Sonntagsarabesken #11

Schatten rüsten sich zur Schlacht, und die Erde donnert unter ihrem luftleichten Marschtritt. Ein Tag und eine Nacht reichen oft aus, den Lauf der Welt zu ändern; und wenn schon die Planeten nicht aus ihren Bahnen geworfen werden können, so bewegt sich zwischen zwei Sonnenaufgängen doch immerhin das Leben der staunend Getroffenen, die ihr Glück oder Unglück zu fassen gar nicht in der Lage sind. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #10

Wie gehen Geschichten aus, die keinen richtigen Anfang hatten? Entweder gar nicht oder tragisch – oder beides. Nur hat in einem solchen Fall weder das tragische noch das fehlende Ende einen besonderen Reiz. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #9

Ein Fremder. – sagt sie, mit kurzem Blick herüber, und lächelt. Tatsächlich. Ein Fremder. Es ist die Wahrheit, gesteht sich der abendliche Besucher später im kalten Wind auf der Gasse ein, wir sind uns fremd geworden. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #8

Die Alte Welt ist hinter dem Horizont verschwunden. Der Ozean umgibt uns. Noch leben wir. Wie lange noch? Die Unbescheidenheit trieb uns hinaus aufs Meer, angelockt von flackernden Lichtern am Rand der sichtbaren Welt. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #7

Auf einer fernen Insel sitzt das Grauen und leckt sich die Lippen. Ihr wollt wissen wie es aussieht? Ob es tatsächlich blaue Fingernägel und aschgraue Wimpern hat, und ob sein dreifach flammender Drachenschwanz wirklich mit giftig goldenen Schuppen geschmückt ist? Weiterlesen

Sonntagsarabesken #6

Schreiben für Dich, die Du es nicht lesen wirst.

Ich bin nicht verzweifelt oder gedemütigt oder verletzt zurück gelaufen in die sichere Festung alter Bindungen, wenn Du das glaubst. Ich habe mir nicht aus Bequemlichkeit das Leben verbaut. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #5

Diesmal werde ich keine Geschichte erzählen; das verspreche ich. Vielleicht ist wieder die Zeit gekommen, in Selbstmitleid zu baden, aber auch dies soll heimlich und ganz im Stillen geschehen, und meine Lippen werden sich nicht verziehen im trockenen Stöhnen eines ruhelosen Gewissens; das verspreche ich. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #4

Das Rascheln hunderter Fächer, blitzende Colliers, rauschende Roben; die Logen gut gefüllt mit Mailands bester Gesellschaft. Im gedämpften Honiglicht der Bühnenkerzen bewegen sich die dunklen Silhouetten der Sänger, der Maestro steht weiter vorne, auf das Klavier gestützt. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #3

Vor einem Monat scheint sich gewissermaßen alles auf den Kopf gestellt zu haben; vor einem Monat war alles ganz anders, im Nachhinein betrachtet: fremd und unwirklich, und doch das, was ich mittlerweile Realität zu nennen gelernt habe. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #2

Es mag kurioser Zeitvertreib sein, aber ich will ihn doch wagen (ohne einen Gedanken an das mit Sicherheit dräuende Missvergnügen zu verschwenden, welches ein Teil der Leserschaft einem solchen Versuch entgegenbringen wird): Den Vergleich von Liebe und Fußball. Weiterlesen

Sonntagsarabesken #1

Die Tröstungsmaschinerie des Lebens läuft auf Hochtouren. Und das ganz von selbst.

Wäre da draußen, in dem grellen Licht, das wir Welt nennen, nicht der Unterton des Glücks gegenwärtig… ja, was dann? Müsste man im Falle einer solchen Leere an der kalten Schulter emotionsloser Wesen zugrunde gehen? Weiterlesen