Begehrlichkeiten am NSA-Datenbestand#

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis andere (US-) Behörden Begehrlichkeiten am Datenbestand der NSA zeigen würden.

Agencies working to curb drug trafficking, cyberattacks, money laundering, counterfeiting and even copyright infringement complain that their attempts to exploit the security agency’s vast resources have often been turned down because their own investigations are not considered a high enough priority, current and former government officials say.

Interessante Argumentation („not considered a high enough priority“) für den Zugriff auf einen Datenbestand, der zur Prävention und Aufklärung terroristischer Anschläge angelegt wurde. Ich sehe schon die Schlagzeilen in den Zeitungen von 2017-20, in denen über einen Schlag gegen einen [Hier (vorgeschobenes) Verbrechen einsetzen]-Ring berichtet wird, der nur durch die „im Rahmen der internationalen Amtshilfe“ übertragenen Daten aus eben diesem Datensatz ausgehoben werden konnte.

Was bedeutet Überwachungsstaat?

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Momentan macht manniacs Video „Überwachungsstaat – Was ist das?“ im deutschsprachigen Raum die Runde. Zurecht, wie ich finde, da es die Debatte über die verdachtlose Überwachung aller Bürgerinnen und Bürger auf eine Art und Weise erklärt, die nicht nur auf die Absurdität diverser Argumente hinweist, sondern grundsätzliche Fragen, wie zum Beispiel die schwierige Balance zwischen Schutzfunktion des Staates und Freiheit der Bürger, klärt.

Warum Überwachung keinen vom Hocker reißt#

Die Zeit Online hat 3 Statements zum Thema Warum PRISM keinen vom Hocker reißt und niemand dagegen protestiert veröffentlicht. Der Schriftsteller Daniel Suarez kritisiert darin die mittlerweile aufs Akzeptieren von großem Verlust als Gegenleistung für Banalitäten gedrillten Konsumenten, die es hassen…

auf handfeste Vorteile zu verzichten, nur um eine unsichtbare Schandtat zu stoppen. Besonders deutlich wird das immer dann, wenn wir irgendwelchen Nutzungsbedingungen von Apps zustimmen, die Zugriff auf unser Adressbuch, unsere Anrufliste oder unseren Standort haben wollen – nur damit wir aktuelle Restaurant-Bewertungen oder so etwas bekommen.

Viktor Mayer-Schönberger, Professor für Internet Governance and Regulation, warnt vor der Prognosefähigkeit von Big Data aus scheinbar belanglosen Einzelinformationen.

aus kleinsten Veränderungen des Einkaufsverhaltens erkennt etwa die Firma Target in den USA mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass eine Kundin schwanger ist (sogar der Geburtstermin lässt sich relativ genau vorhersagen). […] 30 Bundesstaaten in den USA nutzen empirische Datenanalyse um vorherzusagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Häftling, der einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellt, in den nächsten zwölf Monaten wieder in eine Schießerei verwickelt wird.

Und Byung-Chul Han, Philosoph und Kulturwissenschaftler, fürchtet, dass das digitale Panoptikum, eine Horrorvision, bereits als alltäglich akzeptiert und das Handeln dementsprechend verändert worden ist.

Überwachung und Ausspionieren sind ein inhärenter Teil der digitalen Technik. Sie sind ein allgemeiner Habitus in der Welt, die ein digitales Panoptikum geworden ist. Jeder ist Big Brother und Insasse zugleich. Jeder ist Täter und Opfer zugleicht.

Okay, und jetzt geht mal schnell eure Gmail-Accounts checken, denn wenn ihr nichts zu verbergen habt, habt ihr ja nichts zu befürchten.