Google-Suchen führen in 50,33% zu keinem Klick

Google hat seine Suchergebnisseiten so sehr darauf ausgelegt, direkt und unmittelbar Antworten auf Suchanfragen zu liefern, dass nun (Juni 2019) der Punkt erreicht ist, bei dem mehr als die Hälfte aller Suchen überhaupt keinen Klick mehr auf externe Sites – ja, das sind unsere Websites! – auslöst.

Wozu auch? Was unmittelbar auf der Seite beantwortet wird, braucht ja auch keine Weiterleitung. Wetter? Liedtexte? Flüge? Hotels? Nope. Alles wird direkt bei Google erledigt. Google ist ein Walled Garden geworden, auch wenn nach wie vor 45,25% der Suchen zu Klicks führen und die Klicks auf Werbung bei „nur“ 4,42% liegen.

SEO? Dann besser nicht mit WIX

Ahrefs hat geprüft, ob etwas dran ist an der Behauptung, dass Websites, die mit WIX betrieben werden, an sich schlechter in den Suchergebnissen der großen Suchmaschinen positioniert werden, als Websites, die mit Googles Darling WordPress betrieben werden. Die WIX SEO-Challenge ist hier wohl nur der Impetus, das Bild „How Many Domains Get Organic Traffic?“ zwar ein starker Anreißer und guter Aufhänger für Social Media-Posts, aber definitiv nicht Teil der Conclusio einer Analyse von 6,4 Millionen Sites, denn die lautet ganz nüchtern:

WordPress sites got more search traffic than Wix as a whole. But Wix had more search traffic on domains that get more than 100 monthly search visits. […] To reiterate, it’s impossible to say if either of these platforms is „better“ from an organic traffic perspective than the other.

Wix SEO vs. WordPress SEO

Und das ist ein gutes Ergebnis. Wäre es anders, wäre das ein Armutszeugnis für Google, da technische Aspekte inhaltliche durchbrechen würden. Trotzdem empfehle ich WIX nur für Sites, deren einziges Ziel Entertainment und die Fancyness der Site an sich ist. Für Shops und inhaltlich gut befüllte Sites ist WordPress (oder ein anderes, mit wenig JavaScript auskommendes System) nach wie vor die erste Wahl.

Wird eine Sitemap mit noindex-Header indexiert?

Twitter-Thread: Indexiert Google Links in Sitemaps, wenn die Sitemap selbst mit einem noindex-Header ausgegeben wird? Auslöser der Diskussion ist die in einen Artikel gegossene Behauptung, die vom Yoast SEO-Plugin generierte Sitemap, die einen noindex-Header mit ausgibt, würde die Indexierung durch Suchmaschinen erschweren.

Was auch immer bei der Diskussion herauskommt, ich sehe es so: Die sitemap.xml ist eine Steuerungsdatei, die, weil oft menschenlesbar gemacht, unter Umständen indexiert werden könnte. Genau das verhindert der noindex-Header; er stört aber nicht die Funktion der Datei selbst.

Mal sehen, was im Thread herauskommt.

Onlinemarketing umgehen und stattdessen auf Amazon verkaufen? Tja.

Wie oft habe ich dieses Argument schon so oder so ähnlich gehört: „Warum sollen wir in Onlinemarketing auf unseren eigenen Properties investieren, wenn wir stattdessen auf Amazon verkaufen können? Dort sind die Leute schon angemeldet und haben die Kreditkartendaten bereits hinterlegt. Die Schwelle ist also niedrig und man findet uns eh über die Suche.“ Abgesehen vom völligen Unverständnis über Sinn und Funktion des Begriffs „Marketing“, folgt auch noch die Konkretisierung, die an Absurdität nicht zu überbieten ist: „Suchmaschinenoptimierung, Google- und Facebook-Ads, das brauchen wir dann alles nicht mehr. Amazon sorgt ja eh dafür, dass wir bei ‚Andere Kunden kauften auch‘ und anderen, internen Promotionen aufscheinen. Auf Amazon verkauft es sich leichter, einfacher und besser. Dort braucht man nichts zu optimieren.“

Tja, weit gefehlt.

Sieht man sich nämlich die Suchergebnisse bei einer Amazon-Suche etwas genauer an, dann wird schnell klar, dass auch Amazon mit Werbeplatzierungen und der Promotion seiner Produkte aus Eigenmarken arbeitet. Das Aufscheinen in Suchergebnissen wird also auch bei Amazon in ein Ranking übergeführt, das durch Kapitaleinsatz beeinflussbar ist. Rani Molla (recode) hat beispielsweise bei einer ganz konkreten Suche nach „Kellogg’s Corn Flakes“ die eigentliche Packung erst als drittes Suchergebnis angezeigt bekommen. Davor befanden sich „Sponsored Ads“; ein Produkt vom gleichen Hersteller, ein anderes, allerdings, von einem Mitbewerber. Hat man das Pech, ein Produkt anzubieten, das Amazon auch als Eigenmarke vorrätig hat, wird es noch schwieriger, denn zwischen das organische Suchergebnis und die Werbeschaltungen wird noch eine weitere Zeile eingeführt, in der Amazon seine Eigenmarken bewirbt.

Auf recode finden sich etliche Screenshots, in denen das Ausmaß dieses Vorgehens durch farbliche Markierungen deutlich gemacht wird. Und da heißt es: Festhalten! Denn bei einigen der abgebildeten Screens ist kein einziges organisches Suchergebnis zu sehen, sofern man nicht scrollt.

SEO-Wert eines einzigen Satzes

Niemand, der sich mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) beschäftigt, würde empfehlen, ein Keyword mit nur einem einzigen Satz abzudecken. Eine Seite, die auf diese Keyword optimiert werden sollte, würde, so die Annahme bisher, keinesfalls Relevanz erlangen. Selbst die eingefleischtesten SEO-Berater würden es nicht wagen, relevanten Content spärlich zu präsentieren.

Und dennoch: Ein Artikel, den ich vor mehreren Jahren (aus einem völlig anderen Grund) geschrieben habe, hat es auf die Suchergebnisliste, und dort sogar auf Platz 2, also unmittelbar nach dem zugehörigen Wikipedia-Eintrag, geschafft. Und meine Statistiken zeigen, dass diese Suche (aus welchem Grund auch immer) häufig durchgeführt wird.

Was lernen wir daraus? Die Anzahl der Wörter ist für Google mittlerweile nahezu irrelevant geworden, ebenso – offenbar – der Gesamtkontext einer Website. Sofern die Suchmaschine eine klare Antwort auf eine klar gestellte Frage im Inhalt feststellen kann, und das ist im Artikel definitiv so, wird ein auch noch so kurzer Eintrag plötzlich relevant. Die Art des Beitrags – in dem Fall lediglich ein kommentierter Link mit völlig anderem Fokus – ebenso. Das ist keine neue Erkenntnis, aber aufgrund des so spärlichen Inhaltes für diese Suchbegriffe, doch immer wieder erstaunlich.


  1. Was hat meine Website mit Krankenhäusern zu tun? Gar nichts. ↩

Suchergebnisseiten ohne Klick

Wir wenden unseren Blick auf Google und andere Suchmaschinen und lesen einen Teil des Abstracts eines Papers von Aleksandr Chuklin und Maarten de Rijke. Unser Fokus liegt dabei nicht auf ihren zwei Fragen, sondern auf der Voraussetzung für die zwei Fragen.

The SEO Framework: Endlich eine Alternative zu Yoast SEO

Über Jahre hinweg hatten die Entwickler bei roots.io das mittlerweile zum Standard gewordene SEO-Plugin „Yoast SEO“ im Einsatz. Yoast SEO ist zum SEO-Plugin-Synonym geworden und gehört bei den meisten zur WordPress-Standardinstallation dazu; dass es aber technisch immer wieder schwächelt, ist ebenso nervig, wie die nicht gerade subtile Werbung, die es mit jedem Update innerhalb der WordPress-Oberfläche anzeigt.

Das AKH ist das zweitgrößte Krankenhaus der Welt

Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Wien ist das zweitgrößte Krankenhaus der Welt, lediglich überboten durch das Chris Hani Baragwanath Hospital in Südafrika. Der Standard berichtet heute über die Dimensionen des Energieverbrauchs im AKH.

Mehrere Backup-Systeme sorgen dafür, dass die Umstellung auf den Notstrom-Betrieb für Patienten, Personal und Besucher komplikationslos bleibt. [In den unteren Ebenen des Krankenhauses] stehen auch die Treibstoff-Quellen für die Notstrom-Aggregate: zwei Diesel-Tanks mit einem Fassungsvermögen von je 100.000 Litern, wie sie sonst auf Kreuzfahrtschiffen üblich sind. 5.000 Liter pro Stunde benötigen die Generatoren, die einzeln jeden Monat einen Testbetrieb absolvieren müssen. […] Die meiste Energie benötigt das Krankenhaus aber nicht in Form von Strom, sondern als Fernwärme. Die Müllverbrennungsanlage Spittelau wurde einst eigens an ihrem nur zwei Kilometer entfernten Standort errichtet, um Wärme für das Neue AKH zu liefern. Rund 190.000 Megawattstunden werden es in diesem Jahr sein.