Der Yahoo!-Hack#

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Yahoo! vor zwei Jahren die Zugangsdaten von 500 Millionen Konten gestohlen wurden. Ob der Hack nun, wie Yahoo behauptet, „mit Hilfe eines Staates“ durchgeführt wurde, ist auch schon egal; letzten Endes ist alles, was nicht auf Wissen basiert, PR. Und gegenwärtig weiß niemand etwas.

Was man bei Yahoo intern aber gewusst hat, lässt mich dann aber doch aufhorchen:

Internal sources at Yahoo said the company had been subjected to a number of previous incidents that were not managed swiftly by CEO Marissa Mayer. One executive close to the situation said that former Yahoo information security head Alex Stamos had tried aggressively to get management to act more strongly at the time, but he had not been successful. The well-regarded techie left Yahoo in mid-2015 for a job as chief security officer at Facebook.

Und was die Zahl von 500 Millionen Nutzerdaten angeht, so bin ich ganz bei John Gruber, der sich fragt, ob diese Zahl nicht ein Faktum verschweigt, das zwar nicht heute, sehr wohl aber vor zwei Jahren Gültigkeit hatte und damit die Dimension des Hacks verändert:

Doesn’t “500 million accounts” effectively mean all Yahoo accounts in 2014? How many accounts could there have been that weren’t stolen? They’re saying “500 million” but they really mean “They stole every account”. Right? […] Even if it’s not all accounts that were stolen, it has to be most.

Und was ist ein Unternehmen wert, das E-Mails, Fotos (Flickr) und andere persönliche Daten verwaltet, dem die Zugangsdaten aller Kundenkonten gestohlen wurden?

Massive Änderungen bei Flickr#

Flickr hat gerade sein Geschäftsmodell geändert.

  • Ab sofort hat jedes kostenlose Account 1 Terabyte Speicher und alle Funktionen zur Verfügung, die bislang nur Pro-Konten hatten.
  • Wer noch ein Pro-Konto hat und dieses vor dem 20. August 2013 verlängert, hat unlimitiertes Speichervolumen, keine Werbung und detaillierte Statistiken. (Neu erwerben kann man Pro-Konten aber nicht.)
  • Es gibt zwei neue Abo-Optionen: (1) Für knappe 50 USD/Jahr kann die Werbung auf Flickr deaktiviert werden und (2) für knappe 500 USD/Jahr kann ein zusätzliches Terabyte Speicher erworben werden.

Was man Flickr bislang zugute halten konnte, gilt nicht mehr: Früher hat man für die Leistung einer Fotogalerie bezahlt, in Zukunft bezahlt man fürs Unterdrücken der Anzeige von Werbung. Wenn das Marissa Mayers Plan zur Sanierung Yahoo!s ist, dann kann ich mir gut vorstellen, dass man auch auf Tumblr demnächst dafür zahlen wird müssen, keine Werbung zu sehen. Andernfalls: AdBlock Plus.

Yahoo! kauft Tumblr#

Yahoo! wird Tumblr um 1,1 Milliarden USD kaufen (das sind 860 Millionen Euro). Optimistisch.

Mayer determined quickly in her research that the site was just the kind of property that Yahoo needed to make it both “cool” and relevant to new consumers.

Yahoo is looking to bolster its strong set of existing media offerings to appeal to a different demographic and also get into the social space via consumer-based software solutions that are both elegant and easy to use.

1,1 Milliarden USD für Spam, Pornografie und Katzenbilder.

Nachtrag

Auf Ihrem neu eingerichteten Tumblelog, verkündet Marissa Mayer in sechs Absätzen den Kauf Tumblrs. Von den 6 Absätzen ihres Postings sind der erste, der fünfte und der sechste irrelevantes PR-Gedusel. Im zweiten versucht sie, das Flickr-Fiasko ungeschehen zu machen. Als einzig relevante Absätze bleiben damit 3 und 4 übrig; und wenn man sich die durchliest, dann ist eigentlich alles klar.

Ein milliardenschwerer HTML-Tag#

Kann sich ein einziger HTML-Tag auf der Website eines Unternehmens tatsächlich auf dessen Umsatz auswirken? Marissa Mayer erklärt am Beispiel Google, wie sehr die Antwort auf diese Frage mit einem Ja zu beantworten ist.

Google founders Sergey Brin and Larry Page asked Mayer to assess the impact of adding a column of text ads in the right-hand column of the results page. Could this design, which at the time required an HTML table, be implemented without the slower page load time often associated with tables? Mayer consulted the W3C HTML specs and found a tag (the „align=right“ table attribute) that would allow the right-hand table to load before the search results, adding a revenue stream that has been critical to Google’s financial success.

Twitter verdient Geld

Nach 3 Jahren des Rätselns, ob Twitter jemals wird Gewinne erzielen können, scheint die Frage jetzt beantwortet zu sein. Man kann auch für das Sich-durchsuchen-lassen Geld verlangen. Marissa Mayer, Google;

We believe that our search results and user experience will greatly benefit from the inclusion of this up-to-the-minute data, and we look forward to having a product that showcases how tweets can make search better in the coming months.