Filterblase YouTube #

YouTube wird unterschätzt, wenn es um Filterblasen geht, weil wir die Plattform bewusst ansteuern und durchwegs im Glauben bleiben, freie Entscheidungen zu treffen. Dem ist aber nicht so.

Auf Facebook präsentieren Algorithmen ein Kunterbunt an Filmchen, Memes, Status-Befindlichkeiten oder Boulevard-Artikeln. Das Überraschungselement ist gross, die Empörung über verstörende Propagandainhalte ebenso. Man fühlt sich fremdgesteuert.

Youtube suchen wir hingegen gezielt auf. Hier navigieren wir uns mit Klicks und Suchstichworten durch den Kosmos und schreiben uns eine grössere Eigenverantwortung an den Resultaten zu. Dabei ist unsere Autonomie aufgrund des ausgeklügelten Algorithmus genauso beschränkt.

Das wäre alles relativ egal, würde nicht so verdammt viele Personen, vor allem junge, angeben, YouTube als primäre Quelle für ihre Wissensbildung zu nutzen. #

derstandard.at wird seine Startseite personalisieren #

derstandard.at arbeitet daran, seine Startseite auf den jeweils individuellen Nutzer angepasst anzuzeigen. Man wird also zu lesen bekommen, was man lesen will.

In einigen Jahren dürfte die Startseite von DerStandard.at […] bei jedem Nutzer anders aussehen. “Die Kunst dabei wird sein, keine Filterbubbles entstehen zu lassen, aber trotzdem auf individuelle Bedürfnisse einzugehen”, erzählt Mitteräcker. Algorithmen, so wie sie Facebook ganz prominent nutzt, seien auch im Journalismus die Zukunft. “Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie wir dem User das bieten können, was ihn interessiert. Es ist nicht die Frage, ob wir einen Algorithmus machen, sondern wie wir es machen.” Die Rolle der Redakteure wird sich dadurch ändern. Sie geben dann nur Relevanz und Aktualität an, den Rest macht das Programm auf Basis des individuellen Nutzerverhaltens.

Ich bin skeptisch, denn eine ausschließlich algorithmisch aufgebaute Startseite führt dazu, dass sich das Weltbild der Leserinnen und Leser stetig leicht verändert oder, in den Augen des Algorithmus, präzisiert, was naturgemäß dazu führt, dass sich auch die Startseite besser anpasst und die Auswahl der angezeigten Artikel ändert… und so weiter, und so fort. Wie vieler solcher Iterationen wird es bedürfen, bis die Nutzer in ihren jeweiligen Filterblasen gefangen sein werden? #

Filterblase? Nein, sondern das Fehlen von Nachrichten. #

Eli Pariser, Entdecker der algorithmischen Filterblase („Filter Bubble“), sieht sein Konzept, vor allem im Kontext politischer Kommentare, nicht gänzlich verstanden. Seine Kritik? Filterblasen können das Erkennen (eines aufkommenden Ereignisses) verhindern, sind aber nicht (für das Ereignis selbst) zur Verantwortung zu ziehen. Eli Pariser zu Trumps Wahlsieg:

After the election, I felt gratified that the idea that I had put out in the world was useful to people, but also worried that people were taking it a little too far. The filter bubble explains a lot about how liberals didn’t see Trump coming, but not very much about how he won the election. I think even if you’re talking about the conservative media ecosystem, my guess is that talk-radio, local news, and Fox are a much more important piece of that story than random conservative fake news.

Diese Verständnisverlagerung ist essentiell, denn sie verleiht Medienhäusern und Journalisten wieder mehr Einfluss. Und genau das ist das Thema des restlichen Interviews mit Eli Pariser, in dem er erklärt, wieso Medienhäuser ihre Konsumenten nicht mehr erreichen und dass das Problem eben der Weg und nicht die Nachricht selbst ist. #

CryptoParty #22: Filter Bubbles

CryptoParty

Die 22. CryptoParty fand nicht im Metalab, sondern im HTU-Großraum der TU Wien statt. Thema: „Filterbubble, was ist das und welche Vor- und Nachteile hat dieses Phänomen für mich?“ Bevor das Thema jedoch diskutiert wurde, nahm MacLemon dem Auditorium mit einem Rückblick in der Rubrik „Was seit der letzten CryptoParty geschehen ist…“ wieder einmal die Hoffnung auf die Existenz eines Hausverstands und auf die Möglichkeit der kryptographischen Verbesserung der Welt. Weiterlesen

Facebook – oder – für den Normalzustand bezahlen

Nur Katzen- und Kinderfotos im Facebook-Stream? Irgendwie wird’s immer fader und es ist nicht klar, warum? Immer öfter fehlen Postings von Freunden und Familie? Das sind die Auswirkungen der Umsetzung von Facebooks Geschäftsmodell: Algorithmen, die die Verbreitung von Inhalten einschränken, um deren normale (organische) Reichweite durch Bezahlung seitens der Inhalteanbieter wieder herzustellen.

Erinnert in Teilen an Googles Filter-Bubble, oder?

TED Talks: Eli Pariser über „Filter Bubbles“

Informationelle Selbstbestimmung durch allumfassende und neutrale Information? Unwahrscheinlich, da die Informationen, die wir gezeigt bekommen, bereits an unsere von Algorithmen festgestellten Interessen angepasst – und damit gefiltert – wurden.

Die datenschutzfreundliche Suchmaschine DuckDuckGo hat Eli Parisers Ted Talk in einer in der Tat anschaulichen Werbung dargestellt.