Beijing Silvermine

Die „Beijing Silvermine“ ist ein aus weggeworfenen Negativen erstelltes Fotoarchiv des französischen Künstlers Thomas Sauvin. Es zeigt die Geschichte der Zeit nach der Kulturrevolution bis zum Aufstieg der digitalen Fotografie, fotografiert von den Einwohnern der Stadt selbst: Familien- und Gruppenfotos, Fotos vom Badeurlaub oder vom Wandern, Fotos, die von und vor Sehenswürdigkeiten gemacht wurden, und so weiter. Sauvin hat der Silvermine einen Instagram-Account gewidmet; die hier eingebettete Kurzdokumentation erklärt, wie das Projekt entstanden ist.

Was mich an den Bildern fasziniert, ist weniger das Zeugnis alltäglich erfahrener Geschichte als viel mehr ihre Gleichartigkeit. Obwohl es sich hier um Tausende, von verschiedenen Menschen gemachte Fotos handelt, gleicht eines dem anderen. Dieser Aspekt kommt auch kurz gegen Ende des Videos zur Sprache.

Smog in Beijing

So sieht es aus, wenn Beijing von Smog überzogen wird. Die Zeitrafferaufnahme entspricht etwa 20 Minuten. Die NY Times hat dieses Video kurz kommentiert:

The video, just 12 seconds long, shows what appears to be toxic smog descending on buildings over 20 minutes, with nearby structures becoming almost unrecognizable. The video was by taken by Chas Pope, a British worker, and posted on Monday, just as the city has been grappling with yet another extended bout of pollution. […] Mr. Pope, writing on Twitter, pegged the air quality index, a measure of the pollution, above 400 around the time of the video. The United States government rates readings of 301 to 500 as “hazardous.” […] the government on Tuesday issued its first-ever national red alert for fog, saying visibility would be as low as 50 meters, or about 160 feet, across northern China.

In Europa scheint es einen noch schärferen Index für die Luftverschmutzung zu geben, denn wir wenden nicht den hier zitierten „Air Quality Index“ an, sondern den „Common Air Quality Index“, der nicht nur den momentanen Verschmutzungswert beinhaltet, sondern auch die Langzeiteffekte misst; hier der Wikipedia-Eintrag dazu. Die Skala nennt jedenfalls schon einen Wert von mehr als 100 als „sehr gefährlich“.

Auf den Air Quality Index normierte Werte gibt es übrigens in Echtzeit unter waqi.info zu sehen. Ich schreibe diesen Artikel am 6.1.2017 um 11:00 Uhr, der AQI-Wert in Wien liegt an der Messstation AKH bei 21 Punkten. In Beijing ist es gerade 17 Uhr und der über alle dort verorteten Messstationen ermittelte Durchschnittswert liegt bei 280 Punkten. Weitere Städte: Berlin 14, New York 28, Bangkok 93 und Shanghai 76.