Verlassene Kaserne bei Pula

Ohne es geplant zu haben, entdeckten wir am letzten Tag unseres Aufenthalts in Pula an der Nordküste der Stadt zufälligerweise eine verlassene Kaserne. Genauer: Wir wollten uns die Nordküste ansehen und sind dahin gefahren als plötzlich ein Tor vor uns war. Es stand offen und weit hinten konnte man bereits das Meer sehen, die Richtung hatte also gestimmt, lediglich diese Umzäunung gefiel mir ganz und gar nicht. Ein Pärchen, das gerade aus dem Gelände herauskam, versicherte uns, dass man da ohne Probleme hineinfahren könne – und so taten wir’s.

Wir fanden uns wieder in einem verlassenen Kaserngelände, dessen Areal sich über die landschaftlich schönsten Stückchen Pulas zog. Die Kaserne musste, so schloss ich aus verschiedenen Datumsangaben, die ich unter den Herzen zwischen zwei Namen fand, seit etwa 1995 nicht mehr benutzt werden und sie schien ein äußerst beliebter Ausflugsort für die heimische Bevölkerung geworden zu sein. Am Kasernenhof übte ein junges Mädchen unter den beunruhigten Blicken ihres Freundes mit einem tiefergelegten und wenig augenschonend lackierten VW Golf Autofahren, auf einer künstlich angelegten Insel lungerten gelangweilt ein paar Fischer herum, auf der Westseite der Anlage wurde gegrillt und immer wieder radelten Touristen vorbei. Kurzum: Die alte Kaserne wurde nicht geschliffen, sondern hat ihren Wert behalten und wurde dadurch zu einem beliebten Besuchsort.

Auf mich hat diese Ansammlung militärisch genutzter Gebäude auch Eindruck hinterlassen. Einerseits konnte ich mich sofort wieder an meine Zeit beim Bundesheer erinnern und mir lebhaft vorstellen, wie die jungen Rekruten hier am Meer ihre Freizeit verbringen würden, andererseits beneidete ich diejenigen, die hier Dienst machen mussten kaum, denn er in einer traumhaft schönen Landschaft mit wunderbaren Stränden, klarem, kühlem Wasser und bei 36°C Wache halten muss, ist einfach nicht zu beneiden.

Wir verbrachten drei oder vier Stunden auf dem ehemaligen Kasernengelände und machten Fotos, sahen uns alles genau an und wussten zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, dass wir heute noch mehr als die geplanten zwei Grenzen überschreiten würden.

Hotel Riviera, Pula

Wer in Wien lebt hat den großen Vorteil, sich in etwa sechs Stunden von Zentraleuropa in den adriatischen Raum bewegen zu können. Viele häufig strapazierte Strände in Italien sind schon synonymisch in unseren Sprachgebrauch übergegangen, es gibt aber auch noch weniger bekannte Gegenden in Europa, die einen Besuch wert sind. Weiterlesen