Café in Paris. Aus dem Radio dringt eine rauchige Frauenstimme, unterlegt von harten Rhythmen. Zwei junge Kellner mit nach hinten gestrichenen Haaren, auf denen eine graue Patina aus getrocknetem Gel schimmert, schlagen Haken um die dicht gedrängten Tische und schreien ihre Bestellungen in die winzige Küche. Dampf steigt auf, und die Espressomaschine rattert.…

  • Kommentar #8

    und da muss man jetzt einfach sagen, dass die salzburger und oberösterreicher dazu tendieren ihre ursprüngliche identität in wien aufzugeben, während du einen kärntner oder vorarlberger auch nach jahren in der bundeshauptstadt noch als solchen identifizieren kannst. woran das liegt entzieht sich meiner kenntnis, wäre aber einmal eine genauere untersuchung wert. wenn ich dazu nicht…

  • Aus Thalgau

    Ich habe mich erst unlängst mit dem Thalgauer, einem waschechten salzburger Mannsbild, das, wäre es nicht in Wien, sofort wieder in seine Lederhose springen und mir irgendwas von Schifahren und Mozart erzählen würde, unterhalten und mir kam vor, dass er sich mittlerweile zu einem echten Wiener, also in der österreichischen Evolutionsleiter ganz nach oben gearbeitet…

  • Sonntagsarabesken #76

    Eine Frau, deren schräg stehende Augen an die Madonna der Cappella Capponi erinnerten, saß ihm gegenüber am Fenster. Sie starrte scheinbar gleichgültig an ihm vorbei, seinen hochgeschlagenen Mantelkragen mit dem Blick gerade noch streifend, und er beobachtete ihr rechtes Profil bloß über den Umweg des schwachen Reflexes in der Fensterscheibe. Zwischen diesen beiden sich nicht…

  • Sonntagsarabesken #75

    Unter einem Berg von Schriftzeichen begraben zu werden, das ist der Alptraum des nachdenklichen Schöndenkers. Aber er kann gar nicht anders, er muß einfach schreiben, auch wenn er sich so womöglich sein eigenes Grab schaufelt. Das Wasser steht ihm sprichwörtlich bis zum Hals. Er droht zu ertrinken in einem weiß wirbelnden Strudel von Stimmungen und…

  • Sonntagsarabesken #74

    Wenn Musik die Bedeutungen wechselt. Als ob das Wetter umschlüge oder ein plötzlicher warmer Regen den letzten Schnee von den Straßen spülte. Die Natur wird auf den Kopf gestellt. Eine lange, endlos verästelte, sich selbst verfolgende, ins Nichts zerstäubende, kupfern aufblitzende Melodie, ein Triller kurz vor der Unendlichkeit, die Stimme einer grauen Nachtigall, die nur…

  • Sonntagsarabesken #73

    Die Macht der Blicke: Oberflächlich schweifend, sich über endlose Räume hinweg überkreuzend, das Besondere suchend, die Kleinigkeiten ignorierend, in die Tiefe dringend, sich an Schönem und Häßlichem festsaugend, die Zeit durchschneidend, Gefühle erweckend oder Unsterbliche tötend. Er erinnert sich, in einem hohen Raum ungarische Musik gehört zu haben, während hunderte Rosen ihren schweren Duft verströmten,…

  • Endgültiger Abgang

    Er war mittlerweile eine Institution, unter dem Namen Elvis bei allen Jahrgängen zwischen 1980 und 1985 bekannt und nun hat er gekündigt. Zu viele Geschichten waren da, zuviel Ausnützen, zuviele Abstecher… Er hatte nicht die Ruhe seiner Lehrerin, auch nicht die Erfahrung, doch er versuchte, irgendwo im Hinterkopf, ihre Ideale in seiner Welt zu leben.…

  • Sonntagsarabesken #72

    Ankunft in einer neuen Zufriedenheit. Die Berge sind über Nacht verschwunden. Nichts erinnert mehr an den Eisklang der Wiener Wintertage; die kältebekleideten Scheiben sind weit entfernt; und während hier ein leidlich warmer Wind den Schnee als Vorspiel zu neuem Frost in grauen Bächen verrinnen läßt, öffnet sich dort ein Fenster, das den Blick auf die…

  • Sonntagsarabesken #71

    Verschiedentlich gibt es Anlässe, sich zu ärgern. Der Satyr, der in diesen Hallen sein Unwesen treibt, geht ihr mit seiner flüsternden, vor lüsterner Heiserkeit fast erstickten Stimme auf die Nerven. Die Zahl der von ihr geschriebenen Zeilen hat drei überschritten. Sie ist also auf dem besten Weg, diese Geschichte fertig zu erzählen. Worum dreht sich…

  • Sonntagsarabesken #70

    Sie traten in den Saal. Musik, Gelächter, Blumenduft, die Schritte Dutzender tanzender Paare auf dem Parkett; honiggoldenes Licht strömte in seidigen Kaskaden von Kandelabern und Kronleuchtern und überzog alle Kanten und Schärfen mit schimmernden Aureolen. Er roch die Ausgelassenheit und das Verlangen der dicht gedrängten Menschen nach Zufriedenheit; Zigaretten- und Zigarrenrauch, frisch entkorkte Sektflaschen, warme…

  • Sonntagsarabesken #69

    Er wollte um Verzeihung bitten. Obwohl es nichts zu verzeihen gab, wie er seltsam berührt feststellte. Der letzte Bus war vor zwanzig Minuten in die Nacht verschwunden. Eiseskälte streichelte seine Lippen. Verzeihung, wofür? Weshalb? Weil er sie nicht gebeten hatte, bei ihm zu bleiben? Weil er feig gewesen und berechnend geblieben war, obwohl sie bereits…

  • Kommentar #6

    Anonym am 3. Jänner 2005 um 15:19:24 Uhr auf einen Artikel zum Thema „Eigene Meinung“: Auch wenn ich im folgenden eine Schwäche eines Diskutanten darlege, ist es nicht weniger zu beachten. Es liegt nicht nur an dem Stand an qualitativem Wissen und emotionsloser Argumentation, damit die richtige Meinung akzeptiert wird. Sondern es liegt auch sehr…

  • Sonntagsarabesken #68

    Der Schatten wanderte langsam über ihre Wange bis an die Schläfe hinauf. In einer zweiten, abwärts mäandrierenden Bewegung umfing seine unscharfe Grenze die Kuppe des Nackens, den Hals begleitend bis hinab auf die leicht hochgezogene linke Schulter. Kleine Lichtpunkte tanzten zwischen den feinen Poren ihres Oberarmes. Das dichte Schleierwerk hell-dunkler Flächen verlagerte sich zwischen ihre…