Scott Galloway über Tumblr#

Die härtesten Worte zum Charakter von Tumblr und seinen beiden Verkäufen, findet Scott Galloway: Was hier an Yahoo, an Verizon und nun an Automattic verkauft wurde, war eine Illusion, eine Vorstellung von Community, die eigentlich nicht existiert; de facto eine Nebelgranate.

Tumblr is being sold for $3 million, a 99.7% destruction of the $1.1 billion Yahoo paid for the porn site in 2013. When the previous sentence said „porn,“ you were shaken. Why? Because the nice people who backed Tumblr (Union Square Ventures, USV), before they sold their shares, advertised the platform as something much more benign, worthy of Tide ads. No, it was a porn site. 22-28% of users were seeing adult content, and after USV sold their shares, when they found religion and opted for censorship, porn was banned and traffic declined by a third in just three months.

Tumblr als De-facto-Pornoseite? Kann sein. Alleine, wenn ich mich hier bei mir im Archiv umsehe und mir durchlese, was ich schon vor 11 Jahren als Tumblr-Spam bezeichnet habe: da geht es – nun offenen Auge sehend – um Porno-Accounts und Tumblr ist es wirklich gut gelungen, sie als „gewöhnlichen“ Spam zu verkaufen. Doch ich brauche gar nicht soweit in die Vergangenheit zu sehen, immerhin hat ja Pornhub Interesse an Tumblr gezeigt, das sollte Signal genug sein. Galloway pfeift aber darauf, diesen Gedanken fortzuführen und konzentriert sich stattdessen mehr auf die Nebelgranate, die an Yahoo verkauft wurde.

This week, there has been a ton of navel gazing and forensic analysis about „what happened to Tumblr?“ Nothing happened to Tumblr. As a culture, we are much easier to fool, than convince we’ve been fooled. And yes, we were fooled. Yahoo didn’t mess it up, neither did Verizon. This was a porn site wrapped in creative paper that David Karp and Fred Wilson pumped and dumped to a desperate CEO of an aging internet firm, gasping for new-economy oxygen, for $1.1 billion. A firm with no IP, technology, revenues, or leadership.

WeWTF, Scott Galloway

Das war die härteste Kritik, die ich zum aktuellen Thema Tumblr-Verkauf gefunden habe.


Es gibt natürlich auch positive Stimmen und die hat, wie immer, Michael Tsai zusammengefasst: Verizon verkauft Tumblr an Automattic. Interessant finde ich auch das Interview mit Matt Mullenweg und Kara Swisher hat für die NY Times „Who Killed Tumblr? We All Did“ geschrieben, einen Beitrag, bei dem ich jeden einzelnen Satz unterschreibe. – Ach, Tumblr!

8÷2(2+2), Laurel & Yanny, weiß/gold oder blau/schwarz?

Ich kann mich immer an solchen Rätseln, die im Tumblr/Twitter/Reddit-Internet auftauchen, erfreuen.

Wer noch mehr davon hat, her damit! (Und weil wir gerade dabei sind, uns über das Twitter/Tumblr/Reddit-Internet zu unterhalten, blamiere ich mich gleich öffentlich mit meinem Nichtwissen über so dermaßen offensichtliche Abkürzungen wie VARTA, Haribo und Hanuta. – Hat zwar jetzt gar nichts mit dem oben zu tun, aber ich kann guten Gewissens behaupten, es gepostet zu haben.)#

Pornhub will Tumblr kaufen

Erinnert sich noch jemand an Tumblr, die äußerst liberale (und mit sehr viel NSFW-Content befüllte) Blog-Plattform, mit dem genialen Post-Type- und Newsreader-System, das so einfach zu bedienen war, dass man selbst bei WordPress überlegt hat, es einzusetzen? Die Plattform, die so niederschwellig zum Bloggen anregte, dass ich ein Jahr lang dort gehostet habe und sogar Jason Kottke, selbst-hostendes Blogger-Urgestein, über die Vorteile von Tumblr geschwärmt hat? Die Plattform, deren Popularität, seitdem Marissa Mayer sie 2013 für Yahoo gekauft hat, im freien Fall ist, der sich durch den Verkauf von Yahoo an Verizon 2017 nur noch beschleunigt hat? Die Plattform, die aus einem Becken für diejenigen, die „wanted to explore and express their sexuality, adult entertainment aficionados included“ zu einer toxischen Umgebung voll rechtsradikaler Inhalte wurde? Verizon will Tumblr nun los werden und Pornhub hat größtes Interesse, den Dienst zu kaufen.

Ich könnte Tumblr stundenlang hinterherheulen, wie alle, die mit mir jemals das „Tumblr oder WordPress“-Gespräch geführt haben oder den Tumblr-Tag hier auf meinem Blog mitlesen, bezeugen können. In gewisser Weise ist das Schicksal der Plattform ähnlich zu den aufkommenden Problemen, mit denen Medium zu kämpfen hat; bei beiden rumort es und die Strategien zur Normalisierung des Betriebs – ob von außen wie bei Tumblr oder aus dem Inneren heraus wie bei Medium – scheinen ziel- und zahnlos zu sein.

Was war Tumblr? Einst das Gegenteil von Langweilig. Was wird es in Zukunft sein? Ich weiß es nicht.#

Netzkultur unter ein nachhaltiges Geschäftsmodell stellen#

Netzkultur unter ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu stellen, scheint aussichtslos zu sein.

Tumblr is among the most important sites online — a central hub of what is nebulously known as “internet culture.” Most recently, the site gave us Dat Boi, the unicycling frog, but Tumblr’s most famous legacy is probably the reaction GIF, which was popularized by Tumblr accounts like What Should We Call Me. Tumblr’s reblog structure, which created lengthy, publicly shared conversations between strangers, also helped popularize the concept of the Discourse, the internetwide conversation happening all at once. It is also the primary meeting place for fandoms of shows like Doctor Who and Supernatural, and films like the Marvel movies — some of the most aggressive fandoms are cultivated on Tumblr.

Auch andere Sites, die Netzkultur fördern, darunter Twitter, (ehemals) Vine, Reddit, 4chan und sogar YouTube, kämpfen damit, nachhaltig kostendeckend (oder sogar profitabel) zu werden. Denn Kultur, ob auch in Form von Netzkultur, ist kein wertloser, die Werbung begleitender Content, sondern eine (kreative) Leistung – die aber keinen Wert darzustellen scheint, um den herum man ein nachhaltiges Geschäftsmodell bauen könnte. Ist doch das Schaffen von Werten online im Vergleich zum Extrahieren von Daten wertlos:

Tumblr and Vine and the like never had data-mining operations as sophisticated as, say, Facebook. That’s why most of the advertising money in the industry has drained toward Facebook, which has 2 billion users, mounds of data, and can better assure advertisers of content cleanliness. […] And by selling ads against people’s identities, rather than their creative content, the company has churned out impressive profits, and given a wider impression that an ad-supported content platform is viable.

Unter einem ähnlichen Problem leidet gegenwärtig ja auch Medium.

Tumblr endlich mit https

Tumblr unterstützt seit einiger Zeit SSL für dort gehostete Blogs. Wer also ein Tumblr-Blog betreibt, melde sich im Dashboard an, wechsle in die Blog-Einstellungen und aktiviere die Option „Blog immer über SSL öffnen“.

Tumblr, äh, Paper, from Facebook

https://vimeo.com/85421325

Tumblr scheint, wie ich es sehr oft vermutet habe, das brauchbarste Konzept zu haben, um soziales Netzwerk und Beschäftigungstherapie gleichzeitig zu sein. WordPress.com hat bereits die erfolgreichen Features (Reader, Reblogging) und das UI in ziemlich augenscheinlicher Nähe zum Original für sich entdeckt, Facebook geht einen Schritt weiter und übernimmt, äh, entdeckt – natürlich in eine App gepackt – das gesamte Konzept und nennt es Paper.

Ist das noch WordPress?

Alle Jahre wieder stelle ich mir die Frage, ob es wieder einmal an der Zeit wäre, WordPress fallen zu lassen und einen Umstieg auf Tumblr zu wagen. Meine Beiträge sind sowohl hier als auch dort verfügbar, eine Weiterleitung ist kein Problem und seitdem WordPress.com

Yahoo! kauft Tumblr#

Yahoo! wird Tumblr um 1,1 Milliarden USD kaufen (das sind 860 Millionen Euro). Optimistisch.

Mayer determined quickly in her research that the site was just the kind of property that Yahoo needed to make it both “cool” and relevant to new consumers.

Yahoo is looking to bolster its strong set of existing media offerings to appeal to a different demographic and also get into the social space via consumer-based software solutions that are both elegant and easy to use.

1,1 Milliarden USD für Spam, Pornografie und Katzenbilder.

Nachtrag

Auf Ihrem neu eingerichteten Tumblelog, verkündet Marissa Mayer in sechs Absätzen den Kauf Tumblrs. Von den 6 Absätzen ihres Postings sind der erste, der fünfte und der sechste irrelevantes PR-Gedusel. Im zweiten versucht sie, das Flickr-Fiasko ungeschehen zu machen. Als einzig relevante Absätze bleiben damit 3 und 4 übrig; und wenn man sich die durchliest, dann ist eigentlich alles klar.

WordPress 3.6: Beitragsformate#

Was lese ich im WordPress Entwicklerblog? Beitragsformate?

Post formats is going to be a major win for 3.6. It’s one of those features that has so much potential, but it really falls short in usability and honestly we haven’t really taken the time to truly show what it can do. We’re going to re-think the admin UI for post formats, similar to what Alex King did with his WordPress Post Formats Admin UI plugin. The goal is to make post formats much more user friendly and then show them off with the 2013 theme.

Wenn man sich Alex Kings Plugin ansieht, erinnert das schon sehr an das User Interface, mit dem tumblr arbeitet. Wieder ein Schritt mehr in diese Richtung.