Mark Zuckerbergs Verständnis von freier Meinungsäußerung

Siva Vaidhyanathan hat im Guardian einen bissigen Kommentar zur Rede Mark Zuckerbergs an der Universität Georgetown geschrieben. Zuckerbergs Verständnis von freier Meinungsäußerung sei überkommen und man merke in seiner Rede durchgängig, dass es ihm an Bildung fehlt:

Zuckerberg outlined a facile and incomplete history of the expansion of legal speech in the United States, misapplied it to his own global, private company […], and offered the shallowest of platitudes about the value of two of his favorite phrases, “giving more people a voice” and “bringing people together”.

Freiheit, wie Apple sie meint

https://www.youtube.com/watch?v=jUvD80mNKBM

Beim gestrigen Apple-Event wurde, neben vielen anderen, die hier eingebettete Werbung für die neue Apple Watch gezeigt. Apple Watches verfügen nun über eine eigene SIM und werden damit zum vollwertigen, vom iPhone unabhängigen Mobiltelefon. Apple hat dieser Funktion den Slogan „The Freedom of Cellular“ verpasst.

Vom iPhone unabhängiges telefonieren? Nicht schlecht. Das in der Werbung gezeichnete Szenario? Das genaue Gegenteil von Freiheit, ein hübsch verpackter Albtraum!

Eine junge Frau nutzt auf einem abgelegenen und menschenleeren Strand die Brandung für ihr Hobby, das Wellensurfen. Sie schwimmt hinaus, bereitet sich vor und nutzt die brechende Welle, um sich ganz auf sich und das Surfen zu konzentrieren. Sie geht in ihrem Hobby auf, ihre Wahrnehmung ist vollständig auf sich, die Welle und das Surfen fokussiert. Die Wucht der Welle trägt sie, ihre Konzentration gilt der Brandung, der Balance und der Geschwindigkeit. Sie geht in ihrem Hobby auf, genießt den Moment und die Freiheit, die sie nur hier spüren kann. Und in diesem Moment… läutet das Telefon. „Störe ich dich gerade“, „Ich wollte nur kurz fragen, wie’s dir geht!“, „Wo hast du den Ordner für X hingelegt?“, „Kannst du mir nur schnell sagen, wer der Verantwortliche für Projekt Y war?“, „Warum meldest du dich nicht?“, „Ich will dich nicht lange stören, aber…!“, hunderte E-Mails, Nachrichten und andere Unterbrechungen, die man bislang Weglegen konnte, erzwingen sich ihre Aufmerksamkeit über das High-Tech-Equipment am Handgelenk.

Ich habe mich zu sehr auf die vorgespiegelte Wirklichkeit in diesem Spot eingelassen und wurde brutal aus diesem wohligen Zustand herausgerissen als plötzlich, mitten in der Welle und damit in der beruhigendsten Geräuschkulisse, die dieser Planet zu bieten hat, das Telefon am Handgelenk läutete. Das soll Freiheit sein? Mitnichten! Das ist eine Umkehrung der Wahrnehmung von Wirklichkeit. Nicht die Konnektivität wird zur Ausnahme natürlichen Lebens, sondern das natürliche, von solchen Einflüssen ungestörte, freie Leben wird zur Ausnahme eines permanent vernetzten, quantifizierten und kontrollierten Daseins.

Wohlwollendes Lächeln der Leserschaft. Aber oha! Gleich ist der Termin beim Therapeuten, der mir abermals zu mehr freier Zeit raten wird. Keine Sorge, die Apple Watch wird zukünftig Herzrhythmusstörungen erkennen.

Googeln ist Denken, also gehört es geschützt#

Hinter dem Titel „Google has captured your mind“ findet sich eine (auf den anglo-amerikanischen Raum zentrierte) Rechtsgeschichte über die Verteidigung der freien Meinungsäußerung als Folge freien Denkens. Wer online sucht offenbart sein Denken, daher gehören auch Suchbegriffe, Onlineprofile und andere Datensammlungen geschützt.

In the digital age, computers are an essential and intertwined supplement to our thoughts and our memories. […] Virtually every computer “program we use is a type of thinking aid—whether the task is to remember things (an address book), to organize prose (a word processor), or to keep track of friends (social network software).” These technologies have become not just aids to thought but also part of the thinking process itself. […] Search engines in particular bear a special connection to the processes of thought. […] A transcript of search queries and links followed is a close approximation to a transcript of the operation of your mind. In the logs of search engine companies are vast repositories of intellectual wonderings, questions asked, and mental whims followed. Similar logs exist for Internet service providers and other new technology companies. And the data contained in such logs is eagerly sought by government and private entities interested in monitoring intellectual activity, whether for behavioral advertising, crime and terrorism prevention, and possibly other, more sinister purposes.

Der Artikel ist ein Exzerpt von Niel Richards‘ Buch „Intellectual Privacy: Rethinking Civil Liberties in the Digital Age“ und offenbart ideengeschichtliche und rechtstheoretische Zugänge zum Thema „Schutz des freien Willens“.

Finanzielle Freiheit

Das eigene Verdienst ist der erste Schritt zur Unabhängigkeit. Manche arbeiten bereits in der Schulzeit, andere fangen in der Studienzeit an, aber eigentlich weigert sich niemand, bis auf einige Idealisten, prinzipiell, zu arbeiten.