Apples Überwachungstechnologie kann lebensgefährlich sein

Aral Balkan, der hier schon öfter mal vorgekommen ist und dessen kontinuierliche und beharrliche Kritik am Silicon Valley darauf beruht, den „Menschen als ein um Technologie erweitertes Selbst“ zu verstehen, weist auf einen Punkt in Apples lokalem Überwachungsprogramm hin, der sich nicht auf die Filterlisten bezieht, sondern auf die Echtzeitüberwachung von Nachrichten und die damit verbundenen Gefahren für alle, die aus der in der jeweiligen Rechtssprechung/herrschenden Moralvorstellung definierten Norm fallen. Weiterlesen

Dammbruch bei Apple

Apple will Kinder schützen. Deshalb hat der Konzern ein aus drei Elementen bestehendes System gebaut, das die Möglichkeiten von Verschlüsselung dramatisch reduziert, ein Einfallstor für zukünftige Begehrlichkeiten bildet und in meinen Augen zu einer kontinuierlichen, lokalen, anlasslosen und unkontrollierten Überwachung aller (!) Weiterlesen

Microsoft zeigt auf die Anderen

Google? Nein, Microsoft hat die bessere Kommunikationsstrategie, wenn es um die Selbstdarstellung als datenschutzfreundliches Unternehmen angeht. Überall werden die Produkte des Softwareriesen genutzt, niemand aber setzt Microsoft derselben Kritik aus, der Facebook oder Google ausgesetzt sind – während Microsoft offenbar keinen Deut besser dasteht. Weiterlesen

Find My Phone

Anthony van der Meers iPhone wurde gestohlen. Schnell stellt er fest, dass Apples „Find My Phone“-Funktion nichts bringt. Er beschließt daraufhin, den Spieß umzudrehen, kauft ein Android-Gerät und präpariert es mit einer dedizierten Überwachungs-App. Die App würde ihn Fotos, Videos und Tonaufnahmen machen lassen, würde die Kontaktliste und die SMS des Täters übertragen und den momentanen Standort des Geräts übermitteln. Ein paar Tage später wird das präparierte Gerät gestohlen.

Eigentlich ist Snowd.. ach was!

Die Bild erklärt, warum eigentlich Snowden zumindest indirekt Schuld an den Anschlägen in Paris ist und warum das flächendeckende, anlasslose Sammeln von Daten nicht nur notwendig, sondern geboten ist.

Niemand [hat] der Verhinderung von Terroranschlägen so sehr geschadet […] wie Edward Snowden mit all dem, was er über technische Überwachung enthüllt hat.

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Blick zurück auf „1984“ #

#1983 haben SPIEGEL-Autoren ein Buch geschrieben, in dem der „Orwell-Staat 1984“ auf „Vision und Wirklichkeit“ abgeglichen wurde. Heute sind zwei der Autoren geteilter Meinung über die Gegenwart. Werner Meyer-Larsen sieht die dystopische Zukunft von damals weiter weg als im Jahr 1983, er fragt sich allerdings auch, „ob man sich in den liberaleren Gesellschaften überhaupt [gegen andauernde Durchleuchtung] wehren müsse, wenn man sich nichts zu Schulden kommen lässt“. Danke, setzen!

Hans-Wolfgang Sternsdorff, damaliger Co-Autor und heute als Anwalt tätig, sieht die Sache hingegen ganz anders:

„Die Realität in unserer westlichen Welt ist tausendfach schrecklicher und bedrohlicher, als es die Vision von Orwell aus 1984 je gewesen war.“ Die Privatsphäre sei weitgehend abgeschafft, jeder Persönlichkeitsbereich einsehbar, und niemand könne sich dagegen wirksam schützen. […] Am meisten stört [Sternsdorff], dass die westlichen Gesellschaften weitgehend abgestumpft oder ignorant seien. […] Und auch die epochalen Enthüllungen von Edward Snowden hätten nicht viel hervorgebracht […] „Ein paar Diskussionen von Intellektuellen, aber jedenfalls keine bürgerliche Revolution für die Erhaltung von Menschenrechten und den Schutz der Privatsphäre“

Sic, horribile dictu, est.