ORF verlässt Facebook

Ich finde es gut, dass sich der ORF aus Facebook zurückzuzieht, denn (1) ein Medienunternehmen wird wohl in der Lage sein, eine Kommentarplattform a la Facebook selbst aufzubauen. (2) Nein, das Argument, „die User wären schon dort“, akzeptiere ich nicht; derstandard.at und andere haben es auch geschafft. (3) Aus Pflichtgebühren finanziertes Werbegeld in Plattformen wie Facebook investieren, stößt mir sauer auf. – Und wenn nun auch die zeitliche Begrenzung der zur Verfügung gestellten ORF-Videos aufgehoben (und ein vernünftiges Embedding-System eingerichtet) wird, dann sehe ich keinen Grund mehr, YouTube-Videos für ORF-Inhalte einzubetten.

Über die ORF-Gebühren

Armin Wolf verweist auf Twitter auf einen Artikel auf Facebook, in dem der ORF einen kurzen Faktencheck zum Thema ORF-Gebühren veröffentlicht hat. Die Kommentare sind (leider: wie zu erwarten) jenseits von Gut und Böse und die Argumente des ORF rechtfertigend genug.. (Und ich gratuliere der Social Media-Betreuung, denn diese Geduld muss man erst mal aufbringen.)

Was mir aber am meisten gefällt und den Punkt Medienfokus ganz besonders hervorstellt, ist die Tatsache, dass Armin Wolf auf Twitter auf einen ORF-Beitrag auf Facebook verweist.

Es ist halt so! Österreichs Medienfaulheit.

In Österreich zu bloggen bedeutet, so etwas wie „Österreich“ ins Internet zu stellen; alles andere funktioniert nicht, so zumindest meine Statistiken. Wie oft schon habe ich Pro- und Kontra-Argumente fürs Bloggen in der Muttersprache gelesen, wie oft schon darüber, dass es auch im Heimatland Menschen gibt, die sich für die Themen interessieren, die einen selbst beschäftigen?