AirBnB, Videoüberwachung inklusive#

Jeffrey Bigham bucht ein AirBnB und stellt bald fest, dass im Wohnzimmer eine Kamera angebracht ist, von der in der Wohnungsbeschreibung keine Rede war; man kann sie allerdings auf einem der Zimmerfotos erkennen, wen man genau hinsieht.

I don’t think we did anything particularly weird in front of that camera, but it’s very likely that my 2-year-old ran in front of this camera naked (the field of view of the camera was close to the exit of the bathroom).

Weil AirBnB auf seine Beschwerde über die nicht beschriebene Überwachungskamera nicht reagiert, verfasst er einen Blogpost – A Camera is Watching You in Your AirBnB: And, you consented to it. – in dem er aufzeigt, wie absurd dieses Problem seitens AirBnB gehandhabt wurde.

Airbnb verändert Hausgemeinschaften (in Wien)

#Airbnb entzieht dem Wohnungsmarkt in Wien etwa 2.000 Wohnungen. Bei Durchsicht der Angebote in Wien und bei der Lektüre des Artikels wird wiedereinmal klar, dass „das kleine, unbenutzte Zimmer, welches ein wenig zum Einkommen beitragen kann, wenn man es an Reisende vermietet,“ zwar einigen wenigen ein wenig hilft, aber in der Praxis nahezu irrelevant geworden ist.

Von der Grundidee, dass Privatpersonen ein zusätzliches Zimmer günstig vermieten und Touristen vom persönlichen Kontakt zu ihren Gastgebern profitieren, [ist] die heutige Praxis der Unterkunftsvermittlung weit entfernt […] Nur bei einem Prozent aller Airbnb-Angebote in Wien handelt es sich […] um ein Zimmer, das sich ein Gast mit seinem Gastgeber teilt […] Das Gros machen mit etwa 70 Prozent Wohnungen aus. […] davon wiederum [werden] rund 40 Prozent dauerhaft durch die Vermietung auf Airbnb dem Wiener Wohnungsmarkt entzogen […]. Dies sind etwa 2000 Wohnungen.

Ein Aspekt, der im Artikel kurz erwähnt wird, ist die Auswirkung von über Airbnb vermieteten Unterkünften auf Wohngegenden und Hausgemeinschaften: „Hausbewohner würden plötzlich in einem Hotel wiederfinden, Konflikte entzündeten sich am Lärm, an höheren Betriebskosten und dem Umgang mit Müll.“ Ja, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Ich habe Wohnungsschlüssel in meinem Postfach gefunden; immer wieder muss ich mitten in der Nacht aufstehen, weil ein Gast versucht, meine Wohnungstür aufzusperren; wenn zwei Vermietungen dicht aufeinander folgen, wird mitten in der Nacht (und hier sprechen wir von einer Zeitspanne zwischen Mitternacht und etwa 3 Uhr) gereinigt, ich höre den Staubsauger und das Verschieben der Möbel. – So hat sich das wohl niemand vorgestellt.

Obwohl ich der Grundidee von Airbnb nicht abgeneigt bin, so beeinflusst das Geschäftsmodell doch auch Unbeteiligte. Und in dem Moment sehe ich einer schärferen Regulierung durchaus positiv entgegen, denn natürlich ist auch hier die ursprüngliche Idee in einen versteckten Professionalismus pervertiert, der sich die Vorteile des noch unregulierten Felds zunutze macht.

Wie Dienste wie Airbnb eine Ortschaft verändern können#

Natürlich bezieht sich der verlinkte Artikel auf eine Ortschaft in den USA. Und natürlich sind dort alle verschuldet und natürlich vermieten sie ihre Häuser alle nur freiwillig an Unbekannte über diverse Dienste wie Airbnb, VRBO oder HomeAway, damit Touristen „die Stadt wie ein Einheimischer“ erleben können. Sofern es halt nicht ganz anders ist und Mieter von ihren Vermietern aufgefordert werden, ihre Wohnungen und Häuser zu räumen, damit Platz für Kurzzeitmieten geschaffen werden kann.

Not long ago, Barker stopped by the property-management company that oversees his rental to talk about a water heater on the fritz. “The manager said, ‘I know you have kids, but the owners are thinking about turning your place into a VRBO. You should probably start looking.’”

Doch was bleibt übrig, wenn eine Ortschaft ihren Charakter verliert und zu einem Disneyland für Touristen mutiert, in dem gar nichts mehr dem entspricht, was man einheimisch nennen könnte? Was, wenn aus Nachbarschaften Siedlungen für Feriennappartements und aus Wohnvierteln Kulissen werden? Langweilig und charakterlos wird es, doch was tun?

not only are short-term rentals squeezing the last drops out of the housing supply, but more pro foundly, they are threatening the very character that drew in locals—and tourists. […] “Live like a local.” But what happens when locals can’t afford to live like locals?

Selbst die Politik steht hierbei vor einem Problem. Denn diejenigen, die übriggeblieben sind, können sich ihre Liegenschaften deshalb leisten, weil sie andere Liegenschaften zu Short-Term-Residentials (STR) umgewandelt haben und aus den Einnahmen das für den Verbleib nötige Kapital extrahieren können.

For every person that I met who worried about what STRs might do to their block, I encountered someone else who relied on earnings from their own STR to stay on that block. For every defense of one’s private-property rights, I heard a counter-defense to not have one’s private-property rights infringed upon by a de facto hotel setting up shop next door. […] The complications […] began with the fact that the town’s mayor was not present. He (along with another council member) had recused himself because he has rented his home out as an STR. […] “What’s tricky here is that the commercial activity people are engaging in is letting people sleep there—and it’s really similar to what you do when you own the property as a resident. If I was running a nightclub or selling power tools, it’s easier to spot.”

Trist ist das.