Liam Wong: After Dark

Liam Wong: After Dark

Vollbild, Kopfhörer auf und maximale Auflösung! Warum ich das hier poste? Weil ich, obwohl mir Filme wie dieser (Stimme aus dem Off, irgendwelche mäßig ansprechenden Statements) an sich nicht so taugen, in die kühle, nächtliche Atmosphäre des Films versunken, beim Statement „After dark, there is light!“, Weiterlesen

Warum gefällt dir „The Terminal“?

Vor nicht allzu langer Zeit wurde ich gefragt, warum mir der Film „The Terminal“ mit Tom Hanks und Catherine Zeta-Jones gefiel. Warum? Warum? Was für Frage?! Aber auch nicht uninteressant, das mal durchzudeklinieren und tatsächlich so eine Frage auch zu beantworten. Weiterlesen

Trailer zu Last Night

Last Night, was für ein Film! Keira Knightley und Sam Worthington sind das verheiratete Paar, Eva Mendes seine Arbeitskollegin und Guillaume Canet ihre ehemalige Liebschaft. Das Setting verrät schon viel, was aber die Regisseurin Massy Tadjedin daraus macht, ist mehr als sehenswert. Die Aufteilung der Story in zwei großen Akten auf zwei Handlungssträngen, die Entwicklung der Beziehung der verschiedenen Charaktere zueinander, der progressiv schnellere Schnitt, die Atmosphäre, der feine, die Handlung teils präsent unterstützende Soundtrack oder das unerwartet abrupte, aber umso bessere Ende mit langem Schnitt auf Schwarz… Zurückziehen, Licht aus, Kopfhörer drauf, ansehen!

Tanzen. Ein Supercut aus 300 Filmen

https://vimeo.com/275826346

Irgendwer hat sich gedacht, die Tanzszenen aus 300 Filmen zu einem Supercut zusammenstellen zu müssen und voila, hier ist er! Das Ganze ist nett anzusehen, kommen doch in so kurzen Schnitten dermaßen viele, bekannte Filme vor, bei denen man ganz und gar nicht ans Tanzen denkt: Der Supercut beinhaltet Tanzszenen aus Deadpool, Forrest Gump, Dead Poets Society, Braveheart, Mulholland Drive, Star Wars, Lord of the Rings, Cabin in the Woords, Batman, American Beauty und vielen weiteren, insgesamt 300 (!) Filmen. – Ja, tanzen ist hier immerhin ein gültiges und mit einigen Beiträgen gefülltes Schlagwort.

Okja

Die Geschichte der Rettung des Superschweins „Okja“, das von einem multinationalen Lebensmittelkonzern mittels Gentechnik zur Fleischerzeugung optimiert wurde, von der jungen Koreanerin Mija aber als liebevolles Haustier und verspielte Freundin wahrgenommen wird, kann man dem Trailer leicht entnehmen. Die beklemmende Szenerie und die das Publikum stetig beunruhigende Dramaturgie, vor allem gegen Ende des Films, der sich zu großen Teilen im Schlachthaus und dem davorliegenden Lebendfleischlager abspielt, allerdings nicht.

„Okja“, so Die Presse, ist ein „linkspopulistische[r] Hybrid aus Action, Fantasy und Satire“ des koreanischen Regisseurs und studierten Soziologen Bong Joon-ho. Der Film ist sehenswert und, weil eine Eigenproduktion, auch auf Netflix verfügbar.

Dirty Dancing 2017

Dirty Dancing wurde mit Abigail Breslin (Little Miss Sunshine) und Colt Prattes (Wer? Colt Prattes. Kenn ich nicht. Ich auch nicht.) neu verfilmt. Alles, was ich an Ausschnitten dieses Films gesehen habe, ist peinlich, furchtbar oder, noch häufiger, beides gleichzeitig.

Ganz besonders daneben ist in der Neuverfilmung aber das große Finale, der Tanz zu „Time of my Life“. In der Version aus 1987 stilisiert der Regisseur Emile Ardolino (ja, ich habe nachgesehen, wie er heißt, ich weiß sowas natürlich nicht auswendig) eine tänzerische Hebefigur zur Klimax einer gut eine Stunde dauernden Erzählung über die Emanzipation Baby Housemans von ihrem bisherigen, vom Vater bestimmten Leben – und sie reißt alles mit: Selbst die anfangs lediglich als Tanzroboter fungierende Figur des Johnny Castle verwandelt sich in diesem Moment vom langweiligen und verantwortungslosen Draufgänger in eine charismatische Person, die letzten Endes den gesamten Kontext für die Möglichkeit dieser Loslösung Babys von ihrem Vater darstellt. (Und dem Vater taugt’s eh, die Mama ist stolz und wuschig, die Schwester neidig und überhaupt sind alle froh, aber das ist ja auch Unterhaltungskino.)

Im wunderbaren Original aus 1987 hat man bei Jennifer Grey und Patrick Swayze keine Sekunde lang das Gefühl, sie würden beim Tanzen zögern, keinen Spaß haben, oder, viel banaler, ihre Schrittfolgen oder die Figuren nicht beherrschen. Dieser Gedanke kommt bei uns Zuseherinnen und Zusehern gar nicht erst auf, weil wir der finalen und damit auch den Film abschließenden Hebefigur entgegenfiebern. Und obwohl spätestens beim Nicken Babys auf die Aufforderung Johnnys hin ganz klar ist, dass alles nur wenige Sekunden später gut gehen wird, lehnen wir uns dann doch mit einem Lächeln auf den Lippen wieder ins Sofa zurück, als Baby die Figur erwartungsgemäß, aber mit der für so einen Film notwendigen Portion Glück, gut gelingt. (Und alle tanzen mit, jeder mit jedem, es finden sich Paare, von denen man nicht vermutet hätte, dass sie überhaupt miteinander können… kurzum, alles endet in einer Tanzorgie, wie wir sie von Tanzfilmen mittlerweile gewohnt sind. Tanz, Tanz, überall. Kurz, bevor der Abspann einsetzt und eine Weitwinkelaufnahme die Szenerie in ein Hintergrundbild umwandelt, wird uns damit noch einmal mitgeteilt: Alles ist nun gut. Wirklich alles.)

Beim missglückten Versuch aus dem Jahr 2017 kommt man hingegen aus dem Fremdschämen gar nicht erst heraus. Bei jedem Schritt habe ich mich gefragt, ob sich, was auch immer Abigail Breslin und Colt Prattes da gerade vorhaben, überhaupt noch irgendwie im Takt der Musik ausgeht. Und nein, ich spreche bewusst nicht von den Figuren Baby und Johnny, denn zu dem Luxus, mich auf die Dramaturgie und die Charaktere zu konzentrieren, kommt es nie! Ich spreche von Abigail Breslin und Colt Prattes, denn sie – und nicht ihre Rollen – sind mit ihrer Tollpatschigkeit einfach zu präsent. Und selbst wenn ich so tue als ob ich die Rollen betrachten würde, wenn ich es mir also ganz fest einrede, ja, selbst dann wird es nicht besser! Die doppelte Pirouette, die Patrick Swayze 1987 nach seinem Sprung von der Bühne dreht, wurde 2017 durch eine einfache, vertikale Judorolle oder sowas Ähnliches ersetzt. Der Anlauf zur wichtigsten Figur des ganzen Films wirkt einfach völlig falsch und in der Choreografie deplatziert. Man möchte Breslin fast nachrufen, sie solle doch aufpassen, denn da steht wer im Weg! Warum sie kurz vor dem Anlauf von irgendwelchen, gerade in der Gegend herumstehenden Menschen einfach mal hochgehoben und wieder hinuntergesetzt wird, weiß und verstehe ich auch nicht. Sinn macht das alles keinen.

Und die alles entscheidende Hebefigur? Was ist aus der wichtigsten Szene des ganzen Films geworden? Prattes hebt Breslin hoch und lässt sie wieder hinunterfallen, that’s it. Das Herunterfallen kaschiert Prattes mit einer Art Umarmung, die aber selbst wiederum so aufgesetzt wirkt, dass sich der Regisseur dieser Peinlichkeit, Wayne Blair (auch den Namen habe ich natürlich in der IMDB nachgeschlagen), in der Nachbearbeitung offenbar bemüßigt sah, sofort wie wild zur Schwester zu schneiden, bevor er uns wieder das Tanzpaar zeigt, das mittlerweile in den Versuch eines kabarettistisch-persiflierten Paarungsrituals übergegangen ist, bei dem das Männchen in elliptischen Bahnen um das Weibchen läuft und an den Polen dieser Ellipse Posen einnimmt, während das Weibchen krampfhaft versucht zu verstehen, wie es überhaupt zu all dem kommen konnte. (Und genau das denke ich mir auch.)

Einige der Kommentare auf YouTube sprechen mir hier wirklich aus der Seele, wenn es da beispielsweise heißt: „This is like a bad surprise wedding dance…“ (meine Güte, ja, ja!, das ist es, was ich da gerade gesehen habe!) oder „It’s like they didn’t even try to dance.“ (Exakt.)

Wie kann man einen Film nur so dermaßen verhunzen?

Arrival – Die Antwort auf schlechte Filme

In diesem Video-Essay analysiert Evan Puschak (alias „The Nerdwriter“), warum Arrival ein so dermaßen gut gemachter Film ist und warum er vom Niveau der Massenproduktionen vergangener Jahre deutlich abweicht. Viele in seiner Analyse erläuterten Punkte beziehen sich eigentlich auf die Inhalte der Kurzgeschichte The Story of Your Life von Ted Chiang, die der Regisseur Denis Villeneuve aber nicht nur als Vorlage, sondern auch als Werkzeug für den Film verwendet. Und das ist der geniale Schachzug, der Arrival auf mehreren Ebenen als „response to bad movies“ erscheinen lässt.

Lost in Translation

Was für ein schöner Film. Und warum habe ich den erst jetzt gesehen?

New Yorker

Sofia Coppola’s Lost in Translation is the best movie about jet lag ever made. Bill Murray plays Bob Harris, an over-the-hill movie star who is in Tokyo to pick up some easy money filming commercials for Suntory whiskey.

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James Bond: Skyfall

Was ist nur aus dem Craig-Bond geworden!? Die Hoffnung auf einen frischen, tiefgreifend neu definierten James Bond, wie wir ihn in „Casino Royale“ kennengelernt haben, ist zerstört. Skyfall ist nicht viel mehr, als eine in die Länge gezogene Aneinanderreihung skurriler Handlungsketten, über die wir uns schon in „Ein Quantum Trost“ gewundert haben. Weiterlesen