Google sieht’s realistisch

…und verlängert das Home-Office für 200.000 Mitarbeiter bis Juli 2021. Bei uns träumt man, vor allem im Freizeitbereich immer noch von regulärer Öffnung im Herbst, na vielleicht schon Ende August, spätestens aber dann im September, und wenn nicht, naja, bis Oktober könnten wir noch verkraften, aber so lange… das können die nicht machen. Gut, wenn ich auf St. Wolfgang und den Sumpf dort schaue, dann wird mir immer mehr klar, wie das „Problem“ gelöst werden wird. Was? Wo? Hat da ein Kind gehustet!?

Ad

Google Ads sehen nun aus wie organische Ergebnisse. Anstelle des Favicons zeigt Google bei Werbungen ein Label – eben: Ad – an. Das stößt, verständlicher Weise, auf wenig Freude.

Google’s ads look just like the search results now. The company hasn’t been a „search engine“ for a long time now, but the takeover of the company by biz dev & sales folks is complete.

Jason Kottke auf Twitter

Mir gefällt, wie Michael Tsai die Situation mit den Ad-Labels bezeichnet. Er dreht den Spieß um und meint in seiner lesenswerten Zusammenfassung: Every Google Result Now Looks Like an Ad.

Überwachungsapparat mit fragwürdigen Ergebnissen

2019 war das erste Jahr in den USA, in dem Onlinemedien mehr Werbeeinnahmen generieren konnten als Radio, Fernsehen, Zeitungen und andere Zeitschriften zusammengenommen. Zu verlockend ist die Versprechung der großen Plattformen Google und Facebook, hochgradig personalisierte Werbung situationsgerecht und den Lebensumständen eines Individuums entsprechend auszuliefern.

Google kauft FitBit

Und Wolfie Christl hat das wichtigste Zitat zum 2,1 Milliarden USD teuren Kauf gefunden: Google will die durch FitBit gesammelten Gesundheitsdaten niemals sofern möglich, eher nicht für die Personalisierung von Werbung nutzen. (Die Formatierung in diesem Blogpost ist wichtiger als der geschriebene Inhalt in Form von Worten.)

Google-Suchen führen in 50,33% zu keinem Klick

Google hat seine Suchergebnisseiten so sehr darauf ausgelegt, direkt und unmittelbar Antworten auf Suchanfragen zu liefern, dass nun (Juni 2019) der Punkt erreicht ist, bei dem mehr als die Hälfte aller Suchen überhaupt keinen Klick mehr auf externe Sites – ja, das sind unsere Websites! – auslöst.

Wozu auch? Was unmittelbar auf der Seite beantwortet wird, braucht ja auch keine Weiterleitung. Wetter? Liedtexte? Flüge? Hotels? Nope. Alles wird direkt bei Google erledigt. Google ist ein Walled Garden geworden, auch wenn nach wie vor 45,25% der Suchen zu Klicks führen und die Klicks auf Werbung bei „nur“ 4,42% liegen.

myaccount.google.com/purchases

Ich will hier nicht nur Facebook als so ziemlich das deklarierte Gegenteil von Datenschutz nennen, auch Google steht dieser Qualität um nichts nach. Wer Gmail nutzt, so der aktuelle Anlassfall, befüllt, wohl ohne es zu wissen, eine Sammlung an Käufen.

Google says it doesn’t use your Gmail to show you ads […] But, for reasons that still aren’t clear, it’s pulling [purchase] information out of your Gmail and dumping it into a „Purchases“ page most people don’t seem to know exists. Even if it’s not being used for ads, there’s no clear reason why Google would need to track years of purchases and make it hard to delete that information.

Meine Käufe-Seite war leer. Wie sieht es bei euch aus? (Und: FastMail, Leute, FastMail – hier mit Referral-Link.)

Microsoft wechselt zu Chromium

Microsoft gibt seine eigene Engine EdgeHTML auf und wechselt zu Chromium. Damit wird Googles Chromium-Projekt der neue de-facto Standard. Da ist ganz, ganz schlecht für das Web, argumentiert Chris Beard von Mozilla, der dann letzten, verbleibenden Alternative:

From a business point of view Microsoft’s decision may well make sense. Google is so close to almost complete control of the infrastructure of our online lives that it may not be profitable to continue to fight this. […] From a social, civic and individual empowerment perspective ceding control of fundamental online infrastructure to a single company is terrible. […] If one product like Chromium has enough market share, then it becomes easier for web developers and businesses to decide not to worry if their services and sites work with anything other than Chromium. That’s what happened when Microsoft had a monopoly on browsers in the early 2000s before Firefox was released. And it could happen again.

Goodbye, EdgeHTML„, Chris Beard

Mozilla Firefox als echte Alternative zu auf Chromium basierenden Browsern? Tja. Ich fürchte, wir alle müssen uns damit anfreunden, dass das offene Netz in Wirklichkeit ein auf verschiedene Server ausgelagertes Google-Produkt ist. Schade. Denn die IE6-Zeiten waren die Hölle.

Nachtrag am 7.5.2019

Tom Warren hat in The Verge einen ausführlichen Artikel über die erstaunliche Entscheidung Microsofts geschrieben, mit Google am Edge-Browser zu arbeiten.

Google Chrome wird zur App

Seit dem letzten Update von Google Chrome (Version 69) gibt es eine große Änderung in Bezug auf den Anmeldestatus innerhalb des Browsers. Konnte man ihn bislang im nicht angemeldeten Zustand problemlos nutzen, übernimmt er nun den Status der Anmeldung bei einem der zahlreichen Google Onlineservices.