Premium mediocre

Venkatesh Rao prägt den Begriff „premium mediocre„.

Premium mediocre is the finest bottle of wine at Olive Garden. Premium mediocre is cupcakes and froyo. Premium mediocre is “truffle” oil on anything […], and extra-leg-room seats in Economy. Premium mediocre is cruise ships, artisan pizza, Game of Thrones, and The Bellagio. […] Premium mediocre is Starbucks’ Italian names for drink sizes, and its original pumpkin spice lattes featuring a staggering absence of pumpkin in the preparation. Actually all the coffee at Starbucks is premium mediocre. […] Premium mediocre, premium mediocre, premium mediocre, premium mediocre. Mediocre with just an irrelevant touch of premium, not enough to ruin the delicious essential mediocrity.

Premium mediocrity ist Exklusivität ohne exklusiv zu sein, eine Einstellung, die bei der Wahl der Produkte – [SUPERMARKTNAME oder FAST-FOOD-KETTE] Premium – die Aspiration des Aufstiegs signalisiert und damit selbst wiederum Lebenseinstellung wird. Dazu weiter:

Premium mediocrity is ultimately a rational adaptive response to the challenge of scoring a middle-class life lottery ticket in the new economy. It is an economic and cultural rearguard action by young people launched into life from the old middle class, but not quite equipped to stay there, and trying to engineer a face-saving soft landing… somewhere.

Der Artikel ist herrlich zu lesen und der Begriff wird auf jeden Fall noch eine Rolle spielen. Wie man ihn allerdings eindeutschen könnte oder ob es für premium mediocrity eventuell sogar schon ein deutschsprachiges Äquivalent gibt, weiß ich nicht.

Langweiliges Mittelmaß Netflix

Heute ist mein Netflix-Abonnement, das ich wegen des Films „Okja“ vor einem Monat abgeschlossen habe, wieder einmal abgelaufen. In dem Monat, in dem das Abonnement aktiv war, habe ich nur Filme angesehen, die ich bereits kannte; es gab nichts Neues. Hätte mir Netflix nicht gelegentlich das Fernsehprogramm einen Newsletter mit Empfehlungen geschickt, wäre es wohl bei Okja geblieben. So habe ich mir auch Indiana Jones angesehen.


Heute lese ich im Standard über die aufkommende Kritik an der Qualität auf Netflix: Masse statt Klasse regiert.

Grundsätzlich zeigt Netflix‘ Strategie, dass der Anbieter tatsächlich zum Ersatz aller Fernsehsender werden will. Man möchte den Nutzern ein Vollprogramm bieten, sodass diese nie zu anderen Diensten wechseln. Dass in diesem Angebot nicht nur Perlen, sondern auch Durchschnittsware zu finden ist, scheint Netflix egal zu sein. […] Von einem Service, der rein auf ästhetisch hochwertige Inhalte setzt (etwa der Anspruch von HBO) dürfte sich Netflix damit aber verabschieden.

Kann ich bestätigen, jetzt schon. Für die meisten auf Netflix verfügbaren Filme und Serien kann ich mich nicht begeistern.