Leitet eure URIs nach Ablauf der Kampagne weiter!

Beim Durchklicken hier auf meinem Blog bin ich auf viele URIs gestoßen, die nicht mehr gültig sind. So zum Beispiel auf die des Penguin Blog in meinem Artikel über Michael Gillettes Bond-Covers. Wer auch immer die Websites des Penguin-Verlags betreut, pfeift offensichtlich auf Weiterleitungen für Kampagnen-URIs.

Und das endet dann so: Die Promotion-Adresse für die von Michael Gilletes gestaltete 007-Edition des Penguin-Verlags lautete penguin007.com. Sie führt mittlerweile ins Leere. ianflemingcentenary.com, ebenso eine schöne und passende URL, wurde offenbar gekapert und verweist nun auf eine billigst gestaltete, Website, auf der – unpassender geht’s gar nicht – „Luxury rental guide of Tokyo Realty Introduction of luxury rental“ (Google-Übersetzung) beworben wird.

Die Ironie an alledem? Der Penguin-Verlag hat seinen Blog nicht eingestellt, sondern ist damit von TypePad zu WordPress.com umgezogen. Weiterleitung? Nein. Das führt dann zu folgendem Problem: Alle Deeplinks des alten TypePad-Blogs führen nun ins Leere anstatt auf die Äquivalente unter der neuen URL – übrigens penguinblog.co.uk – zu verweisen. Die einzige Information über den Umzug von alter zu neuer URI findet man ausschließlich auf der Hauptseite „thepenguinblog.typepad.com“. Dort erfährt man auch die neue URI. Doch der Peinlichkeit nicht genug: Ruft man die neue URI auf, erhält man eine Fehlermeldung von WordPress.com: „Warning! Domain mapping upgrade for this domain not found.“

Jeder einzelne Nutzer hat schon beim ersten Schritt auf diese Form der User Experience verzichtet und ist in der Amazon-Suche gelandet, kauft dort die Gillette-Bücher und verschafft Amazon damit einen Prozentsatz dessen, was simple Weiterleitungsregeln vielleicht dem Verlag direkt zugespielt hätten. Wäre der Fehler leicht zu vermeiden gewesen? Ja! Und wie lange soll so eine Weiterleitung eingerichtet bleiben? Bei erfolgreichen Kampagnen mindestens 10 Jahre, ansonsten 3.

Es hilft, „HELP“ auf den Strand zu schreiben

Auch wenn das Foto, das in einem Tweet veröffentlicht wurde, und die dazugehörige Geschichte schon fast ein Jahr alt sind, ist immer noch gut zu wissen: Es hilft offenbar, „HELP“ auf einen Strand zu schreiben und darauf zu hoffen, dass jemand die Botschaft entdeckt und reagiert. Sieht man sich an, von welchem Account aus dieses Foto getwittert wurde, umso mehr.

In diesem Fall hatten Seeleute Schiffbruch erlitten und konnten sich auf eine unbewohnte Insel retten, bevor sie im Rahmen einer großflächigen Suchaktion nach 3 Tagen durch dieses Foto gefunden wurden. Die Sache ist also gut ausgegangen.

Was mich allerdings wundert: Warum haben die Seeleute „HELP“ und nicht „SOS“ geschrieben? (Das wäre ohne zu überlegen meine erste Wahl gewesen.)

Die wohl kürzeste Anleitung zur Sicherung von Firefox

Gibt es eine einfachere und kürzere Anleitung zur Sicherung von Firefox als die Serie zur datenschutzfreundlichen Konfiguration des Browsers? Ja, gibt es!

Hier ist die wohl kürzeste Anleitung zur Sicherung von Firefox.

  1. Firefox herunterladen, installieren und als Standardbrowser definieren.
  2. DuckDuckGo in den Such-Einstellungen als Standardsuchmaschine definieren.
  3. HTTPS Everywhere installieren, den Browser neu starten und die SSL-Observatory-Funktion aktivieren.
  4. Privacy Badger installieren.

Dieses Setup benötigt keinerlei Zusatzeinstellungen, setzt auf der ohnehin schon sehr nutzerfreundlichen Standardkonfiguration von Firefox auf und bietet trotzdem nahezu perfekten Schutz vor Tracking und Verfolgung. Wer gar keine Werbung sehen will, installiert zusätzlich noch uBlock Origin.

Kürzer geht’s nicht, echt nicht. (Feedback willkommen!)

Das Internet der Dinge ist kaputt

Eine großes Special der Süddeutschen Zeitung (die, nebenbei, in letzter Zeit immer auffälliger positiv auffällt) von Johannes Boie, Vanessa Wormer und Catharina Felke über die Gefahren billig produzierter, unsicherer „Smart“ Devices, die wir überall zuhause und in unseren Firmen herumstehen haben.

Das Internet der Dinge ist kaputt. (Intro frei, Rest mit SZ Plus-Abo zu lesen.) Weiterführend und als kostenloser Download verfügbar: Networks of Control von Wolfie Christl und Sara Spiekermann.

Webdesign in 4 Minuten

Warum “Design” eine Notwendigkeit ist, wie Webdesign funktioniert. Interaktiv: Webdesign in 4 Minuten.

The purpose of design is to enhance the presentation of the content it’s applied to. It might sound obvious, but content being the primary element of a website, it should not be established as an afterthought.

Written content, like the paragraph you’re currently reading, makes up for more than 90% of the Web. Styling this textual content will go a long way.

Geschichte des Midway-Atolls

[Foto: U.S. Fish and Wildlife Service.]

So beginnen Geschichten, die zu fantastisch klingen, um wahr zu sein. Und doch…

a corporate conglomerate, intent on spanning vast gulfs of space, finds itself engineering an entire ecosystem into existence on a remote stopping-off point, turning bare rocks into an oasis, in order to ensure that its empire can expand. […] This could be the premise of a Hugo Award-winning interplanetary space opera—or it could be the real-life history of the Commercial Pacific Cable Company.

The Company was the first to lay a direct submarine cable from the United States to East Asia, but this required the use of a remote atoll, 1,300 miles northwest of Honolulu, called Midway […] At the time, however, there was barely anything more there than “low, sandy island[s] with little vegetation,” considered by the firm’s operations manager to be “unfit for human habitation.” The tiny islands—some stretches no more than sandbars—would have been impossible to use, let alone to settle. [So] the Cable Company and its island operations manager “initiated the long process of introducing hundreds of new species of flora and fauna to Midway.”

Das U.S. Fish & Wildlife Service hat ein paar Informationen mehr zum Terraformingprojekt der Pacific Cable Company und der Rolle des Midway-Atolls. Nicht viel, aber genug, um einen weiteren Reisewunsch auf meine Liste zu setzen. Deutlich mehr zum Thema, wenn auch noch lange nicht befriedigend, findet man auf einer Seite namens „Atlantic Cable„. Den ursprünglichen Hinweis auf all das habe ich im Bldgblog gefunden.

Ich belasse es bei diesem Hinweis auf mehr. Wer sich, wie ich, nahezu grundlos stundenlang mit Inseln und Atollen mitten im Pazifik beschäftigen kann, dem wünsche ich viel Vergnügen.

Modeschau in Havanna: In your face, Cuba!

Karl Lagerfeld veranstaltet auf der prachtvollen Paseo del Prado in Havanna eine exklusive Modeschau für die Luxusmarke Chanel. (Wie das aussieht, weil darum geht es hier nicht, kann man sich zB hier ansehen.)

Was mich allerdings interessiert, ist, wie die Bevölkerung auf dieses Event reagiert hat. Was denkt sich jemand, der mit einem Durchschnittseinkommen von etwa 22 Euro pro Monat sein Dasein fristet und in einer Ideologie des egalitären Wir aufgewachsen ist, wenn er mit dem narzistisch-elitären Ich dieser Modeschau konfrontiert wird? Was denken sich diejenigen, die ihre Identität aus den ideologischen Quellen der Sozialismusinsel nähren, wenn alles, wofür sie in den letzten 50 Jahren Opfer gebracht haben, vor ihren Augen verpufft? Ich kann die zugehörige Verarbeitungsliteratur gar nicht mehr erwarten.

uBlock Origin: Erweiterter Modus

uBlock Origin wird fast immer als Alternative zu AdBlock Plus und anderen Werbeblockern genannt. Die Klassifizierung als Adblocker ist zwar prinzipiell richtig, aber sieht man sich die Browsererweiterung genauer an, so wird sehr bald klar, dass uBlock Origin nicht nur Werbung blockiert, sondern als „wide spectrum blocker“ konzipiert ist, mit dem Netzwerkanfragen nach bestimmten Regelsets gänzlich oder teilweise, global oder nur auf einzelnen Seiten blockiert (oder zugelassen) werden können. Damit reiht sich uBlock Origin bei den ganz großen (und scharfen) Netzwerk- und Skriptblockern NoScript und RequestPolicy ein – wenn man will. Und man sollte!

Die Vorteile eines Netzwerk- und Skriptblockers sind rasch erklärt: Richtig konfiguriert, werden alle Skripte, die Daten von einer anderen URL als der eben aufgerufenen übertragen, blockiert. Ebenso werden alle iFrames blockiert, deren Quelle nicht die Domain der eben aufgerufenen Seite ist. Es gibt sogar einen noch schärferen Blockademodus, in dem schlichtweg alle Ressourcen von Drittseiten blockiert werden, aber den nennt selbst der Autor der Browsererweiterung „Nightmare Mode“. Warum sollten also, wie ich vollmundig im ersten Absatz behauptet habe, solche Netzwerk- und Skriptblocker trotzdem verwendet werden? Die Antwort zerstört die Vorstellung des Internets als freien und dezentralen Raum: Weil ein sehr großer Teil aller online verfügbaren Ressourcen von einigen wenigen Anbietern zur Verfügung gestellt wird und sie sich leider fast alle direkt oder indirekt mit der Aufbereitung, dem Zurverfügungstellen oder dem Auswerten von Daten finanzieren.

bill-3rdpartyscriptsDie Nachteile eines Blockers dieses Kalibers liegen hauptsächlich in der Zusatzarbeit des Nutzers, Websites, die ohne bestimmte Ressourcen von Drittseiten nach Anwendung der Filterregeln nicht mehr funktionieren, zu reparieren. Konkret bedeutet das, dass Ressourcen von Drittseiten freigeschaltet werden müssen; das ist zwar mit wenigen Klicks erledigt, wird aber trotzdem von den meisten Nutzern als unbequem empfunden. YouTube-Videos werden, um ein Beispiel zu nennen, ohne Zugriff auf YouTube nicht funktionieren. Diese müssen manuell für jede einzelne Seite freigegeben werden.

Ich will hier keinesfalls eine Anleitung zur Verwendung des erweiterten Modus von uBlock Origin zur Verfügung stellen, denn das wäre ein unendlich langer Beitrag, der auf viel Hintergrundwissen über die Zusammenhänge von Diensten, Trackern und Services aufbaut. Stattdessen möchte ich auf die wirklich hervorragende Dokumentation des uBlock Origin Autors selbst verweisen und jeder Leserin, jedem Leser anraten, es 1-2 Monate lang auszuprobieren. Danach sind die am häufigsten besuchten Websites konfiguriert und die Erweiterung fällt einem nur dann auf, wenn man neue Websites besucht.

Hier geht es zur Konfigurationsanleitung: Dynamic Filtering – Quick Guide.

Beitragsformate: Mehr Fluch als Segen

Leider hat WordPress einen Schwenk gemacht als es um die Implementierung von Beitragsformaten ging. Das bei Tumblr so erfolgreiche Konzept von dedizierten Formaten für Text-, Link-, Bild-, Galerie-, Audio-, Video- und Chat-Beiträgen wurde seitens WordPress nur halbherzig (und mit für mich nicht nachvollziehbaren Logiken) umgesetzt. Jetzt, wo meine Seite in neuer Optik erscheint, bin ich motiviert, alles rückgängig zu machen. Etwa 500 Beiträge konnte ich automatisiert in das Standardformat konvertieren, die übrigen manuell.

Wie schon vor einige Zeit hier festgehalten: Solange man sich an die impliziten Regeln hält, funktioniert es. Andernfalls drohen Friktionsverluste.

IP mit LaunchBar ermitteln („check IP“)

Und noch ein kleines Skript für den geneigten LaunchBar-Nutzer, der sich für seine aktuelle IP-Adresse interessiert. Ich habe das unten angeführte AppleScript unter „check IP“ abgespeichert und kann mit genau dem Befehl bequem meine IP-Adresse anzeigen lassen und in die Zwischenablage kopieren (wer das Kopieren in die Zwischenablage nicht benötigt, sollte die Zeile „set the clipboard to theIP“ aus dem Skript entfernen.

    -- found here https://gist.github.com/249607
    -- modified to be used with https://mkln.org/ip.php
        -- you may use my server for your ip-checking needs. if this gets insane, i'll turn this service off without any notice. 100 checks per day per ip.

    set theIP to do shell script "curl -sf https://mkln.org/ip.php"
    set the clipboard to theIP

    tell application "LaunchBar"
        display notification "Your IP: " & theIP with title "Check IP" subtitle "IP checked and copied to clipboard"
    end tell

    return theIP

Auch dieses Skript sollte in AppleScript eingefügt und entweder im iCloud-Drive oder in einem anderen, von LaunchBar indizierten Ordner gespeichert werden. Wenn der Dateiname „check IP“ lautet, dann reicht die Eingabe des Dateinamens als Ausführungsbefehl in LaunchBar.

Bei Flickr tut sich was

Eigentlich habe ich Flickr vor zwei Jahren gänzlich abgeschrieben. Aber der neue Uploader und ein pragmatischer Zugang in puncto Design machen den Service wieder attraktiv. Man kann sagen, was man will, aber Flickr war eine Zeit lang das innovativste und interessanteste soziale Netzwerk, das es je gab; Facebook hat die Qualität der Interaktion, wie es sie auf Flickr gegeben hat, nie erreichen können.

Weiß eigentlich noch irgendwer, dass es Flickr war, das dem Internet Tags und Labels als deutlich brauchbarerer Ersatz für die bis dahin übliche Ordnungseinheit „Kategorie“ beigebracht hat?