Verwendet die Mailadressen eurer ISP nicht!

Ein Appell an alle, die die E-Mailadressen ihrer Internet Service Provider nutzen: Bitte hört auf damit! Nicht nur wirkt ihr mit diesen Mailadressen wie die letzten Dinosaurier, es ist auch immer unsicherer, ob ihr so lange, wie ihr eure E-Mailadressen braucht, auch bei eurem ISP bleiben werdet.

Besorgt euch eine halbwegs stabile E-Mailadresse bei Gmail, FastMail, Posteo oder sonst irgendeinem Unternehmen, das sich aufs Mailhosting spezialisiert hat. Oder, noch besser, kauft euch eine eigene Domain, verknüpft diese mit einem der genannten Services (oder kauft euch sonstwo ein Mailhosting) und nutzt dann diese, also eure tatsächlich eigene Mailadresse. Sie gehört solange euch, solange ihr die Domain (und den Mailservice) bezahlt – unabhängig davon, welchen ISP ihr verwendet.

Die kostenlosen ISP-Adressen sind eine Katastrophe. Nicht nur ist die Wahrscheinlichkeit, dass man seinen ISP wechselt, verhältnismäßig hoch, es kann auch, wie vor einiger Zeit bei Verizon, passieren, dass der ISP sein Angebot von heute auf morgen einstellt. Erst nach so einer Ankündigung auf die Umstellung  zu reagieren, ist deutlich schwieriger als sich ein wenig Zeit zu lassen und langsam, aber stetig, alle Mailkontakte über eine neue E-Mailadresse zu informieren.

Und noch etwas: Aufs Mailhosting spezialisierte Anbieter bieten fast alle die Möglichkeit an, die Inhalte anderer Postfächer einmalig oder sogar kontinuierlich in die neuen Mailaccounts zu importieren. Es geht euch also nichts verloren. Also bitte gönnt euch etwas zum Jahresende und holt euch eine eigene E-Mailadresse.


  1. In Österreich zum Beispiel chello.at, aon.at, inode.at, drei.at, kabsi.at, usw. ↩

Reputation des Mailservers wird zum Ausschlusskriterium

Wie schafft man Marktkonzentration und verhindert Konkurrenz? Zum Beispiel durch systemische Gewalt; und diese kann sich in scheinbar unauffälligen Regeln verstecken: Will man seine E-Mails beispielsweise selbst hosten und ist der Server auch noch so gut konfiguriert, können einem die großen Mailprovider wie Gmail, Yahoo Mail, Outlook, usw.

FastMail: Australische Firma mit Serverstandort USA

Der in Australien registrierte Emailservice FastMail leidet offenbar unter dem Serverstandort USA.

It has been pointed out to us that since we have our servers in the US, we are under US jurisdiction. We do not believe this to be the case. We do not have a legal presence in the US, no company incorporated in the US, no staff in the US, and no one in the US with login access to any servers located in the US. Even if a US court were to serve us with a court order, subpoena or other instruction to hand over user data, Australian communications and privacy law explicitly forbids us from doing so. […] There are of course other avenues available to obtain your data. Our colocation providers could be compelled to give physical access to our servers. Network capturing devices could be installed. And in the worst case an attacker could simply force their way into the datacentre and physically remove our servers.

Ich habe den Beitrag zweimal gelesen und weiß bis jetzt nicht, ob ich ihn als Warnung oder als Versuch zur Beruhigung lesen soll.

Kein Recht auf die Erwartung von Privatheit…

Gmail ignoriert die Privatsphäre1. In der Klageabweisung gegen eine Sammelklage, in der Google Verstöße gegen das Recht der Kunden auf Datenschutz und Privatsphäre vorgeworfen wird, heißt es:

Eine Person hat kein Recht auf die Erwartung, dass die Privatheit von Informationen gewahrt bleibt, die sie freiwillig an dritte Parteien übergibt.

Gmail ist der beste Mailservice, den es gibt. Gmail ist der mieseste Mailservice, den es gibt. Auch, wenn man als Nicht-Gmail-User Mails an Gmail schickt.


  1. Welch Erkenntnis! 

Verschlüsselte E-Mails mit Apple Mail: GPGTools

Einmal das (kostenlose) GPG installiert und die dazugehörigen Keys generiert, lässt sich die Hochsicherheitsverschlüsselung für E-Mails problemlos (und äußerst komfortabel) in Apple Mail, Thunderbird, Postbox, etc. unter Mac OS X anwenden. Hier die Anleitung zur Installation und Konfiguration für Apple Mail, wie man sie für gewöhnlich auf CryptoPartys oder bei anderen themenrelevanten Zusammenkünften erhält.

Gmail Paranoia

Max Mansick über die Sicherheit von E-Mails per se als das eigentliche Problem.

There’s been some recent buzz about how it’s bad that Google is „reading“ the email of Gmail users. Google examines email algorithmically to power its targeted advertising in Gmail. This practice would be worth worrying about only if email was otherwise secure it’s not and if it was likely to hurt users it isn’t. Ironically, switching away from Gmail could reduce, not enhance, email security.

Dennoch heißt es im letzten Absatz:

With that said, I think it’s a bad idea to use a @gmail.com address (or any other domain name you don’t own). If Google – or your email service of choice – does turn evil or shuts down, at best you have to change your email address, and at worst they own a critical part of your online identity.

Doch richtig gehandelt!