Schulen – bloß nicht wieder zurück in den Alltag! #

Gesche Joost warnt auf Zeit Online vor einer Rückkehr zum Schulunterricht wie bisher. Jahrzehnte (jahrhunderte?) alte Unterrichtsmethoden gehören endlich aufgebrochen und ins Jahr 2021 geholt!

Eine Rückkehr zum Vor-Corona-Zustand wäre kaum wünschenswert. […] In vielen Schulen wurde noch ganz klassisch mit Tafel, Kreide und Overheadprojektor gelehrt, der Unterricht lief frontal vor der ganzen Klasse ab. […] Jetzt haben wir die Chance, aus den Erfahrungen der Pandemie zu lernen und digitalen Unterricht in künftige Schulstunden zu integrieren […] Durch die Digitalisierung können auch moderne Lernkonzepte umgesetzt werden. Schüler*innen würden Inhalte dann selbstständig zu Hause lernen und die Zeit im Unterricht dafür nutzen, das Gelernte anzuwenden und zu diskutieren.

Bloß nicht zurück in die Normalität!, Gesche Joost

Ja, meine Güte, ja! Auch in Österreich!

COVID-19, Tag 241: <14-Jährige im Infektionsgeschehen

Sonntag, 8. November 2020, Tag 241 der Maßnahmen gegen die Verbreitung zur Eindämmung des Coronavirus. Der Lockdown und die Schulen, das ist ein sehr eigenes Thema. Auf der einen Seite schüttelt der Mikrobiologie Michael Wagner bei so Aussagen wie „Kinder unter 14 sind keine Infektionstreiber“ den Kopf und erwidert, dass das „mehr ein politisches Narrativ“ sei und setzt mit dem Statement nach:

Wenn man sich die Daten anschaut, dann ist es einfach nicht so, dass Kinder unter Vierzehn oder auch unter Zehn keine Rolle im Infektionsgeschehen spielen.

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6 grundlegende Probleme unseres Schulsystems

Wenn in einem Video über das weltweit aktuell angewendete System von „Schule“ eine Passage vorkommt, in der es heißt…

We have an extremely standardized system, where each child must learn the same thing at the same time in the same way as everyone else. This does not respect the basic fact of being human. That each of us is unique and different in our own way.

…dann gefällt mir das, da ich die Kritik zu 100% teile. Gleichzeitig wundere ich mich, wie das Problem gelöst wird, denn meines Wissens nach gibt es keine substantiellen Verbesserungsvorschläge (mit Ausnahme der Stundenplangestaltung), die Kinder auf zukünftige Herausforderungen besser als bisher vorbereiten würden. Erfolg, so scheint es zumindest, hat man trotz und nicht wegen oder gar dank der Schule; und wenn es dort nicht scheitert, dann in der nächsten Ebene.

Erst unlängst habe ich festgestellt, dass sich meine Wahrnehmung der Schulzeit sehr der meiner Zeit beim Bundesheer angeglichen hat. Beide haben ein paar Freundschaften hinterlassen; in beiden habe ich mehr durch die selbständige Beschäftigung mit diversen Themen gelernt als im Unterricht/in der Übungseinheit selbst. Da wundert es mich nicht, wenn in den Kommentaren zum obigen Video dieser Aspekt auch immer wieder erwähnt wird. „To be honest, I learn more in my vacation than going to school.“, „Youtube teaches you more faster then real life“, „I’ve learned more English watching YouTube than going to school.“, usw. – Wenn man sowas liest, dann kann man ja nur davon ausgehen, dass da einiges falsch läuft. Warum kümmert sich niemand darum? Außer die private „Next School“-Initiative, die auch das obige Video produziert hat.

Division durch Null erklärt

Multiplikation ist wiederholte Addition, Division wiederholte Subtraktion. Null kann unendlich oft subtrahiert werden und wir kommen noch immer zu keiner Lösung; das ist das Problem. – Und ich stelle abermals entsetzt fest, dass ich mir den Ausschnitt einer Mathematikstunde in meiner Freizeit angesehen habe und dass es mich interessiert hat, was hier vorgetragen wurde.


Wenn die Mathematikstunden während meiner Schulzeit so oder so ähnlich abgehalten worden wären, es hätte wohl zumindest irgendwie Spaß gemacht und motiviert, sich etwas mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Aber es war leider, vor allem im Fach Mathematik, ganz anders und die Motivation, mich damit näher zu beschäftigen, kam in mir trotz und nicht dank des Unterrichts auf.

Der für Lehrer wichtigste Tweet des Jahres

Lehrer und Unterrichtsministerien, das ist der für euch wichtigste Tweet des Jahres.

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen.

Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen

Naina auf Twitter (mittlerweile gelöscht)

Oh, ich vergaß, „Tweet„! #

Siebenjähriger mitschuld? #

In Österreich prozessiert eine Familie gegen einen Volksschuldirektor, der einen siebenjährigen Buben tätlich angegriffen haben soll. Man beachte bitte, wie hier gegen den Jungen argumentiert wird:

Der Prozess um einen siebenjährigen Buben, dessen Eltern nach angeblichen tätlichen Angriffen durch einen Volksschuldirektor die Republik geklagt hatten, wird heute, Montag, in Linz fortgesetzt. (…) Es müsse klargestellt werden, dass das Verhalten des Lehrers (…) nicht nur rechtswidrig, sondern auch schuldhaft war. In der Klagebeantwortung heißt es, dass der Schüler durch sein Verhalten die Übergriffe selbst provoziert habe. Demnach treffe ihn möglicherweise eine Mitschuld.