Überwachungsapparat mit fragwürdigen Ergebnissen

2019 war das erste Jahr in den USA, in dem Onlinemedien mehr Werbeeinnahmen generieren konnten als Radio, Fernsehen, Zeitungen und andere Zeitschriften zusammengenommen. Zu verlockend ist die Versprechung der großen Plattformen Google und Facebook, hochgradig personalisierte Werbung situationsgerecht und den Lebensumständen eines Individuums entsprechend auszuliefern. Weiterlesen

Ein Tag auf Facebook im November 2019

Es macht schon Spaß, hin und wieder auf Facebook zu schauen und festzustellen, wie verkrampft dort versucht wird, meine Aufmerksamkeit auf Nichtigkeiten zu lenken. Aber das denke ich mir mittlerweile bei mehr als nur Facebook, was vielleicht zu ein paar Auszweigungen dieser, nun ja, ich nenne sie mal so: Artikelserie führen könnte. Weiterlesen

Private Fotos ungeschützt #

Wer die URL von Fotos oder Videos auf Facebook oder Instagram kennt, kann sich diese Medien ansehen, auch wenn sie gelöscht oder in einer als privat markierten Story genutzt wurden.

The hack […] requires only a rudimentary understanding of HTML and a browser. […] A user simply inspects the images and videos that are being loaded on the page and then pulls out the source URL. This public URL can then be shared with people who are not logged in to Instagram or do not follow that private user.

Private Instagram Posts Aren’t Exactly Private

Einmaleins des „Wie schütze ich Mediendateien?“. Lächerlich. Oder, wie es im Jahr 2019 eher dargestellt und verstanden wird: 🤦‍♂️.

Facebook fügt Bildern Trackingdaten hinzu #

Facebook – und so fängt mittlerweile jeder Artikel an, in dem es unschöne Überwachungs- und Trackingmaßnahmen geht – stattet Bilder mit Trackingdaten aus.

The take from this is that they can potentially track photos outside of their own platform with a disturbing level of precision about who originally uploaded the photo (and much more).

Edin Jusupovic, Twitter

Ich vermute, hier geht es eigentlich darum, zB den Re-Upload von problematischem Material schneller zu erkennen. Aber Facebook wäre nicht Facebook, gäbe es für solche Daten keinen Dual-Use.

Libra #

Facebook steigt mit Libra ins Geschäft der Kryptowährungen ein. Ich glaube: Drittweltländer als Betaphase, dann Rollout in den USA mit Fokus auf Geldüberweisungen (Remittances) nach Südamerika. (Western Union und MoneyGram werden gerade nervös.) Aufbau einer riesigen Userbase durch Convenience, dadurch Festigung der Position in den USA, beschleunigt durch Erweiterung des Leistungsspektrums und Nutzung von Coupon- und anderen Bonusprogrammen. In der Zwischenzeit probiert man in der EU die Geldüberweisung ins Ausland, sie überzeugt und ist billig. Auch hier etabliert sich die Währung von unten. Die PR-Maschinerie, die vor allem damit wirbt, für die Leistungen der traditionellen Banken nicht zahlen zu müssen, läuft in leicht verständlicher, noch stärker die Region betonender Landessprache. Der Prozess wiederholt sich weltweit mit Ausnahme Chinas; Russland wird schwierig. Ist Russland geknackt, ist Chinas WeChat – und damit der größte Gegner in diesem Spiel – umzingelt. Wohoo, es wird spannend. Glaube ich.

Und noch ein Tag auf Facebook

Ich weiß ja nicht, wie es bei euch auf Facebook aussieht, aber mein Feed hat sich in den letzten Wochen zu einer reinen Werbeschau entwickelt. Daran ist wohl nicht nur Facebook schuld, sondern vor allem die „Freunde“, die Werbeinhalte teilen: gesponserte Posts, dämliche, politische Statements, virale, aber einfach nicht lustige oder halbwegs interessante Videos, Veranstaltungsinformationen, die niemanden interessieren, oder aber indirekte Facebook-Werbung durch so Gimmicks wie „heute vor 5 Jahren“ oder „wir sind nun seit 48 Monaten befreundet“. Weiterlesen

Bank Austria verlässt Facebook #

Die Unicredit, somit auch die Bank Austria, verlässt Facebook, Instagram und Messenger.

Unicredit investiert konsequent in die Weiterentwicklung ihrer eigenen digitalen Kanäle, um einen exklusiven und hochqualitativen Dialog zu gewährleisten. Deshalb wird sich Unicredit zum 1. Juni 2019 vollständig von Facebook und den zu Facebook gehörenden Social-Media-Kanälen (Messenger und Instagram) zurückziehen. Das gilt auch für die Hypovereinsbank.

Facebook, Instagram und Messenger waren nie, sind nicht und werden nie die Kommunikationskanäle sein, die sie vorgeben zu sein. Wir verlassen Facebook, in diesem Beispiel, halt, in großem Stil.

Journalismus auf Facebook

Zwei Zitate aus einem Meeting zum Thema Journalismus auf Facebook.

We will help you revitalise journalism […] in a few years the ­reverse looks like I’ll be holding your hands with your dying ­business like in a hospice.

Angeblich Mark Zuckerberg.

Und einmal die Presseabteilung.

We know there’s much more to do, but our goal at Facebook […] is to help journalism succeed and thrive, both on our platform and off. That means a new focus on building sustainable business models, and that’s what the discussion was about.

Sicher die Presseabteilung. #

„Dumb fucks“.

Über Facebooks Umgang mit dem Anschlag in Christchurch #

Kate Klonick hat im New Yorker einen detaillierten und die Komplexität der Situation darstellenden Bericht über das Team veröffentlicht, welches bei Facebook mit dem Anschlag in Christchurch konfrontiert war. Man erfährt dabei nicht nur, wie absurd Contentmoderation sein kann (das Spektrum reicht von „teen-agers reporting pictures in which they think they look fat“ bishin zu „a beheading by a Mexican drug cartel“), sondern man staunt durchgängig über die perverse Lust am Teilen (im Sinne von online sharing) von Gewaltdarstellungen.

in the first twenty-four hours, one and a half million copies of the video were removed from the site, with 1.2 million of those removed at the point of upload.

Moderation, egal, ob durch Software oder von Menschenhand durchgeführt, kann nur bis zu einem bestimmten Punkt für Fairness und Harmonie sorgen. Dass es aber offenbar nicht wenige Menschen gibt, die solchen Content online sehen wollen ist noch viel verstörender.

The Christchurch shooting may demonstrate that, as long as social media exists, some amount of horror is bound to slip through the cracks. Ultimately, what likely disturbs us most about moments like Christchurch is that this kind of content exists and, perhaps worse, that there are bad people trying to make it spread.

Vor allem aber schwebt über dem Bericht eine Erkenntnis, die ich bei Siva Vaidhyanathan in einem Tweet zum Thema gefunden habe: „Facebook can’t control the monster it built.“


Im Artikel verweist Kate Klonick auch auf Kevin Roose (New York Times), die dem Charakter dieses Anschlags und den sich daraus ergebenden Herausforderungen für die mediale Aufbereitung mehrere Artikel gewidmet hat. Der Anschlag war „A Mass Murder of, and for, the Internet„.